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Gefühle - göttliche Eifersucht

15.06.2015
Serie•Teil 7 / 16(Negative) Gefühle
Neid beginnt dort, wo dir Gott nicht mehr reicht. Die eigentliche Frage ist: Willst du ihn ganz – oder suchst du dir heimlich Ersatz?

Einleitung und erste Einordnung

Also, ich freue mich, mal wieder bei euch zu sein. Ja, das Wetter ist schön, und ich hoffe, ihr könnt das auch genießen.
Das Thema ist durchwachsen. Wir haben in unserer Reihe über Gefühle Teil sieben erreicht, und es ist der zweite Teil über Neid und Eifersucht. Und ich hatte letztes Mal gesagt: Neid ist immer falsch, und Eifersucht ist fast immer falsch. Und fast immer heißt, dass es manchmal richtig ist. Sonst würde man nicht sagen: fast.
Und ich muss sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich würde sagen: Eifersucht ist ein Gefühl. Es gibt bestimmte Umstände im Leben, da ist Eifersucht nicht einfach nur angemessen, sondern sie ist die einzig sinnvolle Reaktion, die einzig verantwortliche Reaktion auf eine bestimmte Bedrohung. Und zwar auf die Bedrohung einer Ehe.
Biblisch gesehen ist eine Ehe ein Bund. Zwei Menschen schließen einen Bund. Genau genommen: Ein Mann und eine Frau schließen einen Bund. Wir lesen das in Maleachi 2,14. Das ist eine Zeit, in der die Ehe in Israel angefochten ist. Man ließ sich leichtfertig scheiden, da wurde quasi das alte Modell ausgetauscht gegen ein jüngeres, und man hatte so ein bisschen Lust auf exotischere Dinge, jüngere, exotischere und so.
Und da sagt dann Gott, ihm gefällt das gar nicht. Er sagt in Maleachi 2,14: Ihr sagt, weswegen? Also, die beten, und es passiert nichts. Deswegen, weil der Herr Zeuge gewesen ist zwischen dir und der Frau deiner Jugend, an der du treulos gehandelt hast. Und jetzt kommt’s: wo sie doch deine Gefährtin ist und die Frau deines Bundes.
In Gottes Augen ist das, was wir, wenn wir vor dem Standesamt Ja sagen, ein Bund, den wir für ein Leben schließen. Und dieser Bund, den Mann und Frau in der Ehe schließen, der ist gleichzeitig noch mehr. Er ist ein Bild für eine größere Liebesbeziehung. Er ist ein Bild für die Liebesbeziehung, die Gott selber, die der Herr Jesus zu seiner Gemeinde hat.
Und ich möchte euch das auch zeigen. Epheser 5, da heißt es in Vers 31 und 32, Epheser 5,31-32: Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen. Das ist so der Griff richtig in die Altmottenkiste, so ganz an den Anfang, da, wo alles anfing. Ein Mensch, in dem Fall ein Mann, ein Adam, wird Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen. Und die zwei werden ein Fleisch sein.
Gott hat das so überlegt. Es ist nicht gut, dass sie alleine sind, machen wir zwei. Und jetzt überlegt sich Paulus: Warum? Oder was steckt dahinter? Gott hat sich doch noch mehr gedacht als nur: Oh, wir machen mal, dass die glücklich werden oder Kinderchen zeugen und so. Da steckt doch noch ein Geheimnis dahinter. Und dann fährt er fort in Vers 32: Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.
In jeder Ehe steckt symbolisch auch die Liebesbeziehung, die Gott selber, die der Christus zu seiner Gemeinde, die Gott zu seinem Volk hat. Mir erscheint es wichtig, dass wir das nicht aus dem Blick verlieren. Ehe ist nicht nur dazu da, zwei Menschen glücklich zu machen. Ehe ist nicht nur dazu da, Kinder in die Welt zu setzen, sondern Ehe ist dazu da, Gottes Liebe zu seinem Volk zu offenbaren. Und damit wird Ehe zu einem Bild für etwas Größeres, für diese Liebe des Christus zur Gemeinde.
