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Scheltwort

Schelten, Scheltwort.
1) Schelten bei Menschen geschieht durch Worte zur Bestrafung oder Beschimpfung. In ersterer Hinsicht vgl. 1 Mo. 31,36; Ru. 2,16; Jes. 30,17; Mt. 11,20; Mk. 16,14. Geschieht dies Schelten, Scheltwort in vernünftiger Weise, so wirkt es heilsam, s. Spr. 17,10; Pr. 7,5. vgl. Spr. 27,6. Doch soll ein Jüngerer einen Alten nicht s., sondern ihn ermahnen als einen Vater, 1 Tim. 5,1. Schelten, Scheltwort bedeutet aber auch schmähen, vgl. 4 Mo. 23,7. 8. Obwohl derbe Scheltworte besser sind als heimliche Falschheit, und eine Aussöhnung unter Menschen, die sich s., eher möglich ist als unter Falschen, Sir. 27,23. 24, so haben doch schon die Frommen des Alten Bundes nicht wiedergescholten, wenn sie gescholten wurden, sondern ihre Sache Gott anheimgestellt, Ps. 31,14. 15; Jer. 20,10. 12; Jes. 37,3. 4. Ein Christ aber soll noch viel mehr nicht allein selbst untadelhaft sein und in keinem Stück Anlaß zum Schelten, Scheltwort geben, 1 Tim. 5,14, sondern auch nach dem Vorbild Jesu (1 Pe. 2,23) nicht Scheltwort mit Schelten, Scheltwort vergelten, 1 Kor. 4,12. Als Paulus den Hohepriester gescholten hatte, entschuldigte er sich, obwohl sein Scheltwort wahr und zutreffend war, mit ausdrücklicher Anerkennung des Gebotes, daß man den Obersten des Volks nicht fluchen solle, Apg. 23,4. 5. —
2) Häufig ist die Rede von einem Schelten, Scheltwort Gottes, das dann nicht nur in Worten besteht, sondern in gewaltigen Gottestaten sich äußert. Einerseits ist dies Schelten, Scheltwort eine Offenbarung seiner Allmacht gegenüber den Naturkräften und Weltmächten, um sie zu beschwichtigen oder abzuwehren. Durch sein Schelten, Scheltwort wird des Erdbodens Grund aufgedeckt, 2Sa. 22,16; zittern die Säulen des Himmels unter dem Donner, Hi 26,11; fliehen die Wolken, Ps. 104,7; wird das Meer trocken, Ps. 106,9; Jes. 50,2; wird dem Fresser, dem Ungezieser gewehrt, daß es die Frucht auf dem Feld nicht verzehren soll, Mal. 3,11; und sinken Roß und Wagen in den Todesschlaf, Ps. 76,7. Andererseits ist aber auch sein Schelten, Scheltwort die Offenbarung seiner Heiligkeit zum Gericht und zur Strafe, die, anfangend mit Züchtigungen (zum Beispiel Mißwachs u. Teuerung, Mal. 2,3; wo er die Saat schilt, das heißt ihrem Wachstum wehrt und dem Menschen die Frucht versagt), immer mehr sich steigert zum Zorngericht in Feuerflammen, Jes. 66,15; Hes. 5,15. So schilt er die Gottlosen, Ps. 9,6; 119,21; Jes. 17,13; seine Feinde, Ps. 68,31. Auch sein Volk muß der Herr s. wegen seines Götzendienstes und aller seiner Sünden, Jer. 2,9; Hos. 4,1. Aber freilich, das Volk will lieber s. und rechten als sich s. und strafen lassen, Hos. 4,4. Darum ist immer mehr Schelten, Scheltwort und Gericht über das Volk gekommen, Jes. 51,20. Solche Gerichte sind die gerechte Strafe Gottes für sein unbußfertiges Volk. Ps. 80,17 heißt wörtlich: Verbrannt (ist der Weinstock, das von Gott gepflanzte und erwählte Volk) abgeschnitten! Vom Schelten, Scheltwort deines Angesichtes kommen sie um! Die Stelle ist also nicht als Bitte um Abwehrung der Verstörer des Weinbergs, sondern als Bekenntnis der selbstverschuldeten Not zu verstehen.
— Auch vom Teufel sagt die Schrift, daß der Herr ihn s. und strafen werde, Sach. 3,2; Judä 9.
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