Vorhang
Vorhang. Ein Vorhang „von blauem und rotem Purpur u.Karmesin und gezwirntem Byssus“ (deWette), mit Cherubsbildern durchwirkt, verschloß in derStiftshütte den Eingang zum Allerheiltgsten, 2 Mo. 26,31; 36,35; 40,3; 3 Mo. 24,3. Nach 1 Kö. 6,31 kamen im salomon. Tempel zu diesem Vorhang noch (oder traten an seine Stelle?) Flügeltüren aus Ölbaumholz, vgl. 2 Chr. 3,14. Beim Sündopfer wurde das Opferblut gegen den Vorhang gesprengt, 3 Mo. 4,6; nur am großen Versöhnungstage betritt der Hohepriester den Raum hinter dem Vorhang, 3 Mo. 16,12 ff. Das Zerreißen des Vorhang, Mt. 27,51, bedeutet deshalb den ungehinderten Zugang zu Gott, der nun jedem eröffnet ist; das Hineingehen Christi „in das Inwendige des Vorhangs“, Hbr. 6,19, bezeichnet sein neutestamentl. Hohepriestertum, während Hbr. 10,20 zugleich das Fleisch Christi mit diesem Vorhang verglichen wird, sosern es erst im Tode abgelegt sein mußte, ehe er als Hohepriester Gott nahen konnte. Vgl. auch Stiftshütte, Tempel.