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Schaubrot

Schaubrot. Das Schaubrot (im Grundtext steht immer die Einzahl, während Luther, der griech. Übers. folgend, die Mehrzahl setzt), wörtlich „Brot des Angesichts“, bestand aus zwölf fingerdicken Kuchen (challoth) aus feinem Weizenmehl nach der Zahl der Stämme Israels; zu jedem Kuchen wurden 2/10 Epha Mehl genommen. Nach der Überlieferung waren dieselben ungesäuert. Leviten vom Geschlecht Kahaths waren nach 1 Chr. 9,32 mit der Zubereitung derselben beauftragt. Die Kuchen wurden an jedem Sabbat frisch u. noch warm auf den Schaubrottisch gelegt in zwei Schichten, je sechs aufeinander, 3 Mo. 24,5-9; 1 Sa. 21,7. Die abgenommenen Brote fielen den Priestern zu und mußten als etwas Hochheiliges von diesen allein — mit Ausschluß der weibl. Familienglieder an heiliger Stätte, das heißt irgendwo im Vorhof, verzehrt werden, 3 Mo. 24,9; 6,9. Daß der Priester Ahimelech in Nob die abgetragenen Brote David und seinen Begleitern gab, war durch die Not gerechtfertigt, 1 Sa. 21,2-7, vgl. Mt. 12,4; Luk. 6,4. Oben auf die Schaubrot mußte Weihrauch gelegt werden, der nach dem Abnehmen der Brote auf dem Räucheraltar verbrannt wurde als „Gedenkteil“, 3 Mo. 24,7. Die Schaubrot sind anzusehen als eine Darbringung des Volkes an Jahveh. Sie heißen „Brot des Angesichts“, weil sie vor Gottes Angesicht gelegt wurden zum Zeichen, daß Israel sein täglich Brot ganz der Güte seines Gottes verdanke. Weil in den Schaubrot die tägliche Nahrung durch Danksagung geweiht wurde, mußten sie beständig aufliegen und heißen deshalb 4 Mo. 4,7 Brot der Beständigkeit. Der Gedanke, daß hier Jahveh eine Mahlzeit vorgesetzt werde, ist als durchaus heidnische Vorstellung (Jes. 65,11; Jer. 7,18; 44,17 ff.) ferne zu halten.
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