Schwanger
Schwanger = den Keim eines neuen Lebens in sich tragend (auch von Tieren Hi. 39,1).
1) An sich ist dies ein hoffnungsvoller erfreulicher Zustand des Weibes, seiner Naturbestimmung entsprechend. Die Versagung solcher Hoffnung für Ephraim ist ein Fluch (Hos. 9,11), und auch heilige Frauen wie Sara, Rahel, Hanna, Elisabeth empfanden Kinderlosigkeit als Schwach (1 Mo. 30,23; Luk. 1,25). Namentlich das 1. Buch Mose erzählt uns den Ursprung des hl. Volks u. des Messias aus den verschiedenen Mutterschaften, und lehrt uns das mehr oder weniger wunderbare Eingreifen Gottes und so manche Gebetserhörung auf diesem Gebiet erkennen (1 Mo. 4,1. 25; 16,2. 4; Hbr. 11,11; 1 Mo. 25,21; 29,31; 38,24; Ru. 4,13; 1 Sa. 1,20; Luk. 1,24. 36). Andrerseits ist dieser Zustand ein beschwerlicher, mit viel Mühsal verbundener (1 Mo. 3,16; 25,22) und führt oft zum Tode (s. Geburt), wie die Erfüllung des Wunsches der Rahel ihr Tod war (1 Mo. 30,24; 35,19, vgl. 1 Sa. 4,19). Und unter Kriegsgreueln sind solche Frauen besonders zu bedauern (Mt. 24,19; Am. 1,13; Hos. 14,1; 2 Kö. 8,12; 15,16). —
2) Bildlich
a) von der Gemeinde. Jes. 26,17. 18 von den Wehen, mit denen die Gemeinde der messianischen Zukunft sich entgegenringt. Ähnliches sieht der neutestamentl. Seher (Offb. 12,2). Und 1 Th. 5,3 läßt den Tag des Herrn so plötzlich die sichere Welt beschleichen, wie der Schmerz ein s.es Weib überfällt. Jes. 54,1 stellt die vereinsamte Gemeinde, die ihrer Kinder beraubt ist und keine mehr gebiert, der entgegen, die mit ihrem Mann zusammenlebt, und mißt ihr dennoch einen größeren Kinderreichtum zu. Diese zwei Weiber findet Paulus (Gal. 4,27) in der Gesetzeskirche und in der Kirche der freien Gnade, und lehrt, daß nur diese wahre Kinder Gottes gebiert.
b) Von der inneren Empfängnis von Gedanken und Entschlüssen (Ps. 7,15; Hi. 15,35), böser Gedanken, die dann Sündentaten, Sündenschuld und Sündenstrafen gebären. Jes. 33,11 will sagen: Eure Pläne, Jerusalem zu vernichten, werden zu nichts.