Übeltäter
Übel, Übeltat, Übeltäter.
1) Übel steht häufig = schlimm, böse, vom Menschen, der Übles tut, das heißt schlimme, böse Taten sich zu Schulden kommen läßt (1 Mo. 39,9; 5 Mo. 9,18; 1 Chr. 21,17; Spr. 4,16; Jer. 44,7; Mt. 27,23; Luk. 3,19; Joh. 5,29; Apg. 9,13; Röm. 3,8; 2 Kor. 13,7 usw.), oder „übel“, auf üble, das heißt auf nicht genügende, nicht gehörige, auf verfehlte oder gar boshafte Weise etwas tut, denkt oder redet (1 Chr. 7,23; Klgl. 1,3; Sir. 7,22; Mt. 27,4; 2 Kor. 8,20; Jak. 4,3 u. sonst).
Ebenso Übeltat: Dan. 6,5; 1 Pe. 3,17 und Übeltäter, welches Wort zum Teil geradezu = Verbrecher steht (Mt. 15,28; Luk. 23,33; 1 Pe. 4,15).
Oder steht ü. häufig, wenn es einem Menschen schlimm geht, so daß er ü. aussieht und traurig ist (1 Sa. 1,8; Neh. 2,2. 3; Ps. 31,12; Hi. 31,29; Jes. 15,4; 24,19; Jer. 5,12; 8,21), oder auch von einem Land, zum Beispiel Jes. 24,19. —
2) Vielsach tun die Menschen sich untereinander allerlei Übles und Übel, Übeltat, Übeltäter (vgl. mehrere der oben genannten Stellen); aber in letzter Beziehung gilt doch: „ich (der Herr) schaffe das Ü“, Jes. 45,7, oder: „das Übel, Übeltat, Übeltäter kommt von dem Herrn“, 2 Kö. 6,33. Krankheit, Leiden, Not und Trübsal aller Art, die über den Menschen kommen, sind vom Herrn gesendete Übel, Übeltat, Übeltäter, und zwar gilt hier im allgemeinen, daß sie als Strafe anzusehen sind für die Sünde von da an, da für die erste Sünde der Tod gedroht wurde, 1 Mo. 2,17; Röm. 5,12. Freilich gilt es dem einzelnen Fall gegenüber Vorsicht im Urteil, denn die Frage, wie weit die persönliche Schuld des einzelnen Menschen gehe und welchen Teil an seiner Versündigung die Verführung durch andere, die Schuld des ganzen Volks, die Sündhaftigkeit der ganzen Menschheit habe, ist im einzelnen Fall für menschliche Augen schwer entscheidbar. Dazu kommt, daß manches Übel, Übeltat, Übeltäter, wie Leiden und Krankheit, gar nicht als besondere Strafe von Gott gemeint ist, vielmehr zur Zucht, zur Läuterung und Bewährung (s. d. Art.), ja zur Verherrlichung Gottes einem Menschen zugesendet wird, vgl. Hiob.
— Wie aber Gott das Übel, Übeltat, Übeltäter schafft und schickt, so ist er es auch, der es wendet und abnimmt, wenn es seinen Zweck erreicht hat — so daß es sogar heißen kann, daß „es Gott gereuete des Übel, Übeltat, Übeltäter“, 2 Mo. 32,14; Jer. 26,19; Jon. 4,2 (vgl. Art. Treue); er ist’s, der vor dem Übel, Übeltat, Übeltäter behütet (Ps. 91,10; 121,7; Hi. 5,19; Spr. 19,23) und bewahrt (Joh. 17,15) und jedenfalls zur rechten Zeit daraus erlöst (1 Mo. 48,16; 2 Tim. 4,18), weshalb die Gläubigen getrost bitten dürfen: Erlöse uns von dem Übel, Übeltat, Übeltäter (Mt. 6,13; Luk. 11,4).
Die Zunge wird ein unruhiges Übel, Übeltat, Übeltäter genannt Jak. 3,8, der Geiz eine Wurzel alles Übel, Übeltat, Übeltäter 1 Tim. 6,10.
„Was darüber ist, das ist vom Übel, Übeltat, Übeltäter“ Mt. 5,37 heißt: es ist nicht nur überflüssig, sondern sündhaft. Vergl. Böse.