Tiberius
Tiberius, der zweite röm. Kaiser (14-37 n. Chr., ), Sohn der Livia, der dritten Gemahlin des Kaisers Augustus, nur Luk. 3,1 erwähnt, als der Kaiser, in dessen 15. Regierungsjahr (28/29 n. Chr.) Johannes der Täufer öffentlich auftrat. Im Anfang war seine Regierung eine verhältnismäßig milde und gerechte. Er sorgte durch gute Beamte, namentlich in den Provinzen, für eine vernünftige Verwaltung. Dies wurde aber anders, als sein schlauer und lasterhafter Günstling Sejan die Zügel in die Hände bekam vom Jahre 23-31 und alle Beamtenstellen nur mit Leuten, die ihm genehm waren, besetzte. Er war es auch, der den Juden den unwürdigen Pilatus (s. d. Art.) als Landpfleger sandte. Nach Sejans Tod wurde es besser. Auch die Juden bekamen mehr Freiheit. So gelang es ihnen zum Beispiel, den Tiberius zu bestimmen, daß er dem Pilatus unter Bezeugung seines äußersten Mißfallens befahl, die den Juden anstößigen Schilde aus Jerusalem entfernen zu lassen. Auch konnten sie es wagen, den Pilatus mit einer Klage bei dem Kaiser zu bedrohen, wenn er nicht ihren Willen tue (Joh. 19,12).