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Hosea – Teil 3

Hosea 4,1-6,322.06.2017
Serie•Teil 3 / 12Spurgeon-Konferenz 2017
Ein Vortrag auf der Spurgeon-Konferenz 2017. Die Konferenz stand unter dem Thema Hosea: Das Gericht und die Gnade Gottes – Wie man einen alttestamentlichen Propheten verstehen und predigen kann, damit Menschen Gott begegnen.

Einleitung und Rückblick auf die bisherige Auslegung

Dank, guten Morgen! Guten Morgen! Viel besser, danke schön!
Wir brauchen Hosea noch einmal, bitte. Können wir das aufschlagen? Und wir brauchen die Unterlagen. Seiten fünf und sechs brauchen wir. Wenn du keine Unterlagen hast, dann müssen wir die Unterlagen aufschlagen. Es wäre gut, die Unterlagen zu suchen, weil es viel helfen wird.
Gestern haben wir den ersten Teil von Hosea angeschaut, die ersten drei Kapitel. Uns ist schon aufgefallen, dass es in diesem Buch viel über Sünde und über Gericht geht. Das ist ziemlich heavy. Das ist ein deutsches Wort auch, ja, das ist ziemlich heavy. Und es kommt immer wieder in diesem Buch vor. Aber es gibt immer wieder auch diese Teile, in denen es um die Gnade geht, darum, dass Gott nie aufhört, sein Volk zu lieben. Auch wenn es manchmal so aussehen könnte, hört seine Liebe nie auf.
Und das hat mich auf einen Gedanken gebracht, als ich angefangen habe, dieses Buch zu studieren. Ich habe gesehen, dass immer wieder diese Gnadenteile kommen. Es war ein Gnadenteil am Ende von Kapitel drei, oder das ganze Kapitel drei ist ein Gnadenteil. Die zweite Hälfte von Kapitel zwei geht auch um Gnade, neue Liebe, einen neuen Liebhaber, neue Segnungen. Der nächste Gnadenteil ist am Anfang von Kapitel sechs. Wenn du einfach Kapitel sechs anschaust – ich werde es noch nicht vorlesen –, aber Kapitel sechs, die ersten drei Verse, das ist irgendwie noch ein Gnadenteil, und dann geht es wieder um die Sünde.
Und das hat mich auf den Gedanken gebracht, dass es vielleicht Abschnitte in diesem Buch gibt, in denen es um Sünde, Gericht und Gnade geht, und dann fängt es wieder an: Sünde, Gericht, Gnade. Ich habe ausprobiert, ob das geht, ob es möglich ist, dass das der Aufbau dieses Buches ist. Ich bin zu dieser Überzeugung gekommen, aber ich bestehe nicht darauf. Ihr könnt dasselbe prüfen, ob das hilft oder nicht.
In den Kapiteln eins, zwei und drei haben wir gestern Folgendes gesehen: Das, was Hosea erleben muss, ist, dass er mit einer ehebrecherischen Frau verheiratet ist. Und das ist das, was Gott erlebt. Das haben wir gesehen, oder? Er ist mit dem ehebrecherischen Israel verheiratet. Israel ist ihm untreu geworden. Hosea fängt an zu verstehen, wie Gott sich fühlt. Der Satz ist mir sehr wichtig: Hosea fängt an zu verstehen, wie Gott sich fühlt, und der Heilige Geist will, dass wir das auch verstehen.
Wenn wir Gott den Rücken kehren, wenn wir andere Götter anbeten, wenn wir unserem Gott untreu sind, brechen wir ihm das Herz. Und Gott wird mit Gericht eingreifen. Hier in diesem Buch kann man auch Zucht sagen, weil er uns nach Hause bringen will.
Ich fange damit an, dass ich noch einmal die Verse vier und fünf von Kapitel drei vorlese, als Erinnerung. Kapitel drei, die Verse vier und fünf:
Denn die Kinder Israels werden viele Tage ohne König bleiben, und ohne Fürsten, auch ohne Opfer, ohne Bildsäule, ohne Ephod und ohne Therafim. Das ist eine Anspielung auf das Exil in Assyrien, Gericht. Danach werden die Kinder Israels umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen, und sie werden sich bebend zu dem Herrn und zu seinen Gütern flüchten am Ende der Tage.
Das ist Gnade. Gott will sein Volk zu sich nach Hause bringen. Und das wird er tun. Und das will er auch heute tun in unserem Leben. Und das ist das Ende der Geschichte, Kapitel drei, die Verse vier und fünf. Das ist das Ende der Geschichte, aber dann geht es weiter.

