Stärke
Stark, Stärke, stärken.
1)
a. Von Gott zur Bezeichnung seiner Majestät und Macht, Jos. 22,22. Vermöge dieser Stärke, Hi. 12,16; Jes. 40,26; Jer. 32,17 f. ist ihm nichts unmöglich und niemand kann ihm widerstehen, Jer. 20,7. Darum gebührt ihm auch Stärke, das heißt Ruhm der Allmacht, Ps. 29,1; Offb. 7,12 (ebenso von Christus, Offb. 5,12), und es preisen ihn Gerechten als ihre Stark, Stärke, stärken, 2 Mo. 15,2; Ps. 18,2, auch wenn sie von Gott eine Zeitlang verstoßen scheinen, Ps. 43,2.
b. Von Christus dem Messias. Er ist ein mächtiger König, der seine Feinde bestegt, Ps. 24,8; 89,11. 14, gegen den selbst Satan nichts vermag, Luk. 11,22, wie viel weniger die Menschen, 1 Kor. 10,22, der sein Reich stärkt und befestigt, Jes. 9,6. Er kann das tun, weil der Geist der Stärke auf ihm ruht, Jes. 11,2, vgl. Luk. 1,80. Nur in seinem freiwillig übernommenen Niedrigkeitsstand bedurfte Christus der Stärkung, Luk. 22,43. In der Macht seiner Stark, Stärke, stärken sollen die Christen innerlich s. werden, Eph. 6,10.
c. Die Engel werden s. genannt als Helden und Vollstrecker der Befehle Gottes, Ps. 103,20; Joel 4,11 (wörtlich: sende du herab deine Starken), Offb. 5,2; 10,1. Sie sind stärker an Macht als die Menschen, 2 Petr. 2,11.
— Auch der Satan heißt und ist der Stark, Stärke, stärken als der Fürst dieser Welt, Mk. 3,27; Luk. 11,21, und hat ein ganzes Heer von Gewaltigen in seinem Dienst, vgl. Eph. 6,11. 12. Aber ein Stärkerer kommt über ihn, Luk. 11,22, und es erfüllt sich Jes. 49,25. —
2) Von Menschen.
a. Leiblich und äußerlich stark sind körperlich Gesunden und Kräftigen, 4 Mo. 13,29; Pr. 12,3 (von den Beinen); Hohel. 3,7 (Salomos Leibwache); sodann Mächtige und Gewaltige, Jes. 28,2; 53,12. Besonders heißen so die kriegstüchtigen Leute, 1 Sa. 14,52, und voran die Heerführer, Jes. 3,2; Hes. 39,20. Daher: nicht s. sein = unterliegen, s. sein über einen = siegen, Ri. 3,10; 6,2. Allein die Menschen dürfen auf diese Stark, Stärke, stärken nicht trotzen, 5 Mo. 8,17; Jer. 9,22; Am. 6,13. Denn in Gottes Hand allein liegt es, groß und s., wie umgekehrt das Starke zunichte zu machen, 1 Sa. 2,4; 1 Chr. 29,12. Auf Menschenkraft ist kein Verlass, 5 Mo. 28,32; Hi. 26,2; Pr. 9,11. Übrigens wird oft mehr ausgerichtet durch Weisheit und Geduld als durch Stark, Stärke, stärken, Spr. 16,32; 21,22; 24,5; Pr. 7,19; 9,16. Wenn Menschen einander in der Bosheit stärken, 2 Chr. 13,7: Jer. 23,14; Hes. 13,22, so bitten vielmehr die Freunde Gottes: stärke den Mutwillen der Gottlosen nicht, Ps. 140,9. Vergeblich stärken sie sich, wenn der Herr sie zum Untergang bestimmt hat, Jes. 47,12; Na. 2,2, und andere stärkt, die über sie herfallen sollen, Ri. 3,12; Hes. 30,25; Offb. 19,18.
b. Geistige und geistliche Stark, Stärke, stärken, zum Beispiel der Weltmacht gegenüber, gegen welche nicht Selbstvertrauen, sondern Stillesein u. Hoffen auf den Herrn helfen kann, Jes. 30,15. Andererseits kann eine mit Fleischlichem vermischte geistige Stärke, wie angemaßte Ehre und dergleichen, 1 Kor. 1,27, zum Verderben Außchlagen, Hes. 34,16. Geisttich s. ist nur, wer reich ist an himml. Geistesgütern, an Glauben, Röm. 4,20, an Erkenntnis, Röm. 15,1, an Kraft zur Heiligung und Weltüberwindung, Jes. 45,24; 1 Joh. 2,14. Solche Leute sind innerlich s. in Gott bei äußerer Schwacbheit, 2 Kor. 12,10. Freilich kann man auch über dieses Starksein sich täuschen, Mt. 9,12. Um diese Stärkung für den inwendigen Menschen bitten die Christen, Eph. 3,16, zum Wachstum in der Erkenntnis Gottes, Kol. 1,11, in der Liebe, 1 Th. 3,12. 13, in Worten und Werken, 2 Th. 2,17. Zu solchen Bitten drängt die innere Not, Ps. 119,28. 117, der Mangel an Glaubenskraft, Luk. 17,5, sowie die Verheißungen des Herrn, Sach. 10,6. 12; Gott kann, Röm. 16,25, und wird, 2 Th. 3,3; 1 Pe. 5,10, die Seinen stärken. Auch die Glieder des Volkes Gottes untereinander sollen nach dem Vorbild der Apostel, Luk. 22,32; Apg. 14,22; Röm. 1,11, sich stärken durch Ermahnung u. Befestigung, die dem geistl. Tode Nahen wieder zu Kraft u. Leben bringen, Offb. 3,2, die Verzagten aufrichten u. trösten, Hi. 4,3; Jes. 35,3; Sach. 8,9, 13, und im Blick auf die Zukunft Christi zur Geduld ermuntern, Jak. 5,8.
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3) Von Dingen: = groß, gewaltig, mächtig vom Segen, 1 Mo. 49,26, von der Sünde, Jer. 30,14, von Briefen in apost. Vollmacht, 2 Kor. 10,10, Trost, Hbr. 6,18
— von Teuerung, 1 Mo. 47,20, Hunger, 2 Kö. 25,3, Getränke, Luk. 1,15, Wasser, Jes. 43,16, Wind, Mt. 14,30, Donner, Offb. 19,6, Posaunen, 2 Mo. 19,19, Saitenspiel, 2 Chr. 30,21, Geschrei, Hbr. 5,7 — desgl. von Tieren, vom Löwen, Ri. 14,14. 18; 2 Sa. 1,23. Pferd, Ps. 33,17. Endlich wird Hohel. 8,6 die Liebe s. wie der Tod genannt, um ihre Unüberwindlichkeit zu bezeichnen.