Zum Inhalt

Vaterland

Vaterland.
1) Das irdische Vaterland ist dem Volk des Alten Testaments die Stätte, an welche sich alle Segnungen u. Verheißungen Gottes knüpfen und wornach sich das verbannte Israel aus der Fremde unablässig zurücksehnt; sein Mittelpunkt ist Jerusalem u. Zion, Ps. 137. Auch im Neuen Testament bleibt das Vaterland bei Jesus die Außchließliche Stätte seiner Wirksamkeit, obwohl er eben da vielfach keine Aufnahme fand (Joh. 1,11: Mt. 13,57). Daraus, sowie aus Apostelworten wie 1 Kor. 7,20 f. 24; 12,13 ff. und aus dem ganzen Sinn und Geist des Christentums, welches die gottgeordneten Naturverhältnisse nicht löst, geht hervor, daß auch für den Christen der Anschluß aus Vaterland als die nächstliegende Stätte seiner Wirksamkeit sein Recht hat, daß ihm das Vaterland etwas gilt, daß der Patriotismus auch eine christliche Tugend ist.
Vgl. 1 Mo. 12,1 („gehe aus usw.“) und Mt. 10,37; 19,29. Wo die Liebe zum irdischen Vaterland oder eine dort gerade liegende versuchliche Anziehung in Widerspruch tritt mit der Liebe zum.
2) himmlischen Vaterland, da hat jene hinter diese zurückzutreten. Es kann auch heute noch die äußerliche Lostrennung von einer seelengefährlichen Heimat Pflicht sein, wie bei Abraham usw. Nur Hbr. 11,14 wird übrigens der Ausdruck „Vaterland“ im Gegensatz zum irdischen (Vers 13) direkt auf den Himmel der Christenhoffnung angewandt. Es ist dies aber im Sinn der ganzen h. Schrift, wenn Joh. 14,2 der Herr selbst von seines „Vaters Hause“ und dessen „Wohnungen“ drüben spricht, und schon durchs A. T. die Erkenntnis vorbereitet wird: wir sind hienieden nur Fremdlinge und Pilger, Ps. 39,13; 119,19, vgl. 1 Pe. 2,11; Hbr. 11,13.
Zur Übersicht