Zum Inhalt

Schatz

Schatz, ein Vorrat von wertvollen, kostbaren Dingen,
1) irdischen, als Gold, Silber, Edelsteinen, Gefäßen, Würze, Getreide, Honig, Öl. Ungeheure Schatze vom Raub der Völker waren in Ägypten (Hbr. 11,26), Ninive (Na. 2,10), Babel (Jer. 50,37; 51,13) aufgehäuft. Sie sollen aber dem Spürsinn der Plünderer nicht entgehen (Jes. 45,3). Auch Privatleute sammeln und finden (1 Mo. 43,23) Schatze und vergraben sie wohl im Acker (Mt. 13,44; Jer. 41,8). Der Weise sammelt, der Narr verschwendet sie (Spr. 21,20). Eltern sammeln sie für Kinder (2 Kor. 12,14). Indes ist dies Sammeln leicht mit Hochmut (Jer. 49,4), mit Raub und Frevel (Am. 3,10), mit Lügen (Spr. 21,6), wie bei Gehasi, verknüpft. Daher wenig mit der Furcht des Herrn besser ist als großer Schatz mit Unruhe (Spr. 15,16). Die Schatze sammeln, tun es für andere, für Diebe und lachende Erben, nicht für sich (Luk. 12,20; Mt. 6,19). Vollends töricht ist es, Schatz zu sammeln, wenn der Richter vor der Tür ist (Jak. 5,3).
Der Schatz Gottes Hes. 7,22 ist das Gott reservierte, sonst unzugängliche Heiligtum, das nun von Barbaren entweiht wird. 5 Mo. 28,12 ist er der Himmel, von wo Gott seinem Lande Regen und alles Gute gibt. Der himmlische König hat sozusagen seine Magazine, aus denen massenhaft Schnee und Hagel fällt (Hi. 38,22), u. Arsenale, denen er die Waffen seines Zorns gegen Babel, das Land des Doppeltrotzes, entnimmt (Jer. 50,25). Dort ist auch der Ratschluß über Israels Fall und Wiederherstellung versiegelt, also verhüllt, aber fest beschlossen und wird unausbleiblich sich erfüllen (5 Mo. 32,34). Denn in der göttl. Machtfülle liegen die Entstehungsgründe alles Irdischen. Und wenn Gott das auf Sinnliches gerichtete Verlangen der Gottlosen füllt mit seinem Schatz (Ps. 17,14), so ist dieser Segen für die Gottlosen ein Fallstrick des Selbstruhms (Dan. 4,27). Die Frommen, die solche Güter aus Gottes Schatzkammer entbehren, haben höhere Genüsse. Der Herr selbst ist Jakobs Schatz (Jer. 10,16). Die Frommen sind reich in Gott (Luk. 12,21). —
2) Ewige Schätze. Rechnet Sirach einen guten Namen oder Freund (6,14; 41,15) als einen Schatz, so ist doch der vor allem zu erstrebende Schatz die Weisheit (Spr. 2,4; 3,14 ff.; Hi. 28,15 ff.). Dem Gottlosen ist dieser Wert verborgen (Sir. 1,31). Der Fromme denkt: Anderen ist anderes beschieden, mir auf ewig das Eine Notwendige, Gottes Gebote, der Quell der Weisheit (Ps. 119,56. 98). So vor allem in der messianischen Zeit (Jes. 33,6). Im Neuen Testament heißt dies Eine Notwendige das Himmelreich oder Jesum Christum erkennen. Unvergängliche Schatze im Himmel sammelt, wessen Herz, ungeteilt von Reichtums- u. Nahrungssorgen, nach dem Himmelreich als dem höchsten Gut trachtet (Mt. 6,20 f.; Luk. 12,33. 34). Das Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt. 13,44) bedeutet, daß der Wert des Himmelreichs den Menschen verborgen ist. Wenn er ihnen aber unverhofft und unverdient offenbar wird, so haben sie mit Verleugnung von allem sich in den Besitz des Ackers zu setzen, der den Schatz birgt. In dem Geheimnis Gottes sind alle Schatze der Weisheit und Erkenntnis verborgen (Kol. 2,3), daher sollen die Kolosser keine höhere Weisheit außer demselbensachen, sondern nur dieses recht ergründen. Diesen Schatz, das heißt die Erkenntnis Christi und die Tüchtigkeit, das Amt des Neuen Testaments zu führen, trägt der Apostel in irdenem Gefässe (2 Kor. 4,7); denn Gott vertraut ihn schwachen, zerbrechlichen Werkzeugen an, damit der Ruhm sein ist. Röm. 14,16 ermahnt die Starken, ihre Freiheit in den Adiaphora nicht rücksichtslos zu gebrauchen, damit ihr Schatz nicht verlästert wird (als Ungebundenheit). 1 Tim. 6,19 (vgl. Sir. 29,14; Mt. 19,21) lehrt uns, daß die Reichen, welche ihre Schatze hergeben, erst recht für sich etwas Bleibendes sammeln. In Mt. 12,35 wird das Herz als der Sammelplatz aller Einflüsse von oben und unten und des ganzen geistigen Vermögens ein Schatz genannt, aus dem jeder ausgibt, was er eben auf Lager hat. So reicht der Himmelreichs-gelehrte aus dem Weisheitsschatz seines Herzens Altes und Neues hervor (Mt. 13,52); denn ein weiser Mann darf seinen Schatz nicht vergraben (Sir. 20,32).
Zur Übersicht