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Wolken

Wolken, Wolkensäule und Feuersäule. Die Wolken, die man nicht zählen kann (Hi. 38,37), sind nach einem schönen Dichterwort des Psalmisten Gottes Wagen, auf dem er einherfährt, Ps. 104,3; Christus, der in eine Wolken gehüllt, den Seinen entschwand, Apg. 1,9, wird einst auf den Wolken des Himmels wiederkommen, Mt. 26,64; Offb. 1,7.
Im A. T. erscheint die Herrlichkeit des Herrn, dessen unverhüllten Anblick der Mensch nicht ertragen könnte (2 Mo. 33,20), häufig in einer Wolke, 2 Mo. 16,10; 19,9; 34,5; 4 Mo. 11,25 usw. Diese Wolken lagerte sich nach der mosaischen Erzählung über der Stiftshütte, diese verhüllend und erfüllend, als Zeichen der göttl. Gegenwart, und zwar war das Ruhen und Bleiben der Wolken zugleich der Befehl zum Bleiben an einem Ort der Wanderung, während, wenn die Wolken sich erhob, dies das Signal zum Aufbruch und Weiterziehen war, 2 Mo. 40,34 ff.; 4 Mo. 9,15 ff. An Stelle der Wolken trat bei Nacht ein feuriger Lichtglanz. Diese Zeichen der Gnadennähe Gottes verheißt Jes. 4,5 auch für die messian. Heilszeit.
In den jüngeren Bestandteilen der mosaischen Schriften (vgl. d, Art. Moses Bücher) wird berichtet, daß die Wolken- u. Feuersäule schon vor dem Bau der Stiftshütte, auf dem Zug aus Ägypten das Volk begleitet habe, 2 Mo. 13,21 f. Der Herr, oder nach 14,19 der Engel Gottes, zog vor ihnen her bei Tag in einer Wolken- säule, bei Nacht in einer Feuersäule, also den Zug eröffnend und ihm den rechten Weg weisend, aber auch 2 Mo. 14,19. 24 gleichsam den Rückzug deckend und die nachdrängenden Feinde schreckend.— Bildlich stehen dunkle Wolken Zeph. 1,15; Hes. 30,18 für Trübsalsdunkel. Jes. 60,8; Jer. 4,13 die eilenden Wolken als Bild der Schnelligkeit; Jes. 44,22 für rasches Verschwinden. Wolken ohne Regen sind Bild dessen, der viel verspricht und nichts hält, Spr. 25,14, auch des täuschenden Irrlehrers, 2 Petr. 2,17; Judä 12, während Gott aus den Wolken regnen läßt Gerechtigkeit, Jes. 45,8.
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