Der Übergang zur öffentlichen Predigt Hoseas

Ich denke, in den ersten drei Kapiteln hat Hosea noch nicht angefangen zu predigen. In den ersten drei Kapiteln ist es Gott, der für Hosea predigt. Er beruft Hosea, und er gibt ihm diese Botschaft. Und jetzt, am Anfang von Kapitel vier, ist es, als ob Gott zu Hosea sagt: Okay, Hosea, jetzt hast du die Berufung von mir, jetzt hast du die Botschaft von mir, jetzt geht’s los. Und jetzt fängt Hosea an zu predigen.
Deswegen habe ich diesem Abschnitt den Titel gegeben, der oben in Blau steht: Hosea bringt seine Botschaft zum ersten Mal. Er hat seine Botschaft schon in den ersten drei Kapiteln gehört, und jetzt fängt er an zu predigen.
Wir hören diese Geschichte viermal in diesem Buch. Das heißt: Die ersten drei Kapitel hören wir die Botschaft, Gott spricht zu Hosea. Und dann hören wir diese Botschaft dreimal nachher von Hosea an das Volk. Das erste Mal ist in Kapitel 4,1 bis Kapitel 6,3. Und jedes Mal gibt es Sünde, Gericht und Gnade: Israels Sünde, Gottes Gericht und Gottes Gnade. Und seine Gnade bedeutet immer, dass er Israel nach Hause bringen wird.
Und die Schlüsselworte, erinnert ihr euch, in diesem dritten Teil, in diesem Gnadenteil, sind immer wieder: zurückkehren, suchen und beben.
Jetzt fängt Hosea an, diese Botschaft zu predigen, und wir werden die drei Hauptthemen wieder sehen. Ihr seht sie da bei den Unterlagen: Erstens Sünde in Kapitel vier, zweitens Gericht in Kapitel fünf und drittens Gnade in Kapitel 5,15 bis Kapitel 6,3.
Ich muss sagen, nur nebenbei: Wenn ich in meiner Gemeinde zuhause, in der Gemeinde, wo ich zuhause bin, Hosea durchpredigen würde, würde ich wahrscheinlich nicht zum Beispiel nur das vierte Kapitel predigen, weil es nur um Sünde geht. Es gehört gepredigt, es ist Wort Gottes, aber es geht nur um Sünde. Ich würde einen längeren Abschnitt predigen. Das bedeutet nicht, dass meine Predigt oder meine Bibelarbeit sehr lang sein muss. Ein langer Abschnitt muss nicht bedeuten, dass die Botschaft sehr lang ist, obwohl ich die Skepsis im Raum spüre.
Seien wir offen für den Heiligen Geist. Kommen wir zum Wort Gottes.

