scheinen
Schein, scheinen. Lichtglanz, wie er von den leuchtenden Körpern, Sonne u. Sternen ausgeht, 1 Mo. 1,15. 17 u. a. St.; Hi. 10,22 (in der Unterwelt kein Sonnenschein), vom Blitz Hi. 37,3; Mt. 24,27, von dem Lichtglanz eines Engels Apg. 12,7, von den Lampen des Leuchters in der Stiftshütte 4 Mo. 8,2. 3. Vom Lichtglanz der Gestirne ist vornehmlich im Blick auf die Zukunft die Rede. Einerseits wird Beständigkeit und Herrlichkeit dieses Lichtglanzes geweissagt für die Zeit der vollendeten Gottesoffenbarung, welche mit Verklärung der Natur verbunden ist, Jes. 30,26; 60,20, andererseits Aufhören desselben in der Zeit der vorausgehenden Gerichte als Himmelszeichen, Joel 2,10; 4,15; Mt. 24,29; Mk. 13,24. Aber auch schon während des Leidens Jesu am Kreuz ist ein solches Himmelszeichen geschehen, um sein Volk zum Aufmerken zu bringen, Luk. 23,45 (vgl. Mt. 27,45; Mk. 15,33). Bildlich steht das Wort
1) von der Erleuchtung des Menschen durch die göttl. Gnade und Wahrheit, welche Erkenntnis Gottes, Leben, Freude schafft, Jes. 59,9; 2 Kor. 4,6; von der Erleuchtung durch die göttl. Offenbarung, Hi. 22,28; 29,3; Jes. 9,2; Joh. 1,5; 1 Joh. 2,8; 2 Petr. 1,19, deren Träger und Vermittler auch die Christen werden sollen, Phil. 2,15, oder auch von der erfreuenden Wirkung des Glücks, Jes. 5,30; 50,10; —
2) weil der Lichtglanz nur die äußere Gestalt eines Gegenstandes zu sehen gibt und deshalb über die wesentliche Beschaffenheit desselben noch Täuschungen zuläßt, so bedeutet es auch eine äußere Darstellung und Erscheinung, welche dem wahren Wesen widerspricht. So wird von Schein, scheinen der Gerechtigkeit, Weisheit geredet, Jer. 2,33; Kol. 2,23; 2 Tim. 3,5, vgl. Mt. 6,16. 18; 23,27. 28. Daher heißt Schein, scheinen auch s. v. a. Vorwand, 1. Tim. 6,2 (christliche Knechte sollen ihre christl. Herren nicht unter dem Schein, scheinen oder Vorwand der Brüderschaft verachten); 1 Th. 5,22 ist für: „meidet allen bösen Schein, scheinen“ (alles, was auch nur als böse erscheinen kann) die richtigere Übersetzung: „meidet jegliche Gestalt des Bösen“ (also auch, wenn es guten Schein, scheinen hat).