Ich weiß nicht, wer von euch sich an die Hochzeitspredigt hier von Marisa und Kevin erinnert. Da hatte ich drei Punkte gebracht, und mein zweiter Punkt war, dass, wenn man eine Ehe anfängt, ein Aspekt von Ehe Exklusivität ist. Ich habe da eine Zigarre dabei gehabt und etwas abgeschnitten. Und das sollte illustrieren, dass man Dinge wegschneiden muss, dieses Rumsuchen und mal mit anderen noch ein bisschen. Wo Ehe anfängt, braucht es Exklusivität.
Das heißt: Niemand, und mit niemand meine ich niemand, zero, null, also niemand hat das Recht, der Seele meiner Frau so nahe zu kommen, wie ich das tue. Niemand hat das Recht, meine Frau so zu kennen, sie so zu begleiten, sie so zu genießen und sich für sie so aufzuopfern, wie ich das tue. Und wenn ich versage, dann hat niemand das Recht, einfach meine Rolle zu übernehmen. Dann muss ich Buße tun. Das meine ich mit Exklusivität.
Warum ist das so? Na ja, meine Frau und ich, wir haben vor dem Standesamt einander die Treue versprochen. Wir haben gesagt, wir wollen beieinander bleiben. Wir haben dann frecherweise das sogar noch mal in der Gemeinde wiederholt. Wir haben uns extra noch mal die Gemeinde zusammengeholt, sind da in die Kirche gefahren und haben das noch mal gesagt, so nach dem Motto: doppelt gemoppelt hält besser. So dass also wirklich auch der Letzte sagen kann: Du, damals, ja, ich war vielleicht beim Standesamt nicht dabei, aber da, hier in dieser Kirche, da habe ich es noch mal gesehen. Ihr habt einander versprochen, bis zum Ende irgendwie zusammenzubleiben.
Und jetzt Eifersucht. Eifersucht ist das Gefühl, dass Gott uns Menschen gegeben hat, um die Exklusivität einer Ehe zu schützen und letztlich eine Familie zusammenzuhalten. Wenn man im Alten Testament schaut, das ist 4. Mose 5. Ich werde das jetzt nicht vorlesen, aber es ist ein ganz witziges Kapitel. Da geht es darum, dass jemand einen Geist der Eifersucht bekommt. Also ein Mann überlegt sich: Ist meine Frau womöglich fremdgegangen? Und da wird ein Kapitel lang erklärt, wie man sich verhalten muss, wenn man so ein Gefühl hat.
Und ganz am Ende gibt es so einen Halbsatz, da steht extra noch mal: Wenn das so passiert, ihr könnt das nachlesen, 4. Mose 5,31, dann hat der Mann, der so empfindet, keine Schuld auf sich geladen. Also es ist nicht verkehrt, so zu empfinden. Es ist richtig, eifersüchtig zu sein. Warum? Weil jede Beziehung, die leidenschaftlich ist, immer auch eifersüchtig ist. Es gibt biblisch gesehen keine Leidenschaft ohne Eifersucht. Und wenn ihr Hebräisch könntet, dann könnte ich euch jetzt sagen: Die beiden Worte sind sogar dasselbe. Es ist so dicht beieinander. Leidenschaftlich sein heißt eigentlich, eifersüchtig sein. Heißt zu sagen: Ich möchte den anderen nicht teilen.
Deswegen ist Eifersucht eigentlich etwas Gutes. Wenn wir merken, dass der Partner Dinge tut, die in uns Eifersucht erzeugen, dann lohnt es sich, darüber nachzudenken. Jetzt wird jeder sagen: Ja, aber es gibt ja auch Leute, die sind komisch eifersüchtig, übertrieben eifersüchtig. Deswegen muss man nachdenken. Wenn ich Eifersucht spüre, frage ich: Was steckt wirklich hinter dem Gefühl? Bevor ich nämlich zu schnell sage: Eifersucht ist immer toll, Vorsicht!
Es gibt Eifersucht, die in einer guten Weise beschützen möchte, meine Ehe. Und es gibt Eifersucht, die zerstörend sein kann. Es gibt Menschen, die neigen zu krankhafter Eifersucht. Das ist jetzt nicht wirklich krank, aber ihr versteht den Begriff ja: Es ist krankhaft, einfach viel zu viel. Das sind Menschen, in denen oft eine ungute Mischung ist. Da ist nicht nur Eifersucht, da ist auch Argwohn, da ist vielleicht auch so eine innere eigene Unsicherheit, manchmal sogar so etwas wie Rachsucht. Wenn sich das mit Eifersucht mischt, ist das sehr, sehr ungut.
