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Auslegung praktisch

Johannes 2,1-2,1214.02.2017
SerieTeil 3 / 6E21 Regionalkonferenz Ost 2017
Wenn der Alltag leerläuft: Jesus füllt nicht nur Mangel, er verwandelt ihn in Fülle. Die Frage ist nicht, ob du genug hast – sondern ob du ihm vertraust.

Die Hochzeit in Kana und der Beginn des Zeichens

 Johannes 2
Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut.
Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister. Und sie brachten es ihm.
Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten es, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein, und wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
Danach zog er hinab nach Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger; und sie blieben nur wenige Tage dort.
Wort des lebendigen Gottes. Amen.
Herr Präsident! Danke. Ein bisschen Begeisterung wäre nicht schlecht, ein bisschen Begeisterung, ein bisschen Begeisterung. Ja, sehr gut.
Ja, Johannes 2. Wir werden das ganze Kapitel heute Vormittag anschauen, wie Klaus schon gesagt hat. Und diese Einheit heißt jetzt: Auslegung in der Praxis, Beispiel. Ja, es ist gefährlich für den Redner, aber es ist ein Beispiel von Auslegung in der Praxis.
Wir haben schon gebetet, dass der Herr zu uns spricht. Das soll nicht nur zum Lernen über die Auslegung sein. Es soll auch so sein, dass wir vom Herrn hören, dass wir offen sind für den Heiligen Geist, dass er zu uns ins Herz spricht.
Diese Stelle ist sehr bekannt, natürlich diese Begebenheit, die Hochzeit von Kana. Und manchmal wird sie so verstanden, als ob es einfach bedeutet, dass, wenn wir in Not sind, Jesus immer bereit ist, uns zu helfen. Die waren in Not, also der Bräutigam, die haben keinen Wein mehr gehabt, und Jesus hat geholfen. Und ich meine, das stimmt, dass Jesus uns helfen will. Aber ich glaube nicht, dass das die Hauptbedeutung ist, diese Bibelstelle.
Okay, schau mal die Bibelstelle an. Bleiben wir offen für den Heiligen Geist. Und ich möchte bitten, dass wir versuchen, zwei Dinge auf einmal zu tun: dass wir zuhören und nachdenken und so weiter und so fort, aber dass wir gleichzeitig mit dem Herrn reden. Das kann alles anders machen, wenn wir gleichzeitig beten. Ich lade dazu ein, obwohl es erst halb zehn ist, Samstagvormittag. Es ist möglich.
Gut, erstens in den Versen 1 bis 5: Jesus der Gast. Jesus der Gast.
Vers 1: Am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen. Das ist die Situation, wie Johannes sie beschreibt.
Und als es an Wein mangelte, Vers 3, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Ich weiß nicht, wie sie das gesagt hat, und Johannes sagt uns nicht, wie sie das gesagt hat. Hat sie gesagt: Sie haben keinen Wein? Oder hat sie gesagt: Sie haben keinen Wein? Ich habe das Video nicht gesehen, also weiß ich nicht, wie sie das gesagt hat, aber sie hat es gesagt. Und Johannes sagt uns, wie Jesus darauf reagiert hat.
Vers 4: Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Ich muss zunächst einmal sagen, dass die Anrede Frau, das klingt im Deutschen so wie im Englischen etwas unfreundlich. Das ist nicht so. Eine Frau ist respektvoll, okay, eine Frau ist respektvoll. Das ist keine Beleidigung. Aber dann sagt er: Was habe ich mit dir zu tun? Was geht das dich an? Das hat nichts mit dir zu tun. Warum mischst du dich hier ein? Das ist irgendwie komisch.
Und dann erklärt er, warum er so reagiert, das Ende von Vers 4: Jesus sagt: Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Im Johannes-Evangelium kommt dieser Ausdruck „meine Stunde“ oder „seine Stunde“ ziemlich oft vor. Und es bezieht sich normalerweise auf die Kreuzigung und auf die Verherrlichung Jesu. Und für Jesus sind die Kreuzigung und die Verherrlichung sehr miteinander verbunden. Jetzt muss ich lächeln, oder? Oder geistig ausschauen. Sorry, Entschuldigung, ich bin elf Jahre alt. Meine Stunde, das ist die Stunde seiner Kreuzigung, die Stunde seiner Verherrlichung.
