Schwester
Schwester.
1) Die verhältnismäßig niedrigere Stellung des weibl. Geschlechts brachte es mit, daß die Schwester bei ihrer Verheiratung der Einwilligung nicht nur des Vaters, sondern auch ihrer Vollbrüder, bes. des Erstgeborenen bedurfte. Deshalb tritt bei der Verheiratung der Rebekka deren Bruder Laban in den Vordergrund, 1 Mo. 24,50. Sichem wendet sich wegen der Dina nicht nur an ihren Vater, sondern auch an ihre Brüder, 1 Mo. 34,11, und Simeon und Levi rächen die Schwester, V. 13ff., wie Absalom als Vollbruder seine Schwester Thamar am Halbbruder Amnon, 2 Sa. 13,1ff. (Die Vielweiberei hatte naturgemäß ein engeres Verhältnis der Vollgeschwister untereinander und eine gewisse Abschließung gegenüber von den Halbgeschwistern zur Folge.) Ehen zwischen Brüdern und Schwester, auch Stiefschwestern, wie sie in der Urgeschichte 1 Mo. 4,17 wohl vorauszusetzen sind, wie sie in Ägypten und Persien erlaubt und auch dem griech. Altertum nicht ganz fremd waren, sind im Gesetz verboten, 3 Mo. 18,9 ff.; 20,17; 5 Mo. 27,22. Es war „Ausrottung aus dem Volk“, also Todesstrafe, darauf gesetzt, vgl. jedoch 2 Sa. 13,12 f. —
2) Uneigentlich heißen auch Verwandte weiblichen Geschlechts S (vgl. Bruder), Hi. 42,11; Mt. 13,56; 1 Mo. 24,60 sagen Mutter und Brüder zu Rebekka: „du bist unsere Schwester“. Auch im Sinn von „Volksgenossin“, 4 Mo. 25,18. Von ganzen Völkern, Jer. 3,7 ff.; Hes. 16,45 ff.; V. 61; 23,4. 31 ff. Als Liebkosungswort an die Geliebte, Hohel. 4,9; 5,1. Die Gläubigen weibl. Geschlechts heißen Schwester, $$1 Röm. 16,1::1. Kön 16,1$$; 1 Kor. 7,15; 9,5; 1 Tim. 5,2; Jak. 2,15, vgl. Mk. 3,35. Hiob heißt 17,14 die Würmer seine Schwester (nur Verwesung u. Moder hat er in Aussicht). Spr. 7,4: die Weisheit sollen wir uns zur Schwester erwählen, das heißt zur Freundin und Vertrauten.