Menschen, die krankhaft eifersüchtig sind, wollen den Partner eigentlich besitzen. Sie wollen nicht die Ehe beschützen, sondern sie wollen den Partner besitzen und setzen ihn mit ihrer Eifersucht und dann auch mit den Vorwürfen, die damit einhergehen, unter Druck. Das Blöde dabei ist, dass sie am Ende genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie wollen. Diese krankhafte Eifersucht wird die Ehe nicht beschützen, sondern sie wird diese vertrauensvolle Liebesbeziehung, die Schönheit dieser Beziehung, zerstören. Denn eine Beziehung braucht natürlich, damit sie richtig schön werden kann, immer auch Raum, um sich selbst zu verschenken. Als wenn ich so einen Schraubstock reinpresse und immer nur darauf schaue, ob ich die Erwartungen des Anderen erfülle, aber auch zu Hundert Prozent, das wird nicht funktionieren.
Jemand, der krankhaft eifersüchtig ist, will mehr, als ihm zusteht. Ich hatte gesagt: Er will nicht nur beschützen, sondern er will besitzen. Er will in der Beziehung, und das ist das Fatale dabei, er will in der Beziehung die Sicherheit finden, die ihm in letzter Konsequenz nur Gott geben kann. Und wenn man das macht, wenn man quasi vom Partner erwartet, mir zu geben, was Gott mir nur geben kann, werde ich am Ende jede Partnerschaft überfordern. Das wird einfach nicht funktionieren. Das ist die krankhafte Eifersucht. Und ich glaube, es ist jedem klar, wenn ich das so schildere: Das ist nicht das, was Gott sich denkt. Das ist nicht göttliche Eifersucht, sondern einfach nur blöd.
Auf der anderen Seite: Eine Eifersucht, die beschützen will, was macht die aus? Und eine Sache ist: Sie geht von Fakten aus. Eifersucht, die beschützen will, schaut sich an: Was ist da in meiner Ehe passiert? Wirkt mein Partner distanziert? Zieht er sich langsam aus der Beziehung raus? Gibt es klare Anzeichen für Betrug? Das wäre so etwas. Reagiert mein Partner vielleicht defensiv, und wenn ich ihn mal mit meinen Bedenken konfrontiere, dann ist er womöglich gar nicht bereit, sich das anzuhören? Fakten, das ist der Start für eine gesunde Eifersucht.
Eifersucht, die beschützen will, ist auch selbstkritisch. Warum mache ich das jetzt gerade? Aber sie ist bitte auch leidenschaftlich. Das müssen wir immer zusammenhalten. Man kann selbstkritisch und leidenschaftlich sein. Eine gute Eifersucht ist nicht kleinlich, ist nicht haarspalterisch, nicht engstirnig. Sie wird im Zweifelsfall, ihr kennt dieses in dubio pro reo, also immer für den Angeklagten sein. Aber sie ist auch nicht dumm. Und wenn es hart auf hart kommt, wird sie einer Konfrontation nicht aus dem Weg gehen. Sie wird kämpfen, weil sie spürt, dass hier etwas zutiefst Heiliges betroffen ist, gefährdet ist, was man beschützen muss.

Die gesunde Seite von Eifersucht in der Ehe

Wenn ich über meine Frau nachdenke, dann ist mir schon vor einiger Zeit eine Sache aufgefallen, die mich zutiefst berührt hat. Berbel hat mir nie, und mit nie meine ich wirklich nie, auch nur im Ansatz jemals einen Anlass gegeben, eifersüchtig zu sein.
Ich fand das total spannend, als mir das einmal so aufgegangen ist, dass ich dieses Gefühl, eifersüchtig auf einen anderen Mann zu sein, nicht kenne. Also nicht kenne im Sinne von: Ich habe es nie selbst in meiner Ehe durchgemacht. Und das, obwohl ich dazu bereit gewesen wäre.
Wenn ich das erlebt hätte, dass sich irgendein Kollege meiner Frau um sie bemühen würde, versuchen würde, mich auszubooten, so ein Techtelmechtel oder so, ich würde ihm wahrscheinlich freundlich signalisieren, dass er mit seiner Gesundheit spielt. An der Stelle ist bei mir wirklich Schluss mit dem Spaßfaktor. Ich habe damit ein Problem und bin da überhaupt nicht willig, groß darauf einzugehen.