Es gibt einige Beispiele. Wir werden nur ein Beispiel anschauen, das ist in Kapitel 13 von Johannes. Vielleicht möchtet ihr das aufschlagen: Kapitel 13, Vers 1, am Anfang des letzten Teils des Evangeliums letztlich, gerade vor dem Abendmahl. Johannes 13,1: Vor dem Passafest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen, wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und das habt ihr gesehen am Anfang, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war. Er hat gewusst, dass es jetzt Zeit war, zum Kreuz zu gehen.
Wir werden doch noch ein Beispiel anschauen, Kapitel 17, Vers 1. Das ist das hohepriesterliche Gebet von Jesus. Kapitel 17, Vers 1: Jesus fängt so an: Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche.
Jetzt bin ich wieder in Johannes 2. Jesus sagt seiner Mutter, Kapitel 2, Vers 4: Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Es ist nicht deine Aufgabe, den Zeitplan, meinen Zeitplan festzulegen. Es ist Gott der Vater, der den Zeitplan festlegt.
Vers 5: Aber seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Noch einmal, ich weiß nicht, was sie da denkt. Würde ich gern wissen, kann ich eines Tages fragen. Aber hat sie sich gedacht: Hm, aber es kann sein, dass er doch was tut jetzt, weil sie nicht vergessen hat, was sie gehört hat vom Engel oder vor der Geburt. Sie hat nicht vergessen, was Simeon im Tempel gesagt hat. Also sie weiß, wer dieser Jesus, ihr Sohn, ist, und vielleicht rechnet sie damit, dass er hier etwas tun wird. Was er euch sagt, das tut.
Nur nebenbei sage ich jetzt: Also, man könnte natürlich eine ganze Predigt halten über Vers 5. Es ist wahr, dass wir immer das tun sollten, was Jesus uns sagt, aber ich glaube nicht, dass das die Hauptsache an dieser Stelle ist. Das ist ein Detail, etwas, was Maria hier den Dienern sagt.
Jesus der Gast, das ist die Situation. Die haben keinen Wein mehr. Jesus der Gast.

Vom Mangel zur Fülle

Jetzt schau mal zweitens die Verse sechs bis zehn an: Jesus, der Gastgeber. Denn Jesus wird jetzt Gastgeber, weil er Wasser zu Wein machen wird.
Und Johannes fängt mit etwas Interessantem an. Er schreibt in Vers 6: Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste, ungefähr hundert Liter pro Krug. Ich weiß nicht, wie das aussieht, weil ich Liter nicht verstehe, aber viele, viele Pints, Gallons kommen in diese Krüge hinein.
Aber ich habe nicht alles vorgelesen. In Vers 6 steht: Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge nach der Reinigungssitte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste. Die Frage ist für mich: Ist das nur ein Detail, das irgendwie nicht wichtig ist, oder gehört es wirklich zur Botschaft dieser Bibelstelle? Früher war ich der ersten Meinung, jetzt bin ich seit einigen Jahren der zweiten Meinung. Aber wir kommen darauf zurück.
Da stehen die Wasserkrüge. Jesus spricht zu ihnen, Vers 7: Füllt die Krüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben hin. Also wissen wir, weil wir die Stelle schon gelesen haben, was Jesus jetzt machen wird. Er wird Wasser zu Wein machen.
Als Hintergrund ist es nicht schlecht zu wissen: Im Alten Testament ist das Bild von Wein oft verwendet worden, um etwas auszudrücken, was die Endzeit betrifft, und besonders, was die Neuerschöpfung betrifft. Die Propheten im Alten Testament haben sich sehr darauf gefreut, dass eines Tages Gott alles neu machen wird. Und um diese Freude auszudrücken, haben sie oft das Bild von Wein verwendet.