Der erste Hauptteil: Israels Sünde in ihren verschiedenen Formen

Zunächst einmal geht es in Kapitel 4 um Sünde. Gott macht hier sehr deutlich, dass er Israels Sünde gesehen hat.
Ich habe in Kapitel 4 drei Blöcke. Sie sind in den Unterlagen blau markiert und kursiv gesetzt.
Block A: Die zwei Seiten der Sünde, Verse 1 bis 3
Die Sünde hat immer zwei Seiten. Sünde ist etwas Gutes, das wir nicht tun, und Sünde ist etwas Schlechtes, das wir tun. Das wissen wir alle. Die Sünde hat zwei Seiten.
Vers 1 beschreibt das, was Israel nicht tut. Kapitel 4, Vers 1: Hört das Wort des Herrn, ihr Kinder Israels! Denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes, weil es keine Wahrheit, keine Liebe und keine Gotteserkenntnis im Land gibt.
Es fehlen drei Dinge, oder? Drei Dinge, die Gott nicht sieht, wenn er sein Volk anschaut. Zunächst einmal Treue, also dass sie einander gegenüber nicht treu sind. Hier steht in meiner Übersetzung Wahrheit, aber es ist dasselbe Wort. Dann keine Liebe: Sie lieben einander nicht, sie lieben Gott auch nicht. Und dann keine Erkenntnis Gottes: Sie leben nicht in einer Beziehung zu Gott.
Ich muss erklären, was dieses Wort Erkenntnis bedeutet. Ich habe das, glaube ich, gestern schon angedeutet. Erkenntnis bedeutet nicht einfach, dass man erkennt, dass Gott da ist. Erkennen ist im Alten Testament oft ein Wort, das eine intime Beziehung ausdrückt. Im ersten Buch Mose lesen wir zum Beispiel: Adam erkannte Eva, und sie gebar einen Sohn. Das bedeutet nicht einfach, dass Adam gesagt hat: Aha, ja, das ist Eva. Nein, sie hatten Sex. Es ist die intimste Beziehung.
Und dieses Wort wird für die Beziehung verwendet, nach der Gott sich mit seinem Volk sehnt. Keine Gotteserkenntnis. Ich bin meinem Volk egal. Sie wollen mich nicht kennen, sie kennen mich nicht, sie pflegen keine Beziehung zu mir. Aber Israel ist das egal. Mich habt ihr vergessen. Erinnert ihr euch an Kapitel 2, Vers 15? Mich habt ihr vergessen.
Und Vers 2 ist das, was Israel tut. Vers 2: Fluchen und Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen hat überhandgenommen, und Blutschuld reiht sich an Blutschuld.
Verfluchen ist die Bitte an böse Mächte, jemanden zu verfluchen. Und dann gibt es Lügen, Morden, Stehlen, Ehebrechen und sogar Blutschuld. Aber Morden ist ja ohnehin schon dabei. Die zwei Seiten der Sünde. Und sie werden Gottes Gericht mit sich bringen.
Und das wird Gottes Gericht bringen, Vers 3. Ich denke, ich kann kein Hebräisch, aber ich kann Kommentare lesen. Ich glaube, es gibt gute Argumente dafür, dass Vers 3 Zukunft ist und nicht Gegenwart. Vers 3: Darum wird das Land trauern, und alle werden verschmachten müssen, die darin wohnen, die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels, und auch die Fische im Meer werden dahingerafft werden.
Es ist etwas, was Gott tun wird. Sünde, die zwei Seiten der Sünde.
Und jetzt Block B: Die Leiter und ihre Sünde, die Verse 4 bis 9
Das Tragische hier in diesem Abschnitt ist: Die Leiter sind nicht anders als das Volk. Vers 4 ist angeblich schwer zu übersetzen, aber wenn man die Verse 4 bis 9 anschaut – ich werde einige vorlesen –, geht es um die Priester, und auch die Propheten werden erwähnt. Ich lese die Verse 4 und 5 vor:
Doch niemand soll rechten und keiner soll tadeln, denn dein Volk ist wie die, welche mit dem Priester rechten. Und so wirst du bei Tag straucheln, und auch der Prophet mit dir straucheln bei Nacht, und ich will deine Mutter vertilgen.
Hier ist das Tragische, ich sage es noch einmal: Die Leiter sind nicht anders als das Volk. Und deswegen werden die Leiter verurteilt.
Vers 6: Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis. Denn du hast die Erkenntnis verworfen – das ist dasselbe Wort wie in Vers 1 –, darum will ich auch dich verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester seist. Und weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast, will auch ich deine Kinder vergessen.
Hier werden die Leiter, besonders die Priester, verurteilt. Sie haben die Erkenntnis verworfen, und sie vergessen das Gesetz Gottes. Ich habe jahrelang gedacht, die Aufgabe des Priesters sei einfach, die Opfer zu bringen. Das war ihre Aufgabe. Das ist sicher ein sehr wichtiger Teil ihrer Aufgabe. Aber es gehört auch zur Aufgabe des Priesters im Alten Testament, dass er lehrt, dass er das Wort Gottes lehrt. Und hier in Vers 6 wird ihnen vorgeworfen, dass sie das Gesetz vergessen haben.
Und ich lese noch ein paar Texte vor, in denen es darum geht, dass der Priester die Aufgabe hat zu lehren. 2. Chronik 15,3 lese ich vor: Israel war lange Zeit ohne den wahren Gott und ohne einen Priester, der lehrt. Interessant, oder? Israel war lange Zeit ohne einen Priester, der lehrt. Die Priester haben ihre Sache mit den Opfern usw. getan, aber sie haben nicht das Wort Gottes gelehrt. Sie haben das Volk nicht daran erinnert, wie Gott ist und was Gott in seinem Volk sehen will. Die Priester haben nicht gelehrt.
Und das andere Beispiel: Es gibt auch weitere Beispiele, ich lese nur die zwei vor. Maleachi 2,7: Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren, und aus seinem Mund soll man das Gesetz erfragen, denn er ist ein Bote des Herrn der Heerscharen. Er soll lehren.
Und die Priester haben nicht gelehrt, und das wird ihnen hier vorgeworfen in Hosea 4, oder? Vers 7 sagt, dass die Priester ihre Ehre verlassen haben. Vers 7: Je mehr sie wurden, desto mehr sündigten sie gegen mich. Darum will ich ihre Ehre in Schande verwandeln.
Man kann das genauso übersetzen: Sie haben ihre Ehre verlassen, sie haben Gott den Rücken gekehrt. Ihre Ehre – das bezieht sich auf Gott. Und das sind die Leiter. Diese Leute sollten Vorbilder für das Volk sein, oder?
Und in Vers 8 heißt es, dass sie die Sünde des Volkes Gottes essen. Schau bitte Vers 8 an: Von der Sünde meines Volkes nähren sie sich – es geht um die Priester – und sind gierig nach ihren Missetaten. Was bedeutet das? Das ist fast wortwörtlich wahr. Das Volk bringt Tiere zum Opfern, und es war den Priestern erlaubt, diese Tiere nachher zu essen. Mit anderen Worten: Sie ernährten sich von den Sünden des Volkes.
Sie haben sich gefreut, dass Sünde da ist. Die Leute werden mehr Opfer bringen, toll! Aber es geht ihnen nicht um die Ehre Gottes. Es geht darum, dass sie einen vollen Magen haben wollen. Stellen wir uns vor, wie sich Gott fühlt, wenn er die Leiter anschaut, besonders wenn er die Priester anschaut.
Deswegen muss Gott eingreifen. Vers 9: Aber es soll dem Volk ergehen wie dem Priester; ich werde ihren Wandel an ihnen heimsuchen und ihnen ihre Taten vergelten.
Leiter haben eine große Verantwortung, oder? Das ist mir oft ein unangenehmer Gedanke, aber das stimmt. Wenn man die Könige im Alten Testament anschaut: Wenn die Könige treu waren, war das Volk oft treu, nicht immer, aber oft. Wenn die Könige untreu waren, war das Volk oft untreu. Leiter haben einen irrsinnigen Einfluss auf die Leute, die sie leiten.
Das ist unbequem für uns, oder? Wenn du in einer Leitungsposition bist, im Studentenkreis oder Frauenkreis, Männerkreis, Jugendkreis, in der Gemeinde überhaupt, im Leiterteam: Wie du bist, hat einen Einfluss. Nicht nur das, was du sagst, nicht nur das, was du tust, sondern wie du bist.
Wir haben eine große Verantwortung. Die Leute, die wir leiten, werden anfangen, so auszusehen wie wir. Boah, schwere Sprache. Ich leite euch nicht, und euer Deutsch wird nicht schlechter sein, weil ich rede. Aber ihr versteht, was ich meine? Gott nimmt Leitung irrsinnig ernst. Und das spricht mich an, spricht uns alle an, oder? Wir haben eine große Verantwortung diesbezüglich: die Leiter und ihre Sünde.