Aber es war nie so. Deswegen freue ich mich. Ich freue mich, weil Eifersucht etwas ist, das, wenn man es richtig anwendet und nicht schon bei jedem Zuspätkommen des anderen gleich einen Seitensprung vermutet, sehr hilfreich sein kann. Es gehört zu einer guten Beziehung dazu.
So, das war die eine Seite. Ich sagte: Eifersucht ist nicht immer falsch. Das war jetzt der Punkt, an dem sie hingehört, nämlich dort, wo man in einer gesunden Weise eine Beziehung schützt.

Gottes Eifersucht als Bild seiner Liebe

Und jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Was nämlich für die Beziehung zwischen Ehepartnern gilt, das gilt auch für eine zweite, ebenfalls genauso exklusive Beziehung zwischen Gott und Mensch.
Wenn man auf seiner Gebetsliste, ich weiß nicht, wie er das macht, auf einer Gebetsliste, sollte es irgendwo den Bereich Anbetung geben. Also eigentlich sagt der Herr Jesus: Damit fängt jedes Gebet an. Wenn man sich mit Gott trifft, weiß nämlich, wie er das so macht. Wenn ich das so mache, mich mit Gott treffe, dann schmeiße ich am Anfang so ein bisschen meine Sorgen raus. Das muss ich machen, damit irgendwie meine Seele leicht genug ist. So die ersten paar Minuten Sorgen raus. Und wenn die dann raus sind, dann starte ich so wie das Vaterunser, das eben sagt: Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name. Ich fange mit Anbetung an.
Und irgendwann fiel mir auf, dass Anbetung etwas ist, da braucht man, damit das gut funktioniert, ein bisschen Input. Und da kann man sich verschiedenste Ideen ansammeln, wie man das macht, wie man Anbetung für sich selber so aufbaut, dass man Gott auch intelligente Sachen sagt. Ich weiß nicht, wie ihr das macht, wenn ihr einander Liebesbriefe schreibt oder so, aber bei Gott ist das so. Eine Idee, wie man Anbetung ausbauen kann, ist: Man schaut sich die Namen Gottes in der Bibel an, also wie stellt Gott sich vor, und kann das nehmen, um in die Anbetung reinzugehen. Es gibt unendlich viele Namen. Also ich weiß nicht, das sind wahrscheinlich hundert, hundertfünfzig, wenn man das alles mal so ein bisschen im weiteren Sinne zieht. Ich habe es nicht gezählt. Aber es macht Spaß, in der Anbetung das zu verwursteln.
Und dann stellt man fest, dass es Namen Gottes gibt, über die hat man vielleicht noch nie etwas gehört. Einen Namen, über den ich noch nie eine Predigt gehört habe, zumindest ist er mir nicht bekannt. Er findet sich in 2. Mose 34. Ich lese euch das mal vor: 2. Mose 34, ab Vers 11. Und es ist wahrscheinlich auch nicht der Name Gottes, der sich sofort in allen Anbetungslisten wiederfindet. Er ist nicht: Gott, mein Arzt, Gott, mein Retter, Gott, meine Zuflucht. Das sind alles so Gottesnamen. Sondern wir lesen da 2. Mose 34, ab Vers 11:
Beobachte genau, was ich dir heute gebiete. Siehe, ich will vor dir eine ganze Reihe von Namen vertreiben. Hüte dich, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommen wirst, einen Bund zu schließen, damit sie nicht zur Falle werden in deiner Mitte. Vielmehr sollt ihr ihre Altäre niederreißen, ihre Gedenksteine zertrümmern und ihre Ascherim ausrotten.
Ascherim müsst ihr euch vorstellen, sind so Pfähle, so Anbetungspfähle, wie so ein Totempfahl etwa. Warum sollen die das machen? Vers 14: Denn du darfst dich vor keinem anderen Gott anbetend niederwerfen, denn der Herr, dessen Name, und jetzt kommt es, eifersüchtig ist, ist ein eifersüchtiger Gott.
Herrlich, oder? Also fragst du Gott: Sag mal, wie heißt denn du? Eifersüchtig. Okay, das ist mal eine Ansage. Dein Name ist eifersüchtig. Und es ist klar: Wenn Gott sich so vorstellt, dann ist Eifersucht tatsächlich ein göttlicher Wesenszug. Gott ist eifersüchtig auf Götzen, auf fremde Götter, und er will sein Volk mit allen Mitteln vor diesem Götzendienst beschützen.
