Schlag
Schlag, schlagen. Schlagen wird
1) Gott zugeschrieben im Sinn von strafen, so Jes. 27,7; 2 Sa. 7,14; 5 Mo. 32,39; Hos. 6,1; 1 Mo. 8,21, vgl. Jes. 54,9; 3 Mo. 26,21. —
2) Menschen schlagen zur Strafe, zur Beschimpfung und zum Hohn. Die Strafe kann eine innerliche, brüderliche Zurechtweisung sein, Ps. 141,5; Spr. 27,6, oder ein Wehetun an Leib und Leben, und ist nötig namentlich bei der Kinderzucht, vgl. Spr. 13,24; 22,15; 23,13. 14; 29,15. 17; Sir. 30,1. 2; aber auch bei der Volkserziehung, Spr. 17,10; 19,25. 29; 20,30 (wörtlich: blutige Streiche sind Reinigung des Bösen und Schläge, die bis ins Innere dringen), und im Gerichtswesen, 5 Mo. 25,2. 3; ferner im Kampf, zum Beispiel 1 Mo. 14,5 ff. u. oft. Dagegen hat ein Totschläger, der absichtlich, und ein Mörder, der heimlich und mit Vorbedacht einen unschuldigen Menschen ums Leben bringt, sein Leben verwirkt, 2 Mo. 21,12; 4 Mo. 35,16-31; 5 Mo. 27,24, vgl. 1 Mo. 4,15; 9,5. 6; zumal ein Vater- oder Muttermörder, 2 Mo. 21,15; wer ein Stück Vieh erschlägt, soll es wieder ersetzen, 3 Mo. 24,18.
Ein Unrecht begeht jeder, der seinen Nebenmenschen schlägt zur Entehrung und Mißhandlung, sei es durch Verleumdung, Spr. 18,8; 26,22 (Grundtext: die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen u. dringen tief hinab ins „Herz“, das heißt Ohrenbläsereien finden leicht Glauben und sitzen fest), oder durch Verwundung von schwachen gewissen infolge von Mißbrauch der christlichen Freiheit, 1 Kor. 8,12; oder äußerlich durch Streiche und Verwundungen, 2 Mo. 2,11. 13; Mi. 4,14; Mt. 24,49; Luk. 10,30; Apg. 18,17; 21,32; 1 Kor. 4,11; 2 Kor. 6,5; 11,23. 24; was auch Christus um unsertwillen erdulden mußte, Mt. 26,67. 68; Joh. 18,22. Ein Christ soll Schlag, schlagen erdulden in der Geduld und Leidenswilligkeit Christi, Jes. 50,6; Klgl. 3,30; Mt. 5,39; Luk. 6,29, und lieber das schmachvollste Unrecht auf sich nehmen als Unrecht tun. —
3) Sich selbst schlagen zum Zeichen der Trauer, Jer. 31,19; Hes. 21,17; des Unwillens, Hes. 22,13; der überwallenden Freude, 2 Kö. 11,12; auch als Äußerung der Buße: an seine Brust s. und in sich gehen, 1 Kö. 8,47; Luk. 15,17; 18,13; 23,48; was auch geschieht, wenn das Herz einem schlägt, 2 Sa. 24,10; Ps. 102,5.
— In 2 Mo. 7,20 und 8,16 ist das Schlag, schlagen ins Wasser und in den Staub das Zeichen zur Einleitung eines Gottesgerichts.