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Waffen

Das Alte Testament kennt eine doppelte Art der Bewaffnung, die leichte mit Schild und Bogen oder Schleuder, und die schwere mit Schwert, Spieß und größerem Schild, 2 Chr. 14,7. Damit war wohl — namentlich in früherer Zeit — die regelmäßige Ausrüstung des gemeinen Kriegers erschöpft. Erst in späterer Zeit bilden auch Helm und Panzer Stücke der regelmässigen Bewaffnung, 2 Chr. 26,14.
I. Schutzwaffen.
1) Der Schild. Der hebr. Text unterscheidet durch verschiedenen Ausdruck zwei Arten desselben, den großen und den kleinen, 1 Kö. 10,16 f.; Luthers „Tartsche“ dient nur der Abwechslung im Ausdruck und bezeichnet bald den einen, bald den andern, Jer. 46,3, vergl. mit 1 Kö. 10,16 f. Er war gewöhnlich aus Holz, Hes. 39,9 f., und mit Leder überzogen, seltener aus Erz, 1 Kö. 14,27, noch seltener vergoldet, 1 Kö. 10,16 f.; 14,26; 2 Sa. 8,7. Der Krieger hielt ihn in der linken Hand, vgl. 2 Kor. 6,7. Seine Form war wenigstens in späterer Zeit länglich rund.
2) Der Helm aus Erz, 1 Sa. 17,5. 38; 1 Makk. 6,35, erscheint Außer 2 Chr. 26,14 meist als Waffenstück fremder Krieger (), Jer. 46,4; Hes. 23,24; 27,10; 38,5. 3) Der Panzer (Luth. Wsh. 5,19; Eph. 6,14; 1 Th. 5,8: „Krebs“, sonst Panzer oder Harnisch), war teils von Leder und mit schuppenartigen Metallplatten besetzt, 1 Sa. 17,5. 38, teils von Eisendraht, 1 Makk. 6,35, und scheint nur die Brust bedeckt zu haben, so daß Ahab durch einen zwischen Panzer und Wehrgehänge eindringenden Pfeil verwundet werden konnte, 1 Kö. 22,34. 4) Eherne Beinschienen werden nur 1 Sa. 17,6 erwähnt, sonst scheint der Krieger die gewöhnlichen Sandalen getragen zu haben, 1 Kö. 2,5; Jes. 5,27.
II. Trutzwaffen. 1) Das Schwert aus Eisen, 1 Sa. 13,19; Jes. 2,4; Mi. 4,3, oft zweischneidig, Ri. 3,16; Spr 5,4; Hbr. 4,12, wurde in einer Scheide, 1 Sa. 17,51; 2 Sa. 20,8; Jer. 47,6, an der linken Seite getragen; wenn Ehud es an der rechten trägt, so wird dies besonders erklärt Ri. 3,16. 21. 2) Die Lanze, Luther: Spieß, Speer, aus hölzernem Schaft (Luther auch: Stange), 1 Sa. 17,7; 2 Sa. 21,19, und eiserner Spitze, 1 Sa. 13,19; 17,7; Jes. 2,4, bestehend, findet sich als gewöhnliche Stoßwaffe sowohl in der Hand des Heerführers, 1 Sa. 21,9; 26,8; 1 Chr. 12,8. 24, wie in der des gemeinen Kriegers, 1 Sa. 13,19. 22. Kürzer und leichter ist der Wurfspiess, 1 Sa. 18,10 f.; Hi. 39,23 (ein solcher ist wohl auch 1 Sa. 17,6 gemeint, wo Luther Schild übersetzt), wenn gleich beide im einzelnen Fall schwer auseinanderzuhalten sind. 3) Der Bogen war gewöhnlich aus Erz, Ps. 18,35; Hi. 20,24, und daher schwer zu spannen, weshalb das hebr. Wort hiefür „treten“ bedeutet. Die Pfeile waren aus Rohr verfertigt, mit einer Spitze von Eisen oder Bein, zuweilen vergiftet, Hi. 6,4, oder brennend, Eph.6,16, und wurden im Köcher auf dem Rücken getragen, 1 Mo. 27,3; Hi. 39,23; Ps. 127,5. Als hervorragende Bogenschützen werden genannt die Benjaminiten 1 Chr. 8,40; 12,2; 2 Chr. 14,7, die Elamiter Jer. 49,35. 4) Die Schleuder, bestehend aus einem Stück Leder oder Zeug, an welchem Stricke befestigt waren, im Hirtenleben zur Abwehr der Raubtiere gebraucht, 1 Sa. 17,40, fand im Krieg ebenfalls als Waffe des leichten Fußvolks Verwendung, Ri. 20,16. 5) Die Keule ist vielleicht Hi. 41,21 erwähnt (Luth.: Hammer), die Streitaxt Jer. 46,22; Ps. 74,5, vielleicht auch Ps. 35,3, wo Luther das Wortmit „schützemich“ überseizt, der Streithammer Jer. 50,23; 51,20, auch Spr. 25,18 (Luth.: Spieß). Unter den Fauststangen Hes. 39,9 haben wir uns wohl metallbeschlagene Stäbe zu denken, während die „Stangen“ Mt. 26,47 usw. wohl einfach Stöcke, Prügel waren.
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