Die Folgen der Sünde und ihre zerstörerische Dynamik

Jetzt habe ich an einem Block C auch unten auf Seite fünf die Ergebnisse der Sünde, die Verse 10 bis 19.
Vers 10: Sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht vermehren. Denn sie haben davon abgelassen, auf den Herrn zu achten. Das Volk hat es aufgegeben, auf den Herrn zu achten. Sie haben sich der Prostitution hingegeben, physisch und geistlich. Das haben wir gestern gesehen.
Vers 11: Hurerei, Wein und Most rauben den Verstand. Sie geben sich Sex und Essen hin. Sex ist etwas Gutes, Essen ist etwas Gutes, aber für diese Leute waren es Götzen. Götzen, Götzen. Und sie geben sich auch der falschen Religion hin.
Vers 12: Mein Volk befragt sein Holz, und sein Stab wahrsagt ihm. Denn der Geist der Hurerei hat sie verführt, dass sie ihrem Gott durch Hurerei untreu geworden sind. Eventuell sieht es am Anfang von Vers 12 so aus, als ob sie ein Stück Holz in die Luft geworfen hätten und je nachdem, wo es gelandet ist und in welche Richtung es gezeigt hat, war das irgendwie ein Zeichen falscher Religion.
Essen, Sex, falsche Religion: Das beschreibt die Kultur damals. Es beschreibt auch in einem Sinn unsere Kultur, oder? Das sind die Götzen unserer Kultur. Das ist nicht so anders.
Vers 13: Sie opfern auf den Berghöhen und räuchern auf den Hügeln, unter Eichen, Pappeln und Terpentinen, denn ihr Schatten ist angenehm. Darum treiben eure Töchter Hurerei, und eure Schwiegertöchter brechen die Ehe. Ich komme auf den letzten Satz in ein paar Augenblicken zurück.
Aber zwei Dinge, was Sünde betrifft, hier: Erstens befriedigt sie nicht. Noch einmal Vers 10: Sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht vermehren. Wir haben das Gefühl, wenn wir uns für die Sünde entscheiden, dass uns das befriedigt. Aber das ist kurzfristig, oder? Das weißt du. Auf Dauer befriedigt die Sünde nicht. Auf Dauer lässt uns die Sünde leer.
Und das Zweite, was Sünde betrifft: Die Sünde macht uns dumm. Vers 11: Hurerei, Wein und Most rauben den Verstand. Wenn wir uns bewusst der Sünde hingeben, dann hören wir auf, logisch zu denken, weil wir aufgehört haben, biblisch zu denken. Wir werden dumm. Wir treffen blöde Entscheidungen. Ich lese von solchen Beispielen fast jeden Tag in der Zeitung, aber ich kann auch das Leben von Andrew Page lesen. Einige nicken sofort, ihr habt es gesehen. Aber es stimmt: Manchmal treffe ich blöde Entscheidungen, weil ich mich für die Sünde entschieden habe. Ist das dumm oder ist das dumm? Richtig, das ist dumm.
Die Frauen sind weniger schuld als die Männer, Vers 14, obwohl dieser letzte Satz in Vers 13 da ist. Ihr könnt es noch einmal lesen. Aber schau Vers 14 an: Ich werde es an euren Töchtern nicht heimsuchen, dass sie Hurerei treiben, noch an euren Schwiegertöchtern, dass sie die Ehe brechen. Denn sie selbst gehen mit Huren abseits und opfern mit den Tempeldienerinnen, und das unverständliche Volk stürzt sich selbst ins Verderben.
Die Männer sind nicht besser als die Frauen. Schau dir die zweite Hälfte von Vers 14 an, schau, was die Männer da machen. Die Frauen haben sich schuldig gemacht, die Männer haben sich schuldig gemacht. Und Hosea hofft, dass Juda nicht den gleichen Weg gehen wird wie Israel.
Vers 15: Wenn du, Israel, Hurerei treibst, so soll sich doch Juda nicht versündigen. Geht doch nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Bet-Awen hinauf und schwört nicht: So wahr der Herr lebt!
Und die Ergebnisse der Sünde sind in den Versen 16 bis 19. Ich lese 16 bis 19 vor, aber bevor ich das mache, sage ich etwas nur kurz zu Vers 17. Der Name Ephraim da, Ephraim, das ist Israel. Das ist wie ein Spitzname für Israel. Ephraim bedeutet Israel.
Vers 16: Denn Israel ist widerspenstig geworden wie eine störrische Kuh. Nun wird sie der Herr weiden wie ein Lamm in weiter Landschaft. Das bedeutet, dass Raubtiere dann kommen werden.
Vers 17: Ephraim ist an die Götzen gebunden, lasst ihn in Ruhe. Ihr Saufgelage ist ausgeartet, sie haben sich der Hurerei hingegeben, ihre Beschützer haben die Schande geliebt. Der Wind hat sie mit seinen Flügeln erfasst, und sie werden zuschanden mit ihren Opfern.
Ist euch das Ende von Vers 18 aufgefallen? Ihre Beschützer haben die Schande geliebt. Sie lieben ihre Schande.
Sehen wir die Sünde hier in Kapitel 4? Vers 1: keine Erkenntnis Gottes. Vers 6: Deswegen kommt mein Volk um. Vers 6: Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis. Vers 11: Es ist keine Vernunft mehr da. Sie werden dumm. Hurerei, Wein und Most rauben den Verstand. Und das Ende von Vers 14 war vielleicht ein Sprichwort damals, das Hosea hier verwendet. Vers 14, am Ende von Vers 14: Das unverständliche Volk stürzt sich selbst ins Verderben. Wow! Entsetzlich, oder?
Und ich meine, das hilft uns, die Situation damals zu verstehen. Und das gibt uns den Hintergrund für jetzt diesen Gerichtsteil und für den Gnadenteil, für das, was Gott erstaunlicherweise tun wird.
Aber die Frage ist auch für uns da: Was sind meine Götzen? Vielleicht in den Bereichen Essen, Sex, falsche Religion? Was sind die Dinge in meinem Leben, die leicht wichtiger werden als Gott, als Jesus? Wo bin ich in Gefahr, mich der Sünde hinzugeben? Es wird unterschiedlich sein unter uns, aber ich glaube, jeder von uns weiß, welche Bereiche, wo wir schwach sind, wo wir in Gefahr sind. Einige Bereiche, wo es uns unangenehm wäre, wenn andere davon erfahren würden. Dinge in unserem Leben.
Und die Lösung ist gesunde Lehre. Das, was die Priester nicht gemacht haben. Die Lösung ist, dass das Wort Gottes gelehrt wird und natürlich, dass wir dem Herrn in Freude gehorchen. Aber gesunde Lehre ist irrsinnig wichtig.
John Wesley war vor Jahrhunderten ein großer Prediger in England, und als er noch nicht gläubig war, ist er weg von zu Hause gezogen. Seine Mutter war gläubig, und sie hat ihm eine Bibel mitgegeben. Er hat sich nicht darüber gefreut, weil er gedacht hat, das will ich eh nicht lesen. Aber sie hat ihm die Bibel gegeben, und vorne in der Bibel hat sie Folgendes geschrieben. Und das finde ich genial. Und als Christ wirst du auch erkennen, dass das wahr ist, was Wesleys Mutter geschrieben hat. Jetzt kommt es:
Dieses Buch wird dich von der Sünde fernhalten, die Sünde wird dich von diesem Buch fernhalten.
Stimmt das? Wenn ich nicht in der Bibel lese, wenn ich einige Tage lang nicht Bibel lese, großer Schock, ist es fast immer, fast immer, weil ich in irgendeinem Bereich mich der Sünde hingegeben habe. Ich mag nicht in der Bibel lesen, wenn ich in Sünde lebe. Unangenehm. Ich mag dieses Buch nicht, oder eklig. Aber wenn ich mit dem Herrn gehe und in der Bibel lese und die Bibel in meinem Leben wirken lasse, dann will ich mich nicht der Sünde hingeben. Dieses Buch wird mich von der Sünde fernhalten. Die Sünde wird mich von diesem Buch fernhalten.
Deswegen ist es genau richtig, was einer einmal gesagt hat: Es ist wichtig, dass wir die Bibel auf chinesische Art lesen. Ich werde das erklären. Wenn du einen englischen Christen anschaust oder einen deutschen Christen anschaust, wie er die Bibel liest, sieht er so aus. Wenn du einen chinesischen Christen anschaust, wie er die Bibel liest, sieht er so aus. Ist das jetzt zu intellektuell oder geht das noch? Ja, es geht.
Das bedeutet: Die Anwendung ist nicht, dass ich die Bibel so halte, so dass ich sie so lese. Die Anwendung ist einfach, dass ich, wenn ich in der Bibel lese, zu Gott Ja sagen soll. Und wenn ich Ja zu Gott sage beim Bibellesen, dann ist die Bibel lebendig, und dann will ich mich nicht der Sünde hingeben, oder? Du weißt, das stimmt. Jeder Christ erlebt das. Lesen wir die Bibel auf chinesische Art und Weise. Sehr wichtig.
Das war jetzt alles Kapitel 4: Sünde, die zwei Seiten der Sünde, die Leiter und ihre Sünde, die Ergebnisse der Sünde.