Ich lese nur ein Beispiel aus dem Propheten Amos im Alten Testament vor: Amos 9,13-14. Es ist etwas, was auch damals in der Geschichte erfüllt worden ist, aber es sieht auch weiter nach vorne in die Zukunft, in die Neuerschöpfung. Vers 13: Amos 9,13-14: Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da der Pflüger den Schnitter und der Traubenkelterer den Sämann ablösen wird. Dann werden die Berge von Most triefen und alle Hügel überfließen. Und ich will das Geschick meines Volkes wenden, und sie werden die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken.
Also ich glaube, es gibt zwei Erfüllungen für solche Prophezeiungen: eine Erfüllung damals in der Geschichte, aber auch eine Erfüllung in der Zukunft. Es geht um die Neuerschöpfung. Also dieses Bild von Wein weist darauf hin.
Jetzt kommen wir zurück zu Johannes 2. Sie füllten sie bis oben hin. Vers 8: Er spricht zu ihnen, zu den Dienern: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister. Und sie brachten es hin. Ich liebe es, wie Johannes das schreibt. In Vers 9, ich glaube, er hat das alles in Erinnerung, er weiß genau, wie das war, wie alles da geschehen ist.
Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte und er nicht wusste, woher es war – die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es –, da rief der Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten.
Mit anderen Worten: Das Wasser ist zunächst einmal zu Wein geworden, aber zweitens zum besten Wein. Das ist nicht, wie man in Deutschland sagt, 08/15-Wein. Es ist der beste Wein. Der Speisemeister ist begeistert, und deswegen komplimentiert er den Bräutigam, oder? Das ist eine tolle Situation.
Und die Diener wissen, dass das passiert ist. Ich denke, die Jünger haben das irgendwie mitgekriegt, aber die anderen Gäste nicht. Der Bräutigam auch nicht. Die wissen gar nicht, was los ist. Wahrscheinlich haben sie die Diener angeschaut und gedacht: Warum lächeln sie so viel heute? Sie müssen irgendwie doch gestaunt haben über das, was da passiert ist.
Denn es ist für mich sehr interessant, dass das Wasser nicht schon in den Krügen war. Wenn das Wasser schon in den Krügen gewesen wäre, hätten die Diener denken können: Vielleicht war es sowieso schon Wein. Aber sie haben das Wasser in die Krüge gegossen. Sie wissen, dass es Wasser ist. Und deswegen, wenn sie dann den Speisemeister bedienen, wissen sie, dass ein Wunder stattgefunden hat. Wie man in Österreich sagen würde: Das gibt es doch nicht. Das ist erstaunlich.
Jesus, der Gastgeber. Und man hat hier den Eindruck, dass Jesus das ohne Mühe macht. Es ist nicht so, dass er sagt: Hoffen wir, dass das klappt. Er ist Herr. Er macht Wasser zu Wein. Er ist der Herr, er ist der Gastgeber. Hier ist er der Gast, hier ist er der Gastgeber.
Und jetzt drittens, in den Versen 11 und 12: Reaktion, echter Glaube. Reaktion, echter Glaube.
Vers 11: Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben wenige Tage dort.
Da steht es in Vers 11. Es ist sehr wichtig, dieser Ausdruck: Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden. Der Ausdruck ist sehr wichtig. Schau mal Kapitel 1 an, Vers 14 bitte, Johannes spricht von Jesus: Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes sagt: Wir Apostel, wir haben Zeit mit Jesus verbracht. Und was wir gesehen haben, immer wieder, als wir Jesus angeschaut haben, war Herrlichkeit. Und Herrlichkeit ist ein sehr wichtiger Begriff in der Bibel. Das Wort Herrlichkeit wird oft verwendet, besonders für Gott selbst. Die Herrlichkeit Gottes wird immer wieder im Alten Testament erwähnt. Und am besten, oder eine gute Möglichkeit, wie man die Herrlichkeit Gottes erklären kann, was das ist, ist, dass man sagt: Die Herrlichkeit Gottes ist die Gottheit Gottes. Die Herrlichkeit Gottes ist das, was Gott Gott macht.
