Spiegel
Vom lateinischen speculum, worin das eigene Bild (Jak 1,23) oder andere Gegenstände durch Widerstrahlen sichtbar gemacht werden. Der Ausdruck konnte auch für das ausgestrahlte Bild selbst gebraucht werden, so heißt Weish 7,26 die Weisheit der Spiegel oder Abglanz der göttlichen Kraft, weil diese dadurch offenbar, anschaulich gemacht wird. Der Spiegel der Alten war nicht von Glas, sondern aus Metall gegossen (Hi 37,18), und glänzend, meist konvex, geschliffen. Da sich leicht Rost oder Grünspan ansetzte, mußte er häufig poliert werden (Sir. 12,11), gab auch das Bild des Gegenstandes nur undeutlich wieder (1Kor 13,12), so dass ein Sehen im Spiegel stets weit unvollkommener war, als das unmittelbare Anschauen mit dem Auge. Die Spiegel bestanden meist aus einer kleinen Metallscheibe mit Handgriff
Der Handspiegel gehörte zu den unentbehrlichsten Toilettenstücken der ägyptischen und wohl auch der jüdischen vornehmen Frauen (Jes 3,23). Das eherne Handfass oder Waschbecken im Vorhof der Stiftshütte war nach (2Mo. 38,8) gemacht aus den Spiegel der Frauen. Die Frauen, welche sich dem Dienst am Heiligtum widmeten, steuerten also zur Anfertigung dieses heiligen Gerätes ihre kupfernen Spiegel, um auch damit ihre völlige Hingabe an Gott zu bekunden.