Der zweite Hauptteil: Gottes Gericht über das untreue Volk

Jetzt der zweite Teil in diesem ganzen Abschnitt über Gericht, Kapitel 5, die Verse 1 bis 14. Ich werde diesen Teil jetzt nicht auslegen, weil wir heute Nachmittag in Gruppen daran arbeiten werden: Kapitel 5, Verse 1 bis 14. Deswegen gibt es auf den Unterlagen keine Hilfe, damit wir heute Nachmittag ein wenig arbeiten müssen.
Ich werde Kapitel 5 vorlesen, aber es geht überwiegend um Gericht, Kapitel 5.
Hört dies, ihr Priester, und du, Haus Israel, achte darauf, und du, Königshaus, horche! Denn euch droht das Gericht, weil ihr eine Schlinge geworden seid für Mizpa und ein ausgebreitetes Fangnetz auf dem Tabor. Die Abtrünnigen haben die Verdorbenheit weit getrieben, aber ich habe ihnen allen eine Züchtigung zugedacht.
Ich kenne Ephraim wohl, und Israel ist vor mir nicht verborgen. Ich weiß, dass du, Ephraim, das ist Israel, jetzt Hurerei getrieben hast, dass Israel sich verunreinigt hat. Ihre Taten erlauben ihnen nicht, zu ihrem Gott umzukehren, denn ein Geist der Hurerei ist in ihren Herzen, und den Herrn erkennen sie nicht.
Aber Israels Stolz wird sich als Zeuge gegen ihn erheben, und Israel und Ephraim werden fallen durch eigene Schuld; auch Juda wird mit ihnen fallen. Mit ihren Schafen und mit ihren Rindern werden sie kommen, um den Herrn zu suchen, aber sie werden ihn nicht finden; er hat sich von ihnen entfernt. Sie sind dem Herrn untreu geworden, denn sie haben fremde Kinder gezeugt; jetzt wird der Neumond sie fressen samt ihren Erbteilen.
Stoßt in die Posaune in Gibea, in das Schofarhorn in Rama, schlagt Lärm in Bet-Awen! Nimm dich in Acht, Benjamin! Ephraim soll zur Wüste werden am Tag der Züchtigung. Was ich den Stämmen Israels angekündigt habe, das kommt gewiss.
Die Fürsten Judas sind denen gleich, welche die Grenze verrücken; über sie will ich meinen Grimm ausschütten wie Wasser. Ephraim wird unterdrückt, zerschlagen im Gericht, denn er ist willig Menschengeboten gefolgt. Ich aber wurde für Ephraim wie eine Motte und für das Haus Juda wie ein nagender Wurm.
Und als Ephraim seine Krankheit sah und Juda sein Geschwür, da lief Ephraim nach Assyrien und sandte zum König Jareb. Er aber kann euch nicht heilen und das Geschwür nicht von euch nehmen. Denn ich bin wie ein Löwe, das ist Gott, der spricht: Ich bin wie ein Löwe gegen Ephraim und wie ein junger Löwe gegen das Haus Juda. Ja, ich, ja ich zerreiße und gehe davon und nehme weg, dass niemand retten kann.
Die ersten 14 Verse. Es geht um Gericht.

