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Speien

Speien, Speichel. Sprichwörtlich ist der Ausdruck Hiobs, nicht so lang lasse ihm Gott Ruhe bis er den Speien, Speichel schlucke, das heißt nicht einen Augenblick (Hi. 7,19). Außpeien bildlich = wegwerfen (3 Mo. 18,28; Offb. 3,16). Es galt für unanständig, vor jemand auszuspucken (Hi. 30,10). Vollends jemand ins Angesicht zu s., ist die höchste Beleidigung (s. Anspeien). Dagegen galt der Speien, Speichel besonders nüchterner Leute für ein Heilmittel. Wenn Jesus in 3 Fällen seinen Speien, Speichel bei Heilungen benützt (Joh. 9,6; Mk. 7,33; 8,23. Luth.: spützen), so ist der Speien, Speichel natürlich nicht medizinisch wirksam, sondern Träger der Wunderkraft bei nicht vollsinnigen Kranken, deren Aufmerksamkeit schwer zu wecken war.
Die ekelhafte Gewohnheit der Hunde, Gefressenes auszuspeien und wieder zu fressen, wird zum Bild für die Wiederholung bereuter Sünden (Spr. 26,11; 2 Petr. 2,22). Auch von höchster Umdüsterung durch den Zornwein der Gerichte Gottes (Jer. 25,27; 48,26; Hab. 2,16). Spr. 15,2 = Außtrömen lassen.
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