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Schreien

1) Im gewöhnl. Sinn Mt. 21, 9. 15; 27, 50 u. oft, Ap. 7, 59; auch bei Schadenfreude, Ps. 40, 16; 70, 4; Trotz, Ps. 55, 4; Übermut, Ap. 19, 28. 34, und Prahlerei, Pr. 9, 17; wogegen von Christus gesagt ist, daß er nicht s. noch rufe, d. h. demütig und sanftmütig auftrete, Jes. 42, 2; auch bei schmerzlichen Empfindungen in der Not, im Hebr. gewöhnlich „um Hilfe s.“, 1 Mo. 41, 55; Hi. 19, 7; 29, 12. Jes. 42, 14 = nicht mehr an sich halten.—2) Von dem aus der Tiefe des Herzens kommenden Beten der Menschen zu Gott, 2 Mo. 14, 15; Jos. 24, 7; Ps. 69, 4; 88, 2; 1 Sa. 15, 11; 2 Sa. 22, 7; Ps. 22, 6; Joel 1, 20. In den beiden letzten Stellen ist auch von einem S. (wörtl. Brüllen) der Tiere um Hilfe die Rede, deren Stimme so gut wie die der Menschen Stimme zu Gott dringt. — Sehr häufig ist die Bitte, daß Gott das S. hören wolle, Ps. 5, 3; 28, 2; Klagel. 3, 56, wie die Versicherung, daß er es tun werde, weil er gnädig ist gegen die Elenden, 2 Mo. 22, 22. 26; Hi. 34, 28; Ps. 9, 13; 72, 12; Jes. 58, 9. Aber die Bedingung ist ein aufrichtiges Herz und ein Wandel in der Gerechtigkeit, Ps. 34, 18. 16; 145, 19; Heuchler dagegen u. sein treuloses Volk erhört Gott nicht, Hi. 27, 8. 9; Jer. 11, 14; Hes. 8, 18, vgl. die Artt. Beten, Hören, Erhören. Am sichersten dringt das S. ins Vaterherz, wenn es von dem im Herzen wohnenden h. Geist gewirkt ist, Ga. 4, 6, vgl. Rö. 8, 15. 26 — 3) Von leblosen Dingen = zeugen wider einen und Rache auf einen herabrufen wegen Frevel und Gewalttat, Jer. 6, 7; z. B. das Blut Abels, 1 Mo. 4, 10; die Sünden zu Sodom, 1 Mo. 18, 20; 19, 13, der unrechtmäßig erworbene Acker, Hi. 31, 38; die zu frevelhaftem Bau verwendeten Steine, Hab. 2, 11, die Tränen der Witwen, Sir. 35, 18. 19, der abgebrochene Arbeitslohn, Jak. 5, 4. In anderem Sinn Lu. 19, 40: daß die Steine s. zur Beschämung der Menschen und zur Ehre Christi.
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