Und die Jünger kriegen dieses Wunder mit in Johannes 2 in Kana. Und sie schauen ihren Freund Jesus an, und sie kriegen mit, was er gemacht hat mit dem Wein, dass er Wasser zu Wein gemacht hat. Und was sehen sie, wenn sie Jesus sehen, Johannes 2, Vers 11? Sie sehen Herrlichkeit.
Stell dir vor, wie das war, wie sich das angefühlt hat, diesen Mann anzuschauen, diesen Mann anzuschauen, der ein Freund ist, ein guter Freund, ein Leiter, dem man nachfolgt, und man sieht Herrlichkeit. Und die Frage taucht ganz sicher auf: Wer ist dieser Mensch? Wer kann so etwas tun?
Und Johannes schreibt am Ende von Kapitel 2, Vers 11: Seine Jünger glaubten an ihn. Sie glaubten an ihn. Wir wissen nicht, wie viel sie verstanden haben. Aber sie haben genug verstanden, um an Jesus zu glauben, um zu sagen: Ja, wir glauben an diesen Menschen. Und wir wissen, dass dieser Glaube echt ist.
Und Johannes schreibt Vers 11 am Ende dieser Begebenheit mit der Hochzeit zu Kana, weil das passiert ist, aber auch, weil das Thema Glaube sehr wichtig ist. Es ist sehr wichtig im Johannesevangelium, wie die Menschen auf Jesus reagieren. Johannes betont das mehr als die anderen Evangelisten. Schau mal ein paar Stellen an, bitte. Kapitel 1, Vers 10, Kapitel 1, Vers 10: Da am Anfang des Evangeliums sieht man, wie wichtig Johannes dieses Thema ist. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Ganz am Anfang des Evangeliums sagt uns Johannes: Das ist die richtige Reaktion, dass man an Jesus glaubt. Und schau mal auch das Ende des Evangeliums an, bitte, Kapitel 20, Vers 30, Kapitel 20, Vers 30. Das ist ein paar Verse, wo Johannes erklärt, warum er das Evangelium geschrieben hat. Johannes 20,30: Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
Deswegen habe ich mein Evangelium geschrieben. Deswegen freue ich mich, dass du dieses Evangelium liest. Denn ich will, dass du diese Zeichen anschaust. Ich will, dass du Jesus anschaust. Ich will, dass du Jesus anschaust und die Herrlichkeit Gottes siehst. Und ich will, dass du glaubst, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes ist, und damit du durch den Glauben Leben hast in seinem Namen.
Das heißt, das Thema ist sehr, sehr wichtig für Johannes, und deswegen steht Johannes 2,11 da. Und die Frage kommt an uns, obwohl ich annehme, wir sind alle Christen da, aber es muss nicht sein, oder? Die Frage kommt an uns durch diese Bibelstelle. Wie reagieren wir auf Jesus? Wir können ihm den Rücken kehren und sagen: Na, na, nicht zu nah, ich will nicht. Oder wir können sagen: Herr Jesus, wenn ich dich anschaue, was du hier getan hast, wenn ich dich anschaue, dann sehe ich deine Herrlichkeit. Ich fange an zu denken: Wow, ich möchte diesen Jesus anbeten, ich will diesem Jesus nachfolgen. Ich will diesen Jesus lieben. Ich will an dich glauben.
Und auch wenn du seit Jahren Christ bist, ist die Einladung heute da vom Heiligen Geist durch das Wort Gottes an uns: Du kannst jetzt die Entscheidung neu treffen. Ich glaube an Jesus. Wir können Jesus jetzt anbeten.
Schauen wir noch einmal bitte den Anfang von Vers 11 an. Johannes schreibt: Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa. Es gibt einige Zeichen im Johannesevangelium. Einige Christen sagen sieben Zeichen. Ich denke, es gibt mehr als sieben, aber wir werden nicht darüber streiten. Wir lieben einander. Aber die Zeichen weisen auf etwas hin. Dieses Zeichen weist sicher darauf hin, wer Jesus ist. Denn wenn man Jesus anschaut, wie er Wasser zu Wein macht, sehen wir seine Herrlichkeit, und Herrlichkeit ist letztlich eine Eigenschaft Gottes.