Jetzt will ich nicht sagen, dass dieses Thema, also Gott als eifersüchtiger Gott, überall in der Bibel sofort zu finden ist. Also wenn du jetzt sagst: Oh, das ist mir jetzt eigentlich neu, habe ich jetzt gar nicht so gesehen, ist okay. Es ist jetzt nicht so omnipräsent. Du schlägst nicht irgendein biblisches Buch auf und da findest du: Gott ist eifersüchtig. Aber es ist auch nicht so weit weg, dass man sagen könnte, es taucht nirgendwo auf.
Das fängt an in den Zehn Geboten, dass Gott sich vorstellt. Und ich lese euch einfach nochmal ein paar Verse vor: 2. Mose 20, ab Vers 1:
Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt hat. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel und was unten auf der Erde ist oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.
Wieder diese Idee: Gott bringt in den Zehn Geboten am Anfang ganz klar diesen Auftrag, keiner anderen Götter. Begründung: Ich bin eifersüchtig.
Und dann, nachdem eine Generation der Israeliten wegen ihres Unglaubens und ihrer Rebellion in der Wüste gestorben war, warnt Gott in 5. Mose 4 die erwachsen gewordenen Kinder dieser ersten Generation, deren Aufgabe es war, ins verheißene Land einzuziehen. 5. Mose 4, Vers 23 und 24. Und das taucht dann in 5. Mose an anderen Stellen noch mal auf. Er sagt: Hütet euch, 5. Mose 4,23: Hütet euch, dass ihr ja nicht den Bund des Herrn, eures Gottes, vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und euch ein Götterbild macht in der Gestalt von irgendetwas, das der Herr, dein Gott, dir verboten hat. Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott.
Und springen wir in unserem Alten Testament mal ans Ende, dann finden wir in dem kleinen Propheten Nahum eine letzte Stelle, die ich euch zeigen möchte. Da heißt es in Nahum, müsst ihr nicht aufschlagen, ich lese euch einfach vor: Nahum 1, Vers 2:
Ein eifersüchtiger und rächender Gott ist der Herr.
Wie gesagt, dass Gott eifersüchtig ist, vielleicht nicht überall in der Bibel gleich zu sehen, aber doch so häufig, dass man nicht sagen kann: Na ja, gar nicht so mitgekriegt. Gott ist ein eifersüchtiger Gott.
Der Gott, mit dem wir es in der Bibel zu tun haben, der will nicht nur geliebt werden, sondern er liebt. Und Gott liebt nicht halbherzig, irgendwie distanziert, sondern Gott liebt radikal, er liebt verzehrend. Und jetzt verstehen wir vielleicht auch, warum das Hohelied, im Alten Testament dieses Liebeslied, das die Ehe und die Gemeinschaft zwischen Salomo und Sulamit beschreibt, jetzt verstehen wir vielleicht, warum dieses Lied so von Erregung, von Sinnlichkeit, von Intimität überquillt. Man kann das ja gar nicht lesen, ohne dass man irgendwann sagt: Mann, das wird jetzt kitschig. Ja, ich habe dich lieb, ich habe dich lieber und noch mehr lieber und deine Küsse und deine Schenkel und was nicht alles. Da denkt man: Hüh, ja, aber das ist irgendwie logisch.
Wenn Gott am Beispiel der Ehe zeigen will, wie sehr er seine Braut, das Volk Gottes, also die Gemeinde, liebt, dann kann nur eine von Begeisterung und von tiefster Zweisamkeit geprägte Ehe Gottes Liebe auf angemessene Weise darstellen. Ich möchte es mal so sagen: Eine Ehe, die leidenschaftliches Verlangen gegen Routine eintauscht, die sich mit zweitklassigem Sex und mit phantasielosen Gesprächen zufrieden gibt, ist nicht deshalb falsch, weil sie langweilig ist, sondern sie ist falsch, weil sie Gott auf eine falsche Weise offenbart.
Gott ist ein leidenschaftlicher, ein eifersüchtiger Gott, und nur eine leidenschaftliche Ehe, voll von Schwärmerei und Hingabe und letztlich auch Eifersucht, wo das nötig ist, kann ihn richtig widerspiegeln.