Der dritte Hauptteil: Die Hoffnung auf Umkehr und Wiederherstellung

Und jetzt kommen wir gleich zum dritten Teil, Kapitel 5, Vers 15 bis Kapitel 6, Vers 3. Worum geht es hier? Es geht hier um eine gute Nachricht. Eines Tages wird Israel zu Gott nach Hause kommen.
Vers 15: Ich werde davon gehen, an meinen Ort zurückkehren, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen werden. In ihrer Drangsal werden sie mich ernstlich suchen.
Seht ihr das Wort suchen zweimal? Das ist eines der Schlüsselworte. So wie in Kapitel 3, Vers 5. Okay, beben ist nicht da, aber suchen ist da, und zurückkehren ist da. Das ist der Anfang des Gnadenteils. Israel wird Gott wieder suchen wollen, zumindest ein Überrest von Israel.
Schauen wir uns die ersten drei Verse von Kapitel 6 an. Vers 1 ist eine Wiederkehr. Vers 1: Kommt, wir wollen wieder umkehren zum Herrn. Er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen. Er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden.
Vers 1 ist eine Wiederkehr. Das ist das Schlüsselwort wieder. Vers 1: Wir wollen wieder umkehren zum Herrn. Das war genau das Wort, das da war in Kapitel 3, Vers 5. Das ist eine Entscheidung, umzukehren, eine Entscheidung, nach Hause zu Gott zu gehen.
Und es ist sehr klar hier: Das Volk wird eines Tages sagen, Kapitel 6, Vers 1, Gott hat uns zerrissen. Sie werden erkennen, dass Gott eingegriffen hat, genauso wie er versprochen hat.
Habt ihr das noch in Erinnerung? Kapitel 5, Vers 14: Ich bin wie ein Löwe gegen Ephraim und wie ein junger Löwe gegen das Haus Juda, ja, ich zerreiße! Und jetzt, Kapitel 6, Vers 1: Er hat uns zerrissen. Das war Gott. Es war nicht Zufall, was wir alles durchgemacht haben. Das war Gott am Wirken, weil wir gegen ihn rebelliert haben.
In Vers 2 ist eine Auferstehung. Vers 2: Nach zwei Tagen wird er uns lebendig machen, am dritten Tag wird er uns aufrichten, dass wir vor ihm leben.
Mit anderen Worten: Eines Tages wird das Volk sagen, wir sind ein totes Volk. Wir brauchen eine Auferstehung. Er wird uns lebendig machen, er wird uns neu aufrichten. Das heißt, das Volk wird sagen: Wir sind als Volk tot, aber Gott kann uns neu machen. Gott kann uns neues Leben geben.
Das Volk wird eines Tages wieder glauben können, vertrauen können, dass Gott da etwas schenken kann. Er kann uns beleben, er kann uns wiederherstellen.
Und in Vers 3 wird eine Beziehung beschrieben, Vers 3: So lasst uns ihn erkennen, ja, eifrig trachten nach der Erkenntnis des Herrn. Sein Hervorgehen ist so sicher wie das Licht des Morgens, und er wird zu uns kommen wie ein Regenguss, wie ein Spätregen, der das Land benetzt.
Seine Beziehung, oder? Wir wollen ihn kennen. Eines Tages wird das Volk sagen: Erkenntnis ist uns schon wichtig. Wir wollen diese Beziehung zu Gott haben und erleben, genießen. Wir wollen ihn immer besser kennenlernen. Eines Tages.

