Wiederbringenung
Wiederbringen, -ung.
1) Im Alten Testament öfters das Verlorene, das Verwahrloste wiederherstellen, die Verirrten im äußeren und inneren Sinn wieder zurückführen, bes. das zerstreute Volk Israel wieder in sein Land bringen, 1 Kö. 8,34; Jes. 49,6; Jer. 16,15; 42,12; Hes. 37,21; 34,16; Ps. 126,4. Zurückgeführt wird dieses Wiederbringen, Wiederbringenung meist auf Gott selbst, Jes. 49,6, auf den Knecht Gottes, wie denn später die Wiederherstellung Israels als Aufgabe des Messias betrachtet wurde. —
2) Im Neuen Testament finden wir dafür im Munde des Herrn selbst, Mt. 19,28, das Wort Neuwerdung (palingenesia), näml. der ganzen Welt (s. Art. Wiedergebären). Mt. 17,11 bezieht sich der Herr auf die Hoffnungen der Juden, daß Elia wiederkommen u. alles wieder „zurechtbringen“ werde; Apg. 1,6 wissen die Jünger, daß dieses Wiederaufrichten des Reiches Israel dem Herrn zukomme, den sie darüber fragen, und Apg. 3,21 verkündet Petrus die bevorstehende „Wiederzurechtbringung“ oder „Instandsetzung“ (apokatastasis) von allem, was je die Propheten geweissagt haben durch den Herrn, der den Himmel eingenommen hat. Im Sinn Jesu ist mit dem allem die geistige Aufrichtung seines Reichs unter allen Völkern hienieden, der erst in Zukunft auch die äußere Welterneuerung, Weltwiedergeburt folgt, gemeint. Die Jünger aber verstanden es damals noch äußerlich und partikularistisch. —
3) An diese Hoffnung einer einstigen Welterneuerung hat sich bes. unter Beziehung auf Röm. 8,18 ff. (aber hier ist nur von der Kreatur die Rede), Eph. 1,10. 11; 1 Kor. 15,24 ff. eine Lehransicht geknüpft, daß auch die Verdammten samt dem Teufel einst noch dieser neuen seligen Welt einverleibt werden sollen und müssen. Diese Ansicht hat freilich andere Stellen der Schrift gegen sich, zum Beispiel Mt. 12,32; 25,41. 46; Mk. 14,21; Joh. 3,36; 2 Th. 1,9.