Die Hoffnung auf vollkommene Gemeinschaft

Ich glaube, wenn wir darüber nachdenken, wie sehr Gott sich danach sehnt, mit uns diese Zweisamkeit zu genießen, dann müssen wir an einer anderen Stelle in der Bibel nachsehen, und zwar ganz am Ende, in Offenbarung 2.
Ich bin jetzt ein bisschen müde. Ich kann das, was da wirklich auf uns zukommt, nur von Ferne betrachten. Das wird noch viel spannender. Aber ein Beispiel finden wir in Offenbarung 2,17. Dort heißt es: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben.
Und jetzt kommt etwas ganz Merkwürdiges, über das man ein wenig nachdenken muss: Und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf den Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt als nur der, der ihn empfängt.
Gott wird, wenn du in der Ewigkeit ankommst, ja, es wird eine Zeit geben, da werden wir Gott begegnen. Gemeinhin sagt man, das wird dann im Himmel sein. Biblisch gesehen ist es ein neuer Himmel und eine neue Erde. Also wo genau das ist, weiß ich nicht. Aber es wird eine Zeit sein ohne Tränen, ohne Sünde, ohne Krankheit, ohne Enttäuschung, ohne Tod. Eine Zeit, in der wir Gott ganz nahe sind, in der Gott mitten unter uns wohnt.
Und dann wird Gott dich mit einem Namen ansprechen, mit einem Namen, den niemand anders kennt als nur Gott selbst. Und wenn du ihn hörst, dann wirst du merken: Es ist der Name, der auf perfekte Weise zu dir passt. Es ist der Name, der auf perfekte Weise zum Ausdruck bringt, dass Gott mich kennt, dass Gott mir in die Seele schaut und mir sagen kann, wer ich wirklich bin. Und er bringt das auf den Punkt.
Für mich steckt darin die Verheißung, dass wir in der Ewigkeit ein Niveau von Intimität mit Gott erfahren werden, das alles, was wir jetzt auf der Erde an Intimität erfahren haben, völlig in den Schatten stellt.
Liest man weiter in der Offenbarung, kommt man in Offenbarung 19 zu einem Ereignis, das das sogenannte Hochzeitsmahl des Lammes ist. Das Lamm ist Jesus. Und das Hochzeitsmahl greift zurück auf die im Alten Orient verbreitete Art, eine Ehe zu schließen.
Die Ehe war nämlich so aufgebaut: Wie hat man eine Ehe geschlossen? Dreigeteilt. Da gab es einmal die rechtliche Einigung. Wir würden heute vielleicht sagen: Standesamt. Das Ganze hieß Verlobung. Da haben die beiden noch nicht beieinander gewohnt, sie haben einfach nur schon mal die Papiere ausgefüllt. Danach dauerte es noch ein bisschen, dann fing der Mann an, ein neues Haus zu bauen und so weiter. Also vielleicht ein Jahr später. Da waren sie schon ein Jahr verheiratet, aber noch nichts weiter gelaufen. Dann gab es, was die Bibel Heimholung nennt, und die Hochzeitsfeier.
Also: Der Mann zieht los, und alle seine Freunde mit ihm. Dazu gibt es einige Geschichten in der Bibel. Er holt die Frau ab und bringt sie mit nach Hause. Das wird hier in Offenbarung 19 beschrieben. Das Hochzeitsmahl bedeutet: Wir sind heute schon mit dem Herrn Jesus als Braut verlobt, wir gehören schon zu ihm. Aber es wird einen Moment geben, in dem er uns feierlich an sein Herz zieht. Und dieses Ziel, das Gott mit uns feiern will, ist, dass er seine unvergleichliche Liebe zu uns auf eine ganz einmalige Weise ausleben will, dass er uns hineinführen möchte in ungeteilte, in großartige, in ewige Gemeinschaft mit ihm. Das wartet auf uns, darauf leben wir hin.
Und wenn man sich fragt: Ja, warum werden wir denn im Himmel nicht mehr verheiratet sein? Das steht in Matthäus 22,30. Es ist manchmal so eine Frage: Ist das nicht irgendwie total traurig? Ich bin ja so lieb mit meiner Frau zusammen. Und gerade junge Ehepaare auch: Nicht mehr verheiratet? Jetzt haben wir gerade erst angefangen, das ist so nett und so.
