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Susan

Susan (nebst Ulai). Susa war die alte Hauptstadt von Elam (s. d.) und lag nach Dan. 8,2 (und 16), zu welcher Stelle man ebenfalls schon den Art. Elam vergleiche, am Fluß Ulai (auch assyr. u. babyl. Ulai), dem Eulaios der Alten, und zwar 3 Std. südwestl. von Disful u. 10 Std. westl. von Schuster (altbabylonisch Chuchnuri), da wo das heutige Trümmerfeld Schusch liegt und wo die beiden Flüsse Ulai, der heutige Karun, und Uknû (das heißt der lasur-blaue), der Choaspes der Alten (der heutige Kercha), am nächsten zusammentreten (s. die Karte auf Susan 62). Zur Verserzeit war Susa, das seit seiner Zerstörung durch Asurbanipal (um 640 v. Chr.) sich wieder erholt hatte und neu aufgebaut worden war, eine Lieblingsresidenz der Achämenidenkönige, so des Xerxes (Esth. 1,2 u. ö.) und des Artaxesses I. (Neh. 1,1 und vgl. auch Esra 4,9, wo, wie schon im Art. Deha bemerkt wurde, „die Susankäer, das heißt Elamiter“ zu übersetzen ist). Der alte Name Susas war Schuschun, Genitiv Schuschin (gelegentl. auch Schusim); aus der Akkusatioform Schuschan ist dann die neuassyr. Form Schuschan (so auch hebr., Luther: Susan), griech. Susa geworden. Das alte Ideogramm besteht aus den Zeichen für Istar und Zeder und bedeutete vielleicht einen (heiligen) Zedernpfahl, welches denn auch der Sinn des semitischen Wortes schûschu gewesen sein wird; der Gleichklang mit dem hebr. (und arab.) Wort schûschan (sausan) Lilie (babylonisch schischnu) dürfte also wohl nur auf Zufall beruhen. Auch der Hauptgott von Susa wurde in ältester Zeit mit dem Zedern-Istar-Ideogramm geschrieben, vor welches bald das (auf elamitisch) in gesprochene Wort nin „Herrin“ trat; für diese jedoch männlich gebrauchte neue Verbindung (also etwa: Herr des Zedernpfahles) ist die phonetische Außprache In-schuschinak überliefert, wobei das schließende -ak eine elamitische Adjektio- oder Genitivendung vorstellt, und woraus sich auch das oben erwähnte Schuschankâjê „Susankäer“ von Esra 4,9 am wahrscheinlichsten erklärt. Unweit der Ruinen von Schusch (s. oben) liegt das sog. Grab des Propheten Daniel; die Ausgrabungen der Trümmer Susas wurden von den Franzosen in großem Stil unternommen, zuerst von dem Ehepaar Dieulafoy, welches besonders die prächtigen Überreste der persischen Baukunst bloßlegte (l’Acropole de Suse, Paris 1890 ff.), und dann vor allem (mit einer riesigen Ausbeute altelamitischer Inschriften u. Kunstgegenstände) von J. de Morgan, dessen „Mémoires etc.“ (die die Inschriften behandelnden Teile vom Assyriologen Pater Scheil bearbeitet) bis jetzt elf Quartbände umfassen. Da die Elamiten in alter Zeit des öfteren auch babyl. Denkmäler nach Susa als Beute wegschleppten, so kam es, daß sich unter den von Morgan und Scheil gemachten Funden u. a. die berühmte, semitisch abgefaßte Gesetzesstele des Königs Hammurabi befand.
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