Siegel
Siegel. Bildlich
1) ein Zeichen, wodurch eine Sache bestätigt, verbürgt wird, Röm. 4,11: Die Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit für Abraham, 1 Kor. 9,2: Die korinthische Gemeinde das Siegel des Apostelamts für Paulus, 2 Tim. 2,19: Der Gottesbau bestätigt sich als solcher darin, daß der Herr die Seinen in bewahrender Gnade kennt und diese sich von der Ungerechtigkeit scheiden. —
2) Insbesondere Zeichen oder Bürgschaft der Angehörigkeit an Gott und Christus, Offb. 9,4, vgl. 7,3-8. Diese Bedeutung hat namentlich auch die Versiegelung der Gläubigen mit dem h. Geist, 2 Kor. 1,22; Eph. 1,13; 4,30. —
3) Zeichen der Verschlossenheit, Verborgenheit; so bei den 7 Siegeln des Buches, Offb. 5,1. 5. 9; 6; 8,1, welche bedeuten, daß der göttl. Ratschluß der Vollendung aller Kreatur verborgen ist und nur durch Christus geoffenbart (und auch ausgeführt) werden kann. So bedeutet auch Offb. 10,4 die Versiegelung das Verborgenbleiben. (Vgl. Sir. 22,23 das Siegel als Verschluß des Mundes.) Mehrmals steht Siegel für Petschaft oder Siegelring, mit dem gesiegelt wird, 2Mo. 28,11.36; Hohel. 8,6; Offb. 7,2; sonst heißt es auch Siegelring, Jer. 22,24; Petschaftsring, Hag. 2,23, oder einfach Ring, 1 Mo. 38,18.25. Man trug denselben am Finger oder an einer Schnur um den Hals. Der Siegelring ist aber in einigen dieser Stellen (Hohel. 8,6; Jer. 22,24; Hag. 2,23) das Bild von etwas Wertvollem, auf das man acht hat. Hi. 38,14 genauer: die Erde verwandelt sich wie Ton unter dem Siegel (indem sie durch Gottes Wirken immer wieder neue Gestalt und Ausdruck bekommt). Hes. 28,12 eigentlich: du versiegelst (vollendest) die Schönheit, das heißt bist vollkommen an Schönheit.