Zum Inhalt

Vierfürst

Vierfürst, griech. Tetrarch, hieß ursprünglich der Teilfürst eines zur Schwächung in vier Teile zerschlagenen Landes — so unter Philipp von Macedonien — später in der Diadochenzeit hießen so die Teilfürsten kleiner Gebiete überhaupt, wie solche namentlich im Gebiet des syrischen Reiches, in Syrien, Cölesyrien, im Libanon, in Phönizien und Palästina häufig waren. In diesem Sinne gaben auch die Römer den Titel an Duodezfürsten, für die der Königstitel zu hoch schien. Im Neuen Testament heißen so die zwei Söhne Herodes d. Gr., H. Antipas, der Tetrarch von Galiläa u. Peräa (Luk. 3,1. 19; 9,7; Mt. 14,1; Apg. 13,1), und Philippus, Tetrarch von Trachonitis, Batanäa und Auranitis (Luk. 3,1). In der letzteren Stelle wird noch ein Tetrarch Lysanias von Abilene genannt. Wenn im Neuen Testament dem Antipas auch der Königstitel beigelegt wird (Mt. 14,9; Mk. 6,14. 22. 25. 26. 27), so ist das eine ungenaue Ausdrucksweise, die um so häufiger wird gebraucht worden sein, da gerade Antipas so sehr „nach der viel höheren Würde“ eines Königs sich sehnte.
Zur Übersicht