Aber es kann auch sein, dass dieses Zeichen auch ein Hinweis darauf ist, wozu Jesus gekommen ist. Erinnert ihr euch an Vers 6? Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge nach der Reinigungssitte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste. Und erinnert ihr euch daran, dass man aus der Prophetie von Amos gelesen hat, dass Wein oft ein Bild ist für die neue Schöpfung, für das Neue, was Gott schenkt?
Und ich denke, dass man auch aus dieser Bibelstelle, aus dieser Begebenheit, schließen kann: Jesus ist deswegen in die Welt gekommen. Jesus ersetzt das Wasser der alten Religion mit dem Wein seiner Gegenwart. Jesus ersetzt das Wasser der alten Religion mit dem Wein seiner Gegenwart. Mit dem Wein seiner Gegenwart.
Wenn man an Jesus glaubt, wenn man Jesus vertraut, dann ist es Zeit zum Feiern.
Noch die Pause. Wenn wir zum zweiten Teil kommen, werde ich auch etwas darüber sagen, wie ich das vorbereitet habe, diese erste Hälfte. Aber ich glaube, wir lassen es so, wie es jetzt ist, weil das Wort Gottes zu uns gesprochen hat, oder? Wir haben Jesus gesehen in seiner Herrlichkeit, und ich denke, wir haben auch gesehen, wie Jesus deswegen gekommen ist, um das Wasser der alten Religion zu ersetzen mit dem Wein seiner Gegenwart.
Und ich möchte neu die Entscheidung treffen: Ich will mit Jesus gehen, ich will ihm nachfolgen, ich will ihn lieben. Hat der Heilige Geist zu dir gesprochen? Du hast diese Stelle schon x-mal gelesen, aber spricht Gott dich an? Hat etwas dich neu bewegt oder neu getroffen? Dann ist es Zeit, dass wir darauf reagieren. Und die richtige Reaktion, wie wir in Vers 11 gelesen haben, ist Glaube.
Beten wir miteinander eine kurze Stille, wo jeder allein mit dem Herrn reden kann. Vielleicht hat er etwas Bestimmtes dich angesprochen, oder vielleicht möchtest du einfach Jesus anbeten, weil er seine Herrlichkeit offenbart hat. Oder vielleicht möchtest du ihm sagen, wie du auf ihn reagieren willst. Eine Zeit der Stille, und dann werde ich ein kurzes Gebet sprechen.

Die Herrlichkeit Jesu und die Antwort des Glaubens

Herr Jesus, wir danken dir so sehr für dieses erste Zeichen, das du getan hast. Danke, dass du gewusst hast, dass eines Tages deine Stunde kommen würde. Danke, dass du gewusst hast, dass dein Zeitplan nicht von deiner Mutter festgelegt werden soll, sondern von deinem Vater. Wir danken dir.
Und wir danken dir für dieses erstaunliche Wunder: Wasser zu Wein.
Und wir sagen dir, Herr Jesus, wenn wir dich in dieser Bibelstelle anschauen, sehen auch wir deine Herrlichkeit. Und wir staunen, und wir beten dich an, und wir glauben an dich.
Herr Jesus, danke auch, dass du die alte Religion ersetzt hast durch den Wein deiner Gegenwart. Danke, dass wir so viel Grund zum Feiern haben, weil du uns in deine Gemeinde gerufen hast, weil du uns angenommen hast, weil du für uns gestorben bist, weil du für uns auferstanden bist, weil du zu unserem Herrn, zu unserem Erlöser, zu unserem Freund geworden bist. Herr Jesus, wir danken dir.
Und wir bitten dich, uns im Laufe dieses Tages immer wieder daran zu erinnern, dass wir Grund zur Freude haben, weil wir dich, unseren Herrn Jesus, kennengelernt haben.
Wir beten dich an und wir beten in deinem Namen. Amen.