Seufzen
Seufzen. Selbst den Tieren wird in der Bibel ein Seufzen beigelegt, Joel 1,18; Na. 2,8; vgl. Röm. 8,19. Bei den Menschen ist viel Seufzen unter Druck und Not, Spr. 29,2; Jer. 51,52; Mal. 2,13. Da muß alle Freude weichen, Jes. 24,7; Hes. 21,11; man denke bes. an das Buch, das vom Klagen u. Seufzen den Namen hat, Klagel. 1,4. 8. 11. 21. Auch von Christus steht es, Mk. 7,34; 8,12. Das Seufzen kann unverschuldet sein, zum Beispiel beim Volk Israel in Ägypten, 2 Mo. 2,23; 6,9, bei Hiob u. anderen Kreuzträgern, Hi. 3,24 (vgl. Ps. 42,4); 23,2; Ps. 31,11; Jer. 45,3. Öfter ist es verschuldet durch fremde und eigene Sünde, Spr. 5,11; Hes. 9,4. Wir sollen darum über unsere und anderer Schuld zu Gott s., Ps. 6,7; 102,6. Aber wir dürfen es auch tun, Ps. 79,11; 102,21. Gott sieht das Seufzen, Ps. 38,10 und verheißt Hilfe, Ps. 12,6 und sonst. Sind wir erfüllt mit dem Geiste Gottes, so steigt durch ihn aus dem Herzen ein Seufzen zu Gott empor, das in menschl. Worte sich nicht fassen läßt, aber über alles Wünschen hinausgestellt wird, Röm. 8,26.
Wider einander sollen die Christen nicht s., Jak. 5,9, was in Haß, Neid und Ungeduld so oft geschieht, s. auch Hbr. 13,17.