Die biblische Weite: Neuer Bund, Auferstehung und Gottes Treue

Wenn wir das Fernrohr verwenden, werden wir eine weitere Erfüllung dieser Verse sehen.
Ich lese voraus aus Jeremia 31. Du kannst auch aufschlagen, wenn du magst: Jeremia 31,31-34. Es gibt drei Hauptstellen im Alten Testament, die einen neuen Bund versprechen. Sie sagen, dass Gott eines Tages einen neuen Bund schenken wird. Und eine dieser drei Hauptstellen ist Jeremia 31,31-34. Eine sehr wichtige Stelle.
Ich lese das vor, Jeremia 31,31. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde. Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.
Sie erinnert fast ein bisschen wieder an Hosea, oder? Aber dann schau Vers 34 an und fühl dich frei, Gott anzubeten. Es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr. Die werden mich kennen, mein Volk, die werden mich kennen. Und das ist natürlich erfüllt worden im neuen Bund. Die Menschen, die auf Jesus vertrauen – ich habe das Ende von Vers 34 nicht vorgelesen – die werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr. Denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken. Diese Anspielung auf das Kreuz. Uns ist vergeben, weil wir auf Jesus vertrauen. Halleluja!
Und das bedeutet, wir kennen den Herrn. Es ist eine Beziehung da, sein Geist lebt in uns. Wow! Und wir dürfen diese Beziehung pflegen. Wir haben das Fernrohr gedreht, und wir haben diese weitere Erfüllung gesehen von Hosea 6,3. So lasst uns ihn erkennen, ja, eifrig trachten nach der Erkenntnis des Herrn.
Und wir können das Fernrohr noch einmal drehen. Wir werden die Stelle Römer 11 nicht alles vorlesen können, aber ich werde ein bisschen davon vorlesen. Die Stelle ist etwas umstritten, Römer 11,25-36. Ich glaube, es steht da, dass eines Tages viele, viele Juden zu Jesus finden werden, zu Gott durch Jesus finden werden. Es wird eine Erweckung geben, und es werden jetzt Juden Christen. Sie vertrauen auf Jesus, sie erkennen, dass Jesus ihr Messias ist, sie vertrauen auf ihn.
Aber ich denke, dass hier in Römer Paulus sagt, es kommt noch etwas Größeres unter den Juden. Die werden nicht gerettet werden, weil sie Juden sind, sie werden gerettet werden, weil sie auf Jesus vertrauen, der für sie gestorben ist und auch auferstanden ist. Und eines Tages wird das passieren. Und die Reaktion von Paulus, Römer 11,33: O welche Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes, wie unergründlich sind seine Gerichte, wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen, oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass er ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.
Es wird zur Anbetung. Eines Tages wird Israel nach Hause zu Gott kommen durch Jesus. Das ist die Gnade Gottes.
Noch eins: Hosea 6,2. Ich bin wieder in Hosea 6,2. Nach zwei Tagen wird er uns lebendig machen, am dritten Tag wird er uns aufrichten, dass wir vor ihm leben. Das ist das einzige Mal im Alten Testament, dass die Worte da sind: am dritten Tag. Und natürlich erinnert uns das an etwas anderes am dritten Tag.
Ich lese vor aus 1. Korinther 15,4. 1. Korinther 15, ich lese die Verse 3 und 4 vor. Paulus fasst das Evangelium zusammen: Denn ich habe euch zuallererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag nach den Schriften.
Es gibt sicher andere Schriften im Alten Testament, an die Paulus auch gedacht hat, und ja, davon bin ich überzeugt. Aber es kann auch sein, weil diese Phrase da ist, am dritten Tag, dass er auch an Hosea 6,2 denkt. Natürlich geht es in Hosea 6,2 nicht um Jesus, das ist mir klar. Es geht um Israel, um eine, welches Wort habe ich verwendet, Auferstehung des Volkes Israel. Aber die Auferstehung des Volkes ist nur möglich, weil eines Tages Jesus der Messias auferstehen wird, und er ist am dritten Tag auferstanden.
Das ist eine Einladung. Hosea 6,1-3 ist eine Einladung an das Volk Gottes, nach Hause zu kommen. Ich lese noch einmal Hosea 5,15 vor: Ich werde davongehen, sagt Gott, an meinen Ort zurückkehren, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen werden. In ihrer Drangsal werden sie mich ernstlich suchen.
Das ist ein Bild von einem Gott, der schon gerecht und heilig ist, der aber auch gnädig ist, der liebt, der nicht vorwirft. Manchmal haben wir ein Bild von Gott, als ob er nur Interesse daran hätte, unsere Fehler zu finden. Aha, noch einmal, noch eine Sünde! Gott ist nicht so. Gott ist gnädig.

Persönliche Illustration über Gottes Freude und die Erfahrung von Gnade

Ich habe Freunde in England. Die Familie heißt mit Familiennamen Bentley Taylor. Das ist ein ziemlich langer Name. Bentley Taylor ist nur der Familienname. Ihr ältester Sohn heißt Christopher.
Als er noch sehr klein war und gerade angefangen hatte, ein bisschen zu reden, habe ich die Eltern einmal besucht. Sie waren ganz begeistert. Als ich ins Haus gekommen bin, sagten sie, Christopher könne seinen Namen sagen. Er könne Christopher Bentley Taylor sagen. Das sei der Wahnsinn, und sie seien so stolz.
Ich habe versucht, interessiert auszuschauen. Dann sagten sie: Möchtest du hören? Möchtest du hören? Und ich habe gelogen und gesagt: Ja.
Ich setzte mich ins Wohnzimmer, und sie brachten den kleinen Christopher zu mir. Die Eltern sagten: Sag’s, Andrew, sag’s, Andrew, sag’s, Andrew. Wer bist du? Wer bist du? Sag, wer du bist.
Er schaute mich an und sagte: „Uwäh!“
Ich wollte den Eltern gleich sagen: „Nein, nein, macht euch nichts daraus. In ein paar Monaten wird er das sicher sagen.“ Aber bevor ich das sagen konnte, sagten beide Eltern: „Hast du gehört? Er hat gesagt: Christopher Bentley Taylor!“
Mein Leben ist oft „Uwäh!“. Aber wenn ich den kleinsten Schritt mache, im Gehorsam, in Liebe zu Gott, in Liebe zu anderen Menschen, freut sich Gott. Er ist begeistert. Er ist stolz darauf, dass er dich als sein Kind hat. So ist Gott. Gott ist gnädig.
Deswegen ist es so toll, dass dieses Buch Hosea ein Liebesbrief an uns ist. Obwohl es viel gibt, wo es um Sünde und um Gericht geht, gibt es auch viel, wo es um Gnade geht.