Der Grund, warum wir im Himmel weder heiraten noch verheiratet sein werden, ist, dass Gott uns etwas geben wird, das so großartig ist, dass die beste Ehe in dieser Welt im Vergleich dazu zu einer unbedeutenden Randnotiz der Geschichte verblasst. Zu etwas, das gut war, aber nicht mehr gebraucht wird.
Vielleicht um ein Beispiel zu bringen: wie die Cowboy- und Indianerfiguren, die ich 1978 zu Weihnachten bekommen habe. In dem Moment grandios! Ja, aber irgendwie nur noch ein peinlicher Fakt, den man hervorkramt, um sie als Illustration in der Predigt zu verwenden. Die Begeisterung ist vorbei. Damals war es gut, es hat mir Spaß gemacht, ich habe Stunden damit gespielt. Ja, aber es ist halt auch vorbei. Ich habe sie nicht mehr, oder ich wüsste nicht, wo sie sein sollten. Versteht ihr? Es war gut für einen Moment. Aber es war nicht das Eigentliche.
Diese Cowboy- und Indianerfiguren, die mein Herz betört haben, sind nichts im Vergleich zu dem, wie meine Frau mein Herz betört. Und meine Frau wird nichts sein im Vergleich zu der Art und Weise, wie Gott mein Herz in der Ewigkeit betören wird.
Ihr merkt: Man kann sich das kaum vorstellen, weil wir jetzt in eine ganz andere Dimension von Leben eintreten. Wir treten in eine Dimension von Leben ein, in der ein neuer Himmel und eine neue Erde, auf der Gerechtigkeit wohnt, die Normalität sind. Wo wir einen Auferstehungsleib haben, in dem es keinen sündigen Impuls mehr gibt. Wo wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Wo unser Charakter rein ist, unsere ganzen menschlichen Potenziale zur völligen Entfaltung kommen und wir quasi sagen: Gott, was machen wir denn jetzt für den Rest der Ewigkeit?
Und Gott sagt: Ja, fang an, worauf hast du Lust?
Und man lebt mit Gott in Ewigkeit, wo wir mit Freunden zusammen sind, die wir hier auf der Erde getroffen haben. Das eine oder andere muss man noch klären, ja, und dann ein paar Gespräche führen am Anfang vielleicht, ja, und dann ist das auch vorbei, und dann geht es los.
Gott möchte uns in eine ganz exklusive Beziehung hineinführen.

Neid, Gottes Anspruch und der Schlussgedanke

Und ich hatte letztes Mal noch etwas zum Thema Neid gesagt. Neid entsteht dort, wo ich etwas haben will, was ein anderer hat. Man könnte es auch anders formulieren, und das möchte ich jetzt tun: Jetzt, wo ihr versteht, was Gott vorhat, wird klarer, was Asaph wollte.
Neid entsteht, wenn ich in Gott nicht genug habe. Neid entsteht, wenn ich der Liebe Gottes misstraue. Neid entsteht, wenn ich zum Glücklichsein mehr brauche.
Als Gott dein Vers war toll, Kaspar, den du eingangs vorgelehnt. Was willst du mir geben? Blöder Vers, oder? Gott hatte sich selbst gegeben. Was willst du denn mehr als Gott?
Und Asaph hat das glücklicherweise verstanden. Ich will euch das vom letzten Mal einfach noch einmal vorlesen: Psalm 73,25. Da stellt er diese Frage: Wen habe ich im Himmel? Und in seinem Inneren beantwortet er sich diese Frage: Ich habe Gott im Himmel. Ja, wen habe ich im Himmel? Und außer dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde.
Das ist Asaph, wenn er wieder klar denken kann. Frage: Wie kann Asaph so weltvergessen sein? Warum dreht sich bei ihm alles um Gott? Antwort, jetzt am Ende dieser Predigt: Weil Gott ein eifersüchtiger Gott ist. Deshalb: Was Gott in deinem Leben möchte, ist, dass er dein Ein und Alles sein darf. Und er wird eifersüchtig darüber wachen, dass du nicht fremdgehst.
Gott will nicht dein halbes Herz, sondern Gott möchte dich ganz. Er will nicht erleben, wie du mit Dingen wie Reichtum, Ehre beim Menschen, fernöstlicher Mystik oder vielleicht auch einfach nur Faulheit flirtest. Er will dich ganz.
