Sidon
Sidon [babyl. TA Zidûna, ägypt. Dzidûna, assyr. Zidunnu u.Zidûnu] (von zud, jagen, fischen, also etwa: Fischerstadt). In der Völkertafel wird Sidon der erste Sohn Kanaans genannt, 1 Mo. 10,15. Es hatte lange Zeit, vom 16. bis 12. Jahrh. v. Chr., eine sehr mächtige Stellung im Mittelmeer (wie etwa Venedig im Mittelalter): von hier aus wurde Cypern besetzt, in Cilicien und Karien, an den Küsten und auf den Inseln Griechenlands, in Kreta, auch am Schwarzen Meer wurden von Sidon aus Kolonien gegründet, so daß Sidon mit Recht „Groß-Sidon“ heißen konnte, Jos. 11,8, und erklärlich ist, wie „sidonisch“, „Sidonien“ vielfach für phönicisch, Phönicien steht, 5 Mo. 3,9; Jos. 13,6; Ri. 18,7; 1 Kö. 11,1; Jes. 23,2 usw. Später (etwa seit 1100 v. Chr.) bekam Tyrus die überwiegende Macht. Doch war Sidon auch da noch wichtig genug und Tyrus und Sidon werden oft zusammen genannt, zum Beispiel in den Drohreden der Propheten, Jer. 47,4; Joel 4,4 usw. In der persischen Zeit spielte Sidon wieder eine Zeitlang eine wichtigere Rolle, aber 351 wurde es völlig zerstört. Zur Zeit Christi war es eine nicht mehr glänzende, aber noch wohlhabende Stadt. Nach Luk. 6,17 waren unter Christi Zuhörern auch Leute aus Sidon Nach Apg. 27,3 besucht Paulus die „guten Freunde“ zu Sidon, wonach also eine Christengemeinde zu Sidon war. In den Kreuzzügen wurde Sidon mehrmals zerstört, heute ist Saida an der Stelle des alten Sidon ein Städtchen von 12 000 Einwohnern. Der Handel ist gering (Beirut hat als Handelsstadt jetzt etwas von der einstigen Wichtigkeit Sidons), der einst vorzügliche Doppelhafen versandet, aber die reizende Lage der Stadt, in der fruchtbaren Ebene am Fuß des Libanon, wird noch jetzt gepriesen. Vgl. Artt. Phönicien u. Tyrus.