Abschliessende Anwendung, Gebet und Segen

Ich erzähle noch eine letzte Geschichte, dann höre ich auf. Ich weiß nicht, ob ich diese Geschichte auf Deutsch erzählen kann, aber ich werde es versuchen.
Ich war zwanzig Jahre lang in Österreich und habe unter anderem Studentenarbeit gemacht. Ich habe einmal mit einem gläubigen Mädchen in Klagenfurt gesprochen. Sie hat gesagt: Gott kann mich, ich glaube nicht, dass Gott mich verwenden kann. Sie war sicher Christin, aber sie hat gesagt: Ich glaube, Gott kann mich nicht verwenden. Und das war erstaunlich in dem Fall, weil drei ihrer Freundinnen zum Herrn gefunden hatten. Das ist fast, also in Österreich ist das fast eine Erweckung.
Dann habe ich gedacht: Interessant, was für ein Bild hat sie? Was für ein Gottesbild hat sie? Wie denkt sie, wie Gott ist? Und hier habe ich ihr gesagt: Kann ich dir eine Multiple-Choice-Frage stellen? Wie sagt man Multiple-Choice-Frage auf Deutsch? Also, ich habe nie gewusst, dass das ein deutscher Ausdruck ist. Vielen Dank. Also, Engländer, sage ich vielen Dank, dass wir diesen Ausdruck von euch stellen konnten.
Ich habe gesagt: Darf ich dir eine Multiple-Choice-Frage stellen? Und sie hat genauso interessiert ausgeschaut wie ihr. Und sie hat gesagt: Ja.
Dann habe ich gesagt: Wenn Gott an dich denkt, was ist seine überwiegende Reaktion? Wenn Gott an dich denkt, was ist seine überwiegende Reaktion? Vier Antworten, dann sagst du mir, was die richtige Antwort ist: Frust, Ärger, Freude, Zorn.
Und sie schaut mich an und sagt: Ja, ich weiß, was du denkst, was ich sagen sollte. Und ich habe gesagt: Ja, aber du hast nicht das Gefühl, dass du das sagen könntest. Und sie hat gesagt: Nein.
Wir reden ein bisschen weiter, und dann auf einmal habe ich gedacht: Was hat sie gedacht, dass ich sagen würde? Und dann habe ich gesagt: Was hast du gedacht, dass ich sagen würde? Und sie hat gedacht: Ja, die richtige Antwort ist Frust, oder?
Und der Grund, warum sie nicht gesagt hat, sagen konnte: Ja, ich glaube, dass es Frust ist, sie hat gedacht, die Antwort in ihrem Fall wäre Ärger. Wenn ich das nicht herausgefunden hätte, hätte ich ihr einfach gesagt, sie sollte länger stille Zeit machen. Aber bitte, wenn immer sie sich bei Gott gemeldet hat, hat sie das Gefühl gehabt, er ärgert sich über mich.
Die Antwort ist immer überwiegend Freude, weil Gott die Liebe ist und weil wir auf Jesus vertraut haben. Ich bin sicher, dass Gott mich anschaut und manchmal etwas frustriert ist. Und ein paar Leute nicken, schauen mich an und nicken. Danke. Das stimmt, ich bin sicher, das frustriert, aber die Antwort ist immer überwiegend Freude.
Wagst du es zu glauben, in deinem Fall, dass Gott sich riesig freut über dich? Es ist so toll, ein Jesusvertrauer zu sein. Aber ihr wisst, was ich meine. Es ist so super. Wir wissen, dass Gott uns liebt. Wir wissen, dass Gott sich über uns freut.
Und deswegen, wenn ich daran denke, möchte ich Jesus anbeten. Und ich möchte auch Hosea 6,1-3 sagen. Das bringt mich zum Anbeten, weil Gott gnädig ist.
Beten wir miteinander. Eine kurze Stille. Vielleicht gibt es einen Gedanken, der dich besonders angesprochen hat. Etwas, was der Heilige Geist dir durch das Wort Gottes jetzt gesagt hat. Reden wir mit ihm in der Stille.
Kommt, wir wollen wieder umkehren zum Herrn. Er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen. Er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Nach zwei Tagen wird er uns lebendig machen, am dritten Tag wird er uns aufrichten, dass wir vor ihm leben. So lasst uns ihn erkennen, ja, eifrig trachten nach der Erkenntnis des Herrn. Sein Hervorgehen ist so sicher wie das Licht des Morgens, und er will zu uns kommen wie ein Regenguss, wie ein Spätregen, der das Land benetzt.
Vater, vielen Dank für die Kraft deines Wortes. Ich möchte für mich und für uns alle beten, dass du uns zeigst, welche Götzen wir haben, was es in unserem Leben gibt, was uns leicht wichtiger werden kann als du. Hilf uns, dir zu vertrauen. Vielen Dank für deine große Gnade und Liebe zu uns in Jesus. Danke, dass wir wissen, dass du uns angenommen hast, nicht wegen dem, was wir für dich tun, sondern wegen dem, was du für uns am Kreuz Jesu getan hast. Halleluja! Und wir danken dir für deine Liebe. Danke, dass du dich über uns freust. Herr, wir wollen dich besser kennen, wir wollen dich immer besser kennenlernen. Hilf uns, Jesus, deinem Sohn, nachzufolgen. Und wir beten im Namen Jesu. Amen.