Schlauch
Schlauch, ein aus Leder, meist aus Ziegenfellen, verfertigter Behälter für Aufbewahrung von Flüssigkeiten aller Art, Wasser, Milch, Wein, Öl, im Morgenland heute noch ein wichtiges Haus- und Reisegerät (vgl. Abb. 309). Niebuhr: Der Schlauch besteht aus einer einzigen Tierhaut, die ohne Aufschneiden des Bauches abgestreift wird, die Öffnungen, welche durch Abschneiden der Füße entstehen, werden zugenäht, die Halsöffnung, welche zum Füllen des Schlauch und zum Ausgießen der Flüssigkeit benützt wird, wird mit einem ledernen Riemen geschlossen. Bekommt der Schlauch auf der Reise einen Riß, so werden die schadhaften Stellen zusammengebunden, daher die Gibeoniten beiihrer Kriegslist alte, zerrissene und „zusammengebundene“ (Luther: geflickte) Schlauch benützten, Jos. 9,5. Ps. 33,7 wird statt „er hält das Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch“ richtiger zu übersetzen sein: „wie einen Garbenhaufen“. Das Wort Christi Mt. 9,17; Mk. 2,22; Luk. 5,37 bedeutet, daß die alten Formen gesetzlich pharisäischer Frömmigkeit nicht im Stande seien, den christl. Geist zu fassen, sondern daß der neue Geist auch neue Formen in Gottesdienst und Übung der Frömmigkeit erfordere. Ps. 119,83: „ich bin wie ein Schlauch im Rauch“, das heißt ausgetrocknet, zusammengeschrumpft.