
Johannes 12,31-3415.10.2026
Serie•Teil 9 / 9Vom Sterben des Menschensohnes
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 753
Vom Sterben des Menschensohnes, Teil 9
Die Frage der Menge und der erste Deutungsschritt
Kommen wir zurück zu der Volksmenge, die ein Problem mit dem hat, was Jesus sagt. Johannes 12,34: Die Volksmenge antwortete ihm nun: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt. Und wie sagst du, dass der Sohn des Menschen erhöht werden müsse? Wer ist dieser Sohn des Menschen?
Jesus nennt sich selbst den Sohn des Menschen. Wenn wir dieser Formulierung auf den Grund gehen, dann merken wir schnell, dass sie für Jesus ein Synonym für Messias ist. Die Formulierung ist ungewöhnlich, aber in ihrer Zuordnung eindeutig. Hier zwei Beispiele:
Markus 14,61-62: Er aber schwieg und antwortete nichts. Wieder fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin es, und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.
Man sieht hier ganz schön, wie der Hohepriester fragt: „Bist du der Christus?“, und Jesus antwortet: „Ich bin es, ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen.“ Das meine ich mit Synonymen: Die beiden Begriffe sind austauschbar.
Oder Johannes 9, die Sache mit dem Blindgeborenen. Dort antworten die Eltern des Blindgeborenen ausweichend, weil völlig klar war, dass jeder, der Jesus als Christus bekennen würde, aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. Es geht also die ganze Zeit um die Frage, ob Jesus der Christus ist. Wir kennen die Geschichte. Der Blindgeborene selbst wird befragt, stellt sich auf die Seite Jesu und wird, weil er sich nicht darauf einlässt, Jesus zu diskreditieren, aus der Synagoge ausgeschlossen.
Und dann lesen wir Johannes 9,35: Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten, und als er ihn fand, sprach er: Glaubst du an den Sohn des Menschen?
Auch hier ist das Bekenntnis zum Christus identisch mit dem Glauben an den Sohn des Menschen. Die Leute aus Johannes 12 haben also völlig recht, wenn sie denselben Bezug herstellen. Noch einmal Johannes 12,34: Die Volksmenge antwortete ihm nun: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt. Und wie sagst du, dass der Sohn des Menschen erhöht werden müsse? Wer ist dieser Sohn des Menschen?
Aus dem, was seine Zuhörer schon von Jesus wussten, mussten sie völlig zu Recht davon ausgehen, dass die Begriffe Christus und Sohn des Menschen austauschbar sind und Synonyme darstellen. Damit entstand aber ein Problem.
Das unvollständige Messiasbild und die notwendige Korrektur
Vom Christus wussten sie aus dem Alten Testament, dass er in Ewigkeit bleibt. Wie kann Jesus dann über dieselbe Figur sagen, dass sie demnächst sterben wird? Das schließt sich ja irgendwie aus: Entweder bleibt jemand in Ewigkeit, oder er wird erhöht, also am Kreuz hingerichtet.
Ihre Frage ist also nachvollziehbar. Wer ist dieser Sohn des Menschen? Wie lautet die richtige Antwort?
Na ja, die lautet so: Der Sohn des Menschen ist der Messias. Wir müssen diese Formulierung nicht neu füllen. Was die Zuhörer ändern müssen, ist ihre Vorstellung vom Messias. Sie haben ein unvollständiges Messiasbild. Sie können die Herrschaft des Messias nicht mit seinem Leiden, seinem Tod und seiner Erhöhung am Kreuz verbinden.
Ihr Problem ist nicht die Bindung an die Schrift. Es ist gut und richtig, dass wir unser Denken über den Messias aus der Bibel ableiten. Ihr Problem ist, dass sie nicht alles, was die Schrift über den Messias sagt, auf ihn beziehen. Sie sehen die Herrlichkeit, aber nicht den Weg des Leidens.
Wie normal das ist, haben wir schon bei Petrus gesehen, der in Matthäus 16 souverän bekennt: Du bist der Christus. Nur um dann wenig später Jesus dafür zu tadeln, dass er es wagt, von seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferweckung zu sprechen. Übrigens auch so eine Stelle, wo es um den Christus geht, Jesus sich dann aber wenig später als Sohn des Menschen bezeichnet.
Noch einmal: Mit Sohn des Menschen meint Jesus sich als Messias. Diese Gleichsetzung bleibt. Neu ist die Verbindung aus ewiger Herrschaft und einem vorausgehenden Leiden.
Bleibt die Frage: Wo findet sich diese Idee im Alten Testament? Ein paar Beispiele.
Zeugnisse aus den Schriften und die Linie der Rettung
Fangen wir mit Psalm 22 an. Der Gerechte wird verspottet, misshandelt, man durchbohrt ihm Hände und Füße, teilt seine Kleider unter sich. Aber am Ende heißt es in Psalm 22, Verse 28 bis 29: Es werden daran denken und zum Herrn umkehren alle Enden der Erde, und vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen, denn dem Herrn gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen.
Oder Jesaja 52 und 53. Der Gottesknecht hat die Verheißung, erhoben, erhöht und sehr hoch sein zu werden. Aber der Weg dahin ist von Verachtung, Einsamkeit, Leid, Schmerzen, Misshandlung und Tod geprägt. Sein Leiden ist gerade nicht Ausdruck seines Scheiterns, sondern sein Weg zum Sieg. Und der hört sich dann so an, Jesaja 53, Verse 10 bis 12: Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Licht sehen, er wird sich sättigen. Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen.
Oder Psalm 118: Jesus ist der Eckstein, der erst verworfen werden muss, bevor die Gerechten den Tag feiern, den der Herr gemacht hat. Oder Sacharja 12, wo Jerusalem auf den Durchbohrten blickt und trauert, nur um dann davon zu hören, dass Gott für das Haus David und die Bewohner von Jerusalem eine Quelle gegen Sünde und gegen Befleckung öffnet.
Aber es sind nicht nur solche Bibelstellen, die Herrschaft beziehungsweise Rettung durch den Messias mit Leiden verbinden. Es gibt auch interessante Analogien zu alttestamentlichen Retterbiografien. Josef, der von seinen Brüdern verworfen und verkauft wird, um zum Retter vieler Menschen aufzusteigen. David, der gesalbte König, der vor der Thronbesteigung von seinem Vorgänger verfolgt wird. Oder Mose, der Befreier Israels, der als Retter zunächst ebenfalls nicht ernst genommen wird und nach Midian flieht, bevor er zurückkommt, um das Volk im Auftrag Gottes zu befreien.
Es ist im Alten Testament also durchaus normal, dass Retterbiografien ein Element des Leids, der Verwerfung oder Verfolgung enthalten.
Schlussgedanke und praktische Anwendung
Kommen wir zum Schluss. Johannes 12,34 zeigt, wie man biblische Wahrheit richtig zitieren und trotzdem falsch verstehen kann, wenn man nicht alle relevanten Bibelstellen zur Auslegung heranzieht.
Die richtige Antwort auf die Frage, wer dieser Sohn des Menschen ist, lautet also: Es ist der Messias, der seine ewige Herrschaft durch den Weg ans Kreuz aufrichtet.
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie es um dein Bibelwissen steht. Reicht es dir vielleicht auch, die Bibel nur in Auszügen zu kennen?
Das war's für heute.
Ein Tipp fürs Leben:
Beginne die Woche damit, dass du dir aufschreibst, womit Gott dich in der vergangenen Woche gesegnet hat.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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