Verdienen
Verdienen, Verdienst. Verdienen heißt durch sein Tun nach geltender Rechtsordnung die Anwartschaft auf eine entsprechende Behandlung haben, das Verdiente kann darum sowohl Lohn als Strafe sein. In diesem ganz allgemeinen Sinn steht das Wort Hi. 34,11; Ps. 62,13; Spr. 12,14. Meist wird jedoch als das von Menschen Verdiente eine Strafe bezeichnet, 5 Mo. 25,2; Hi. 34,11; Jes. 3,11; Hbr. 10,29. Gottes Gerechtigkeit, welche dem Gottlosen die verdiente Strafe gibt, mag so wohl je und je der Trost des unterdrückten Frommen sein, Ps. 28,4; 94,2: Jer. 50,29; Klgl. 3,64; Ob. 15; allein auch das auserwählte Volk muß bekennen, daß Strafe der verdiente Lohn seiner Missetaten ist, Jer. 6,19; 14,7. Und Paulus wird nicht müde zu betonen, daß Gottes rechtfertigende Gnade das gerade Gegenteil alles Verdienen, Verdienst sei, Röm. 3,24; 9,12; 11,6.
Der in der Glaubenslehre gebräuchliche Ausdruck „Verdienen, Verdienst Christi“ findet sich im Neuen Testament nicht; der Sache nach ist es auch zutreffender, von der Gnade (Röm. 5,15; 1 Kor. 16,23) oder dem Gehorsam Christi (Röm. 5,19) zu sprechen, da so der Zusammenhang von Christi Person und Werk besser gewahrt wird.