Satzung
Satzung, die eine bestimmte einzelne Forderung aufstellende Vorschrift des Gesetzes. Diese unzweideutigen und unbeugsamen Vorschriften des Gesetzes bewirken, weil sie übertreten sind, daß aus denselben eine Schuldschrift wider uns wird, die der Beseitigung bedarf und diese in Jesu Tod empfangen hat, Kol. 2,14. Eigentümlich ist der Ausdruck des Paulus, den Luther mit „äußerlichen Satzungen, Satzungen der Welt“ wiedergibt, Gal. 4,3. 9; Kol. 2,8. 20, und der wörtlich bedeutet: Elemente der Welt. Paulus sagt denen, die sich vor Gott auf das Gesetz stützen, und ebenso denen, die sich eigener Gedankenarbeit ein Weisheits- und Religionssystem bilden, daß sie mit ihrer Gesetzes- und Weisheitsverehrung nicht über das hinausgelangen, was der Welt angehört, weil es der Menschheit als ihr erstes Wissen und ihre anfängliche, noch dürftige Erkenntnis eingepflanzt ist. Das Elementare, Anfängliche steht dem Vollkommenen gegenüber, das uns in Christus erschienen und gegeben ist, und die Welt nach ihrem natürlichen und vergänglichen Bestand dem Himmelreich und ewigen Leben; darum sind jene Elemente arm und schwach, Gal. 4,9. Die Satzung 2 Th. 2,15; 3,6 sind dagegen die Anweisungen, die Paulus der Gemeinde zur Führung eines christl. Wandels übergeben hat.