Stecken
Stab, Stecken1.
1) Der Gehstab war bei den Israeliten das auch für den Ärmsten unentbehrliche Hilfsmittel bei Fußwanderungen, 1 Mo. 32,11; 38,18. 25; 2 Mo. 12,11; sogar im Krieg, vor dem Feinde gebraucht, 1 Sa. 14,27. 43; weshalb auch Christus seinen Iüngern bei aller Einfachheit ihrer Ausrüstung erlaubt, einen Stab, Stecken, 1 mitzunehmen, Mk. 6,8, nicht aber einen Stecken zum Tragen einer Reisetasche, Mt. 10,10. Dabei diente der Stab, Stecken, 1 nicht bloß wie den alten Leuten (Sach. 8,4) zur Stütze, sondern auch zur Verteidigung. —
2) Dazu hatte ihn bes. der Hirte nötig, 1 Sa. 17,40. 43. Weil dieser seine Herde mit dem Hirtenstabe schützt und verteidigt, so wird derselbe Sinnbild der schützenden u. bewahrenden Fürsorge Gottes für seine Glaubigen, Ps. 23,4. Von den Stäben, die Jahveh Sach. 11,7 ff. als der Völkerhirte in seiner Hand hat, heißt der eine „Huld“ (Luth.: sanft) zum Zeichen, daß er allen Völkern seine Huld erzeigen wolle, der andere „Eintracht“, weil die getrennten Reiche Juda und Israel wieder verbunden werden sollen, V. 14. Das Zerbrechen der Stäbe bedeutet, daß Gott seine Heilsabsichten nicht vollführen kann wegen der Halsstarrigkeit der Heiden und Israels. —
3) Der Stab, Stecken, 1 dient dazu, Hülsenfrüchte auszuklopfen, Jes. 28,27, und ist dort Bild eines mässigen, den Kern des Volkes schonenden Gerichts. Als Züchtigungsmittel wird er verwendet gegen ein Tier, 4 Mo. 22,27; oder um Menschen zur Arbeit anzutreiben, 2 Mo. 5,14. 16; Jes. 9,3; als Straf- und Gerichtswerkzeug überhaupt, Jes. 10,5. 24. 26; 11,4 (Jahveh wird mit dem Stab, Stecken, 1 seines Mundes die Erde schlagen = er darf nur ein Wort sprechen, so bricht das Strafgericht herein). —
4) Der Stab, Stecken, 1 dient als Werkzeug göttlicher Wunder und Krafttaten in der Hand Moses, um seine göttl. Sendung zu beglaubigen, 2 Mo. 4,2. 4; 7,9. 20; zur Herbeiführung von Plagen, 8,12 f.; zur Errettung Israels aus den Meeresfluten, 14,16, und aus Feindesmacht, 17,9; wie zur Vernichtung des ägypt. Heeres, 14,26; Jes. 10,26. Einmal missbraucht Mose den Stab, Stecken, 1, um Wasser aus dem Felsen zu gewinnen, 4 Mo. 20,8-12. Daß nicht der Stab, Stecken, 1 an sich, sondern nur in Verbindung mit lebendigem Glauben Wunder zu wirken vermag, beweist 2 Kö. 4,29.31. —
5) Aarons Mandelstab grünte, blühte und trug Früchte zu Zeichen, daß Gott Aarons Familie zum Priestertum erwählt hatte. Erwurde zum Andenken im Allerheiligsten aufbewahrt, 4 Mo. 17,17-25. Ein Mandelstab ist auch unter dem „wackeren“ = wachsamen Stabe (Jer. 1,11) zu verstehen, weil der Mandelbaum im Frühling zuerst erwacht, das heißt grünt und blüht. Der Sinn ist: Jahveh werde bald seine Weissagungen erfüllen. —
6) Wegen 4 Mo. 21,18 s. Art. Beer. Zu 1 Mo. 30,37 vgl. Art. Mandel; Schaf.