Gott hängt, und das dürfen wir einfach nie vergessen, Gott hängt mit der ganzen Leidenschaft des Kreuzes an dir. Ist dir das klar? Gott hängt mit der ganzen Leidenschaft des Kreuzes an dir. Vergiss das einfach nicht.
Und deswegen ist es so wichtig, dass wir ihn zur Nummer eins in unserem Leben machen, dass wir dazu leben, ihm zu gefallen, dass wir dazu leben, ihn zu lieben, dass wir dazu leben, ein Zeuge seiner Liebe zu sein. Dass wir uns am Ende eines Tages durchaus die Frage stellen, ob dieser Tag, und jetzt zitiere ich einen alten Bruder, aus dessen Mund ich das gehört habe, am Ende eines sehr harten Tages. Da war er 75, und wir waren in Albanien unterwegs, und er hat von morgens bis abends gepredigt und Seelsorge gemacht. Dann fällt er abends ins Bett und stellt mir diese Frage, und ich denke mir: Es ist nicht wahr, dass du diese Frage stellst.
Er sagt: Jürgen, war dieser Tag des Messias wert? Boah, war dieser Tag, den du heute gelebt hast, des Messias wert? Hast du ihn so gelebt, dass Gott am Ende sagen kann: War ein guter Tag, den wir da zusammen gemacht haben?
Und deswegen rate ich dir: Beurteile die Liebe Gottes zu dir nie danach, ob er dir deine persönliche Wunschliste erfüllt. Das wird er nämlich oft nicht tun. Manchmal tut er es einfach nur deshalb nicht, weil diese Welt defizitär ist, verloren ist, nicht fair ist, sündig ist. Manchmal tut er es nicht, weil er dich prüfen möchte, weil er sehen will, was dein Glaube wert ist. Manchmal gibt er dir nicht, was du haben möchtest, weil er deinen Charakter entfalten will. Du lernst nämlich ausharren nur in solchen Situationen, in denen du mal etwas nicht hast. Manchmal kriegst du vielleicht Dinge nicht, weil du nicht genug gebetet hast. Und manchmal einfach nur deshalb, weil dein Wunsch Blödsinn ist und Gott sagt: Nee, da mache ich nicht mit. Und manchmal vielleicht, weil er dir etwas Besseres geben will.
Ich weiß nicht, warum du an manchen Punkten nicht bekommst, was du gerne hättest. Aber eines kann ich dir sagen: Wenn du anfängst, Gottes Liebe danach zu beurteilen, ob er dir deine persönliche Wunschliste erfüllt, das ist Quark, das ist einfach nur Quark.
Wir haben einen Vater im Himmel, und er weiß genau, was wir brauchen und wann wir es brauchen. Und ein himmlischer Vater weiß nicht nur, was wir brauchen, sondern er weiß auch, was er haben will. Und es ist für uns viel interessanter zu verstehen, was er haben will. Und Gott möchte unsere bedingungslose Liebe.
Er wird alles tun, was nötig ist, damit du in seiner ewigen Gemeinschaft, in diesem Hochzeitsmahl des Lammes, ankommst. Er wird eifersüchtig darüber wachen, dass du nie fremdgehst.
Und jetzt kommt es, und bitte pack das jetzt an den Schluss von diesem Thema Neid: In dem Moment, in dem du neidisch wirst, fängst du an, fremdzugehen. Wenn du sagst, ich werde neidisch, dann willst du etwas anderes mehr haben oder haben neben Gott. Das heißt in der Bibel ganz klar: Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon.
Der Neid sagt: Ich will haben, und zwar etwas anderes als Gott. Gott allein ist nicht genug, das ist das, was der Neid sagt. Gott allein ist mir nicht genug. Und Gott sagt: Ich teile dich mit niemandem. Ich bin für dich am Kreuz gestorben, ich habe dir meine Liebe bewiesen, du hast dich durch den Glauben an mich gebunden. Deine Dummheit und dein Unglaube werden mich nicht aufhalten. Ich werde in deinem Leben zu Ende bringen, was ich angefangen habe. Und deshalb reize mich nicht durch fremde Götter, reize mich nicht durch Ichsucht und Habgier, reize mich nicht durch Wankelmütigkeit und faule Kompromisse. Lass das. Ich hasse es, denn ich bin ein eifersüchtiger Gott. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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