Zum Inhalt

Totenbeschwören

Totenbeschwören gehört nach 5 Mo. 18,11 zu den heidnischen Greueln, um deren willen die Kanaaniter aus ihrem Land vertrieben wurden, und vor welchen die Israeliten nachdrücklich gewarnt werden. Daß dieses Verbot nötig war, zeigen verschiedene Andeutungen, namentlich die Geschichte von Saul, der anfänglich die Totenbeschwörer eifrig verfolgte, aber zuletzt selbst bei einer Beschwörerin Zuflucht suchte (1 Sa. 28,9 ff., vgl. Jes. 8,19). Nach jener Erzählung war dabei die Vorstellung, daß die betreffende Person einen „Wahrsagergeist“ in sich habe (Vers 7 und 8, vgl. Apg. 16,16), und (vermöge desselben?) die Vollmacht besitze. Tote erscheinen zu lassen und mit ihrer Hilfe die Zukunft zu enthüllen. Obwohl aber hier die Worte des zitierten Samuel ein wirkliches Gottesurteil für Saul enthalten, so darf man doch daraus nicht den Schluß ziehen, daß es wirklich in der Macht solcher finsteren Künste liege, Tote in ihrer Ruhe zu stören — wie man sich auch die Erscheinung Samuels erklären möge. Vgl. d. Art. Wahrsager.
Zur Übersicht