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Sodom

Sodom, Stadt im „Jordankreis“ (1 Mo. 13,12) oder dem Tal Siddim (1 Mo. 14,2), das Haupt eines Fünfstädtebundes, zu dem Außerdem Gomorrha, Adama, Zeboim und Zoar gehörten. Hier ließ sich Lot nieder, 1 Mo. 13,11; die Könige der fünf Städte wurden von Kedorlaomor von Elam und seinen Verbündeten besiegt, von Abram gerettet, 1 Mo. 14. Wegen ihrer sittlichen Verkommenheit (1 Mo. 13,13; 18,20) verfielen die Städte Außer Zoar dem göttlichen Vertilgungsgericht. Von den untergegangenen Städten werden gewöhnlich nur Sodom und Gomorrha genannt, so in der Erzählung Kap. 18,20; 19,24. 28, wenn auch die ganze Gegend als von der Katastrophe betroffen bezeichnet wird, V. 25; so auch in den häufigen Hinweisungen auf die ruchlosen Städte und das Gericht, Jes. 1,9. 10; 13,19; Jer. 23,14; 49,18; 50,40; Am. 4,11; Zef. 2,9; Mt. 10,15; 2 Petr. 2,6; auch Sodom allein Jes. 3,9; Klagel. 4,6; Hes. 16,48; Mt. 11,23; alle vier 5 Mo. 29,22; Adama und Zeboim, Hos. 11,8, ungenau fünf Städte Wsh. 10,6. Nach der Erzählung könnte es scheinen, als sei das Salzmeer damals überhaupt erst entstanden. Und so hat man wohl vermutet, der Jordan habe vorher seinen Lauf durch die Araba zum Busen von Akaba fortgesetzt. Die neueren Forschungen haben aber bewiesen, daß der See in der geschichtlichen Zeit immer bestand. Der See liegt 394 m unter dem Meeresniveau und die Araba senkt sich von einer Wasserscheide aus, die nur noch 10 Meilen vom Älanitischen Meerbusen absteht, aber 240 m über dem Meer liegt, nach beiden Seiten. Dagegen spricht alles dafür, daß der südliche Teil des Meeres durch jene Katastrophe entstand; denn
1) dorthin weist die wahrscheinliche Lage von Zoar (s. d. Art.);
2) ist dieser Teil viel seichter (s. Art. Salzmeer);
3) findet sich dort vor allem der Asphalt (1 Mo. 14,10). Daß die Katastrophe durch vulkanische Ausbrüche herbeigeführt worden sei, ist nach dem über das Gestein am Salzmeer Gesagten nicht anzunehmen. Der Geologe Blanckenhorn hat die Katastrophe erklärt als ein mit einem Erdbeben verbundenes Einsinken, infolge dessen sich das Salzmeer über das Kulturland im Süden ausdehnte. Ein vulkanischer Ausbruch könne nicht stattgefunden haben; dagegen mögen bei dem Erdbeben in der Tiefe eingeschlossene Gase, Kohlenwasserstoff u. Schwefelwasserstoff, einen Ausweg gefunden und sich von selbst oder durch einen Blitzstrahl entzündet haben, so daß die ganze Luft über der geöffneten Spalte plötzlich in Flammen stehen konnte. Mit den Gasen mochte zugleich Asphalt u. vielleicht Petroleum emporgestiegen und natürlich ebenfalls in Brand geraten sein.null
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