Spielleute
Spiel, Spielen, Spielleute.
1) Spielen (Grundbedeutung: scherzen, sachak) bedeutet meist tanzen und musizieren, was bei den Morgenländern fast nie getrennt ist: 2 Mo. 32,6 (1 Kor. 10,7); 1 Sa. 16,16. 23; 18,10 (die Harfe „rühren“). 2 Sa. 6,5. 21 (ich tanzete und spielete); in Verbindung mit Gesang: Ri. 5,3; 1 Sa. 18,7; 1 Chr. 16,9, vgl. Jer. 30,19; 31,4; Offb. 14,2; Eph. 5,19. Ein bestellter, also berufsmäßiger Spielmann erscheint 2 Kö. 3,15, Spielleute, Ps. 68,26, s. d. Artt. Musik u. Tanz. —
2) Das „Spielen“ (ebenfalls sachak) des Simson, Ri. 16,25. 27, ist mohl als Possenreißen vor den Philistern zu verstehen. —
3) Das Spielendergöttl. Weisheit, Spr. 8,30. 31, bedeutet ihre mannigfache, quellende, lebenschaffende Wirksamkeit u. Offenbarung auf Erden, gemäß dem Grundsinn des hebr. Wortes scherzen. —
4) Hi. 40,20 vom fröhlichen Treiben der Tiere; im Zusammenhang ist vom Behemoth die Rede, dessen Harmlosigkeit die Geschöpfe ringsum nicht von ihrem „Spielen“ abhalte. —
5) Das Spiel, Spielen, Spielleute der Kinder auf den Gassen haben wir Sach. 8,5, sowie Mt. 11,16 f., dasselbe mit an Faden gebundenen Vögeln, Hi. 40,29; Waffenspiel 2 Sa. 2,14 ff.; Wettlaufen wird vielleicht 2 Sa. 1,23 angedeutet; Speerwerfen und Pfeilschießen nach bestimmtem Ziel 1 Sa. 20,20; Hi. 16,12.
— Sach. 12,3 finden wir als bekannt das Heben des Laststeines zur Körperübung, Jes. 22,18 das Ballspiel (Luther: Kugel); in römischer Zeit kam das Diskuswerfen auf (s. Art. Diskus) 2 Makk. 4,14, wo Luther frei „Ballschlagen“ übersetzt, sowie andere ähnliche Spiele. Kurz, es hat in Israel ebensowenig wie bei andern Völkern an Spiel und Kurzweil (vgl. Rätsel) gefehlt.
Der Christ wird das Spiel, Spielen, Spielleute als erlaubte Erholung nicht ohne weiteres verwerfen (1 Kor. 10,23 und 1 Kor. 6,12 sind hier maßgebend). Von dem sittlich verwerflichen Glücksspiel ist in der Bibel nicht die Rede.