speisen
Speise, speisen.
1) zur Leibesnahrung.
a) Das zum Essen Zubereitete. Ri. 14,14; Sir. 36,20; Joh. 4,8; Apg. 2,47, dann alles, woraus die Nahrung gewonnen wird, 1 Mo. 41,35; 42,7; Hi. 28,5; Mt. 3,4; Apg. 14,17. Was von den Menschen genossen werden soll, ist Nahrung von Pflanzen, 1 Mo. 1,29, wie von Tieren, 9,3, s. solg. Art.
b) Erwerb der Speise, speisen Trotz 1 Mo. 3,19, vgl. 2 Th. 3,10; Spr. 6,6-9, ist doch alle Nahrung eine Gottesgabe, 2 Kor. 9,10 (vgl. Mt. 6,26). Gott gibt allen seinen Geschöpfen. Hi. 38,41; Ps. 136,25, zu seiner Zeit (Ps. 104,27; 145,15) ihre Speise, speisen, Spr. 30,8 („mein bescheidenes Teil Speise, speisen“ = die beschiedene und zugemessene Speise, speisen), mit besonderem Segen denen, die ihn sürchten, Ps. 81,16. 17; 111,5, aber auch Fremdlingen, 5 Mo. 10,18, Heiden, Apg. 14,17, ja sogar „allen bösen Menschen“, Hi. 36,31, ein Vorbild, wie die Menschen untereinander (Tob. 1,20; Luk. 3,11) wohltun sollen, vgl. Mt. 6,25. Ein Wunsch wie Ps. 59,6 verträgt sich mit dem Geist des Neuen Bundes nicht mehr. Vielmehr ist ein Christ verpflichtet, seine Feinde, so sie’s bedürftig sind, zu speisen, Spr. 25,21; Röm. 12,20. Solche Liebe findet hren Gotteslohn, vgl. Mt. 10,42, und wird am Gerichtstag anerkannt, 25,35.
Beispiele wunderbarer göttlicher Speisungen finden sich 2 Mo. 16,32; 1 Kö. 17,6; 19,6; 2 Kö. 4,42. 43; Mt. 14,15 ff.; 15,34 ff.
c) Beim Gebrauch der Speise, speisen sollen die Menschen Zufriedenheit, ohne Neid, Spr. 23,6, Genügsamkeit, 1 Tim. 6,6, Dankbarkeit, Apg. 2,47, zeigen, und alle Unmässigkeit meiden, Sir. 37,32. Wegen Röm. 14,15. 20 f.; 1 Kor. 8,13 u. dgl. s. Art. Freiheit u. Schwach. Enthaltung von Speise, speisen in selbsterwählter, falschgeistlicher Heiligkeitssucht, vgl. Kol. 2,18, ist verwerslich u. eine Teufelslehre, 1 Tim. 4,1-3. Denn die Speise, speisen ist von Gott geschaffen und an und für sich rein und gut, sobald sie mit Danksagung empfangen wird, 1 Tim. 4,3. 4. Freilich ist andererseits der Wert der Speise, speisen, die nur dem Leibe dienen soll, 1 Kor. 6,13, vgl. Mt. 6,25, nicht zu überschätzen, wie dies von Esau geschehen ist, Hbr. 12,16.
— Zum Ganzen vgl. den Art. Essen. —
2) Ofter redet die Schrift bildlich von einer Seelenspeise. So ist es die Speise, speisen Christi, seines Vaters Willen zu tun, Joh. 4,32. 34. Entsprechend dem Stand des geistlichen Lebens muß sie für die einen leichte Speise, speisen, Milch. 1 Kor. 3,2, für die andern starke und feste Speise, speisen, Hbr. 5,12, 14, sein, das heißt bei den einen muß erst wie bei Kindern die am einfältigsten zu fassende und aufzunehmende Heilswahrheit eingegeben, bei den andern tiefere Heilserkenntnis eingepflanzt werden. Christus selbst die Seelenspeise, Joh. 6,55, siehe Abendmahl, Fleisch. —
3) Besondere Ausdrücke: Hbr. 9,10, Gottesdienst tun mit Speise, speisen und Trank, das heißt unter Beobachtung der Speisegesetze des Alten Testamentss. Mal. 3,10 redet von einer Speise, speisen im Hause Gottes, nämlich zum Gebrauch für die Leviten. Ferner kommt s. vor im Sinn von zu schmecken und zu erfahren geben, bei göttl. Gnadenverheißungen, Jes. 58,14, wie bei Gerichten, Jer. 9,14; ebenso Hi. 20,23: Gott wird über ihn (den Gottlosen, der als unersättlicher Fresser dargestellt wird) regnen lassen seine Speise, speisen (Feuer u. Schwefel oder allgemeiner Unheil). Bildlich ist auch von einer Speise, speisen des Feuers = was das Feuer im gewöhnl. Sinn, 3 Mo. 3,16, und das Feuer des Gerichts, 4 Mo. 16,35; Jes. 9,18, nährt und mehrt, die Rede.