Überkleiden
Überkleiden 2 Kor. 5,2 u. 4. Obgleich der Tod für den Christen seinen Stachel, ein Gericht Gottes zu sein, verloren hat, 1 Kor. 15,55 u. 56 (vgl. Röm. 8,38), so bleibt doch ein natürl. Grauen vor der im Sterben sich vollziehenden Auflösung. Der Abbruch des irdischen Zelthauses, das Entkleidetwerden der Seele von dem irdischen Gewand des Leibes, übt selbst auf solche, welche von der gewöhnlichen Todesfurcht frei sind, einen Druck und preßt ihnen Seufzer aus, 2 Kor. 5,4. Sie wünschen daher, statt im Tode die irdische Leibeshülle ausziehen zu müßen, vielmehr durch Verwandlung (1 Kor. 15,51) der himmlischen Leiblichkeit teilhaftig zu werden, so daß das Sterbliche gleichsam mit dem Auferstehungsleib überkleidet würde. Dieser unmittelbare Übergang aus der irdischen in die himmlische Leiblichkeit findet bei denjenigen statt, welche bei der Wiederkunft Christi noch am Leben sind, 1 Kor. 15,52-54. Obwohl Paulus ein solches Verschlungenwerden des Sterblichen von dem Leben sehnlich wünscht, legt er doch beides, Entkleidet-oder Überkleidetwerden, getrost in seines Herrn Hand, und will einstweilen nur sich beeifern, ihm wohlzugefallen, 2 Kor. 5,9. P. Braun.