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Wandel

Wandel, wandeln.
1) = gehen, schreiten. Von da aus im bildl. Sinn vom Gang durchs Leben, von der sittlichen Haltung, Ps. 56,14; 116,9; 119,45; Jes. 40,31; 9,1 (im Dunkel des göttl. Gerichts dahingehen); Jer. 10,23 (von Gottes Leitung hängt der äußere Lebensgang ab); 2 Kor. 5,7 (im Glaubenselement bewegt sich unser irdisches Leben). Ähnlich: Wandeln Gottes als Bezeichnung der unsichtbaren Begleitung, die er seinem Volke auf Erden in Gnade und Gericht zu teil werden läßt, 3 Mo. 26,12; 5 Mo. 23,15; 31,6; 2 Kor. 6,16, von Christo: Offb. 2,1. —
2) Besondere Bedeutungen a.
verwandeln, Ps. 78,44; Jer. 13,23; Am. 6,12 (aus dem, was an sich gut ist, durch Missbrauch etwas Verderbliches machen); Gal. 4,20; Hbr. 1,12. b. Phi. 3,20 ist Wandel, wandeln = Bürgerrecht, Vaterland (vgl. Eph. 2,19). —
3) Am häufigsten von der sittl.-religiösen Lebensführung des Menschen. Von bösem, eitlem, vorigem Wandel, wandeln nach eigenem Dünken, auf eigenen Wegen, nach väterl. Weise (Üb erlieferung), zur Bezeichnung eines von Gott abgekehrten selbstischen Lebens, 5 Mo. 29,18; Ps. 131,1; Jer. 26,3; 44,22; Wsh. 11,15; Apg. 14,16; Eph. 4,22; 1 Pe. 1,18. Zur Besserung des Wandel, wandeln, zum Heiligsein im Wandel, wandeln, zur Führung des Wandel, wandeln in Furcht wird aufgefordert Jer. 26,13; 35,15; 1 Pe. 1,15. 17, ebenso von gutem, reinem, heil. Wandel, wandeln ohne Geiz, Wsh. 14,24; Tob. 14,17; 1 Pe. 2,12; Hbr. 13,5. 18; Jak. 3,13. Häufig steht: richtig, unschuldig, treulich, weislich, vorsichtiglich, ehrbarlich w., wie sich’s gebühret, wie die Lichteskinder, 2 Kö. 20,3; Ps. 26,11; Jes. 57,2; Joh. 12,35 (nützet das Licht, das ihr jetzt noch habt, zum Lichteswandel), Eph. 4,1; 5,9. 15; Kol. 1,10; 4,5; 1 Th. 4,12. Ebenso: w. in Eitelkeit, in Sünden, Lastern, in der dieses alles in sich fassenden Finsternis, 1 Kö. 15,3; 16,31; Hi. 31,5; Joh. 8,12; 12,35; Eph. 2,3; 4,17; Tit. 3,3; 1 Pe. 4,3; 1 Joh. 1,6; 2,11; im Rate anderer, in Gottes Gesetz, im Licht, im Geist: 2 Mo. 16,4; Ps. 1,1 u. oft. Ferner: w. „nach“ etwas, um die sittliche Richtschnur auszudrücken, nach der man sich im Leben hält, 1 Kö. 3,3; Röm. 8,1. 4 u. oft. Ähnlich: vor Gott w. = im steten Andenken an ihn, 1 Mo. 17,1; 48,15. Selbst im ewigen Leben gibt es noch ein Wandeln, Offb. 3,4; 21,24.
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