Untugend
Untugend setzt Luther im Alten Testament, wo der Parallelismus eine Abwechslung mit den sonstigen Bezeichnungen für Sünde erfordert; der Grundtext hat „Verkehrtheit“ (Jes. 13,11; 30,13; 57,17; 59,2. 3; Jer. 2,22), Ungerechtigkeit (1 Sa. 24,14), Nichtigkeit (Hi. 11,11), Abfall (Spr. 19,11).
Im Neuen Testament findet sich „Untugend“ Mt. 23,28; Hbr. 8,12; 1 Joh. 1,9 im Sinne von Ungerechtigkeit. Nach 1 Joh. 5,17 „alles Unrecht (Luther: Untugend) ist Sünde; aber es gibt Sünde nicht zum Tode“, stellt sich die Untugend als etwas unter den Begriff der Sünde Fallendes, doch von der Todsünde (Vers 16) zu Unterscheidendes dar (s. Sünde). Vgl. Tugend.