Vergessen
Vergessen. Das Herz des Menschen ist vergeßlich für Gottes Wohltaten, 5 Mo. 6,12; 32,18; Ps. 78,7; 103,2; 106,13; Jes. 44,21; 51,13; Hos. 8,14, wie für seine Forderungen und Gebote, 5 Mo. 26,13; Ps. 119,93. 141; Spr. 31,5; Hos. 4,6, ja, nicht selten muß Gott seinem Volk vorhalten, daß es ihn ganz und gar v., Jer. 2,32; 13,25; Hos. 13,6, während es doch dem rechten Israeliten schon als ein Verbrechen erscheinen muß, Jerusalems je zu v., Ps. 137,5. Um so heller leuchtet solcher Untreue gegenüber Gottes Treue, der des Schreiens der Armen, Ps. 9,13. 19; 10,12; 112,6, nicht vergißt, ja sein Volk versichert, daß er treuer als eine Mutter seiner gedenken werde, Jes. 49,15. Er vergißt nicht einmal des geringen Sperlings, wieviel weniger eines zu seinem Reich berufenen Menschenkinds, Luk. 12,6. Wohl fürchtet der Elende in seiner Not, Gott habe seiner v., Ps. 13,2; 42,10; 44,25; 77,10; Jes. 49,14; Klgl. 5,20, und meint ihn mahnen zu müßen, Ps. 74,23, wogegen der Gottlose frech auf solches Vergessen rechnet, Ps. 10,11; aber in Wahrheit kommt weder das Gute, Hbr. 6,10, noch das Böse, Am. 8,7, was Menschen tun, Gott aus dem Gedächtnis. Dieselbe Klage über des Menschen Vergeßlichkeit wiederholt sich im Neuen Testament: er vergißt das Wort, das er gehört hat, Jak. 1,25, und den Zustand seines Herzens, den es ihm aufdeckt, Vergessen 24, den Trost, der ihn aufrichten kann in der Stunde der Not, Hbr. 12,5, die Aufgabe, sich zu reinigen von den vorigen Sünden, 2 Petr. 1,9. In einem Stück jedoch mahnt Paulus zu v., nämlich, was dahinten ist, sowohl das Böse, das ins Leben des Christen nicht mehr taugt, als das Gute, das schon erreicht ist, um desto mehr dem Ziel nahezukommen, Phi. 3,13 f.