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Schmecken

1) Physisch

Die Freuden der Tafel (2Sam 19,36) schmecken. Jesus wies den angebotenen betäubenden Trank zurück, nachdem er ihn geschmeckt hatte (Mt 27,34). Keiner der Geladenen soll das von ihm verachtete Abendmahl schmecken, geschweige genießen (Lk 14,24).

2) Geistig

Von der mit Empfindung verbundenen Erfahrung des inneren Sinns. Nach Hi 12,11 stellt das Ohr den Wert der Rede, der Gaumen den Geschmack der Rede fest. So weiß Hiob, der auch nicht ohne Gehör und Geschmack, nicht ohne Erfahrung ist, so gut zu urteilen wie die Freunde. Sie sagen ihm nichts Neues.
a. Von schmerzlicher Erfahrung. Die Redensart, „den Tod schmecken“, bedeutet die Bitterkeit des Todes erfahren. Der bittere Kelch, der Todesstachel besteht in der durch das Schuldgefühl bedingten grauenvollen Empfindung der widernatürlichen Trennung von Leib und Seele. Diesen Kelch hat Jesus im höchsten Grad für uns alle geschmeckt (Hebr 2,9). Er ist nicht entschlafen, wie die Seinen, die (Joh 8,52) den Tod nicht schmecken. Die Stelle Mt 16,28 ist nach Mk 9,1 so zu verstehen, dass einige Jünger noch erleben werden, wie das Reich Gottes mit Kraft kommt durch das vorbildliche Kommen des Herrn zum Gericht über sein Volk.
b. Von angenehmer Erfahrung. In Ps. 34,9, dem Kommunionpsalm der alten Kirche, fordert David auch andere auf, dieselbe Erfahrung von der Güte Gottes zu machen. In freiem Anschluss an diese Stelle sagt 1Petr 2,3: er setze voraus, dass sie die Liebe des Herrn erfahren haben. Dieser Geschmack wird einen beständigen Hunger nach dem Wort Gottes hervorrufen, in welchem sie die Güte des Herrn schmecken. Hebr 6,4.5 nimmt an, dass solche, die eine Erfahrung von der himmlischen Gabe, dem Wort Gottes, den Kräften der zukünftigen Welt gemacht haben, möglicherweise abfallen und den Heilsweg verwerfen, und dass solchen nicht zu helfen sei, weil sie das einzige Rettungsmittel kennen und verwerfen.
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