Tisch
Tisch. Während man heutzutage bei den Morgenländern Tische und Stühle in den gewöhnlichen Häusern nicht antrifft, fehlten sie nach 2 Kö 4,10 (vgl. Ri. 1,7) bei den alten Israeliten nicht. Am häufigsten werden die Tische erwähnt bei den Mahlzeiten (s. d. Art.), weshalb „zu Tisch sitzen“, bezw. liegen, soviel bedeutet als: die Mahlzeit einnehmen. Tischgemeinschaft setzt eigentlich Herzensgemeinschaft voraus, vgl. Luk. 5,29 mit 15,2, kann aber auch trügen, Sir. 6,10; Luk. 22,21. Als Bersammlungsort der gesegneten Familie erscheint der Tisch in dem lieblichen Bilde Ps 128,3, als Stätte friedlichen Wohlbefindens Hi. 36,16, aber auch als Bild des sichern Wohllebens Jes. 21,5, bei welchem den Gottlosen plötzlich das Verderben überfällt, Ps. 69,23. „Einen Tisch bereiten“, Ps. 78,19, bedeutet: mit Speise versorgen, was hier der Kleinglaube Gott nicht zutraut, während es dem Glauben, Ps. 23,5, Ausdruck für die Segensgemeinschast mit Gott ist, in der der Fromme trotz der Anfechtungen seiner Feinde steht. So vermittelt ja auch der „Tisch des Herrn“ die Gemeinschaft mit Leib und Blut Christi, 1 Kor. 10,16. 21 (s. Abendmahl), und auch noch für das ewige Leben heißt der Genuß der Seligkeit ein „zu Tisch fitzen“ im Reiche Gottes, Luk. 12,29, vgl. 14,15; 22,30.
Mit dem Tisch des Herrn, Mal. 1,7. 12, ist der Altar gemeint. Über den Schaubrottisch s. d. Art.