Sesach
Sesach (genauer Scheschak) bedeutet Jer. 25,26 und 51,41 in absichtlich verschleiernder Weise Babel, und zwar in der gleichen Weise, wie Jer. 51,1 leb qamai für Kasdim „Chaldäer“ steht. Die dabei vorausgesetzte Vertauschung der Buchstaben (das sog. Atbasch, weil darin Aleph = Tau und Beth = Schin) beruht auf dem Prinzip, daß die Werte der Buchstaben von rückwärts, also der Spiritus lenis = t als dem letzten, b = š als dem vorletzten Buchstaben, g = r als dem drittletzten, d = q usw. usw., eingesetzt werden. Da leb qamai wörtlich „Herz meiner Widersacher“ bedeutet, so war diese Spielerei wohl beabsichtigt, und es muß dann auch scheschak ein uns nur nicht mehr bekanntes, aber den Zuhörern durchsichtiges Wort schlimmer Bedeutung (vgl. babyl. schuschkallu Fangnetz?), vielleicht geradezu ein Schimpfwort, gewesen sein; ein babyl. überlieferter Pflanzenname, der dem Ideogramm nach bitterer Weizen (Mutterkorn?) bedeutete, hieß zum Beispiel schaschschugu (sassugu), und so kann es auch ein hebr. Wort schaschak oder scheschak ähnlichen Sinnes gegeben haben.