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Sanft

Sanft, sanftmütig, Sanftmut.
1) Sanft bildlich von Dingen und Zuständen, zum Beispiel vom Schlaf, Jer. 31,26; vom Joch Christi, Mt. 11,30 (eigentlich heilsam). Der Stab Sanft (Sach. 11,7) = Huld, siehe Stab. —
2) Sanftmütig, Sanftmut, eine sittliche Beschaffenheit, Zwillingsschwester der Geduld
— beide zusammen Kinder der Liebe, vgl. 1 Tim. 6,11; 1 Kor. 4,21; Gal. 5,22; 6,1; Eph. 4,2; 1 Pe. 3,15. 16; Jak. 3,13. Die Sanft, sanftmütig, Sanftmut ist der beste Schmuck der Frauen, 1 Pe. 3,4; ganz besonders eine Pastorentugend, 1 Tim. 6,11; 2 Tim. 2,25; jedoch auch eine allgemeine Christen tugend, Kol. 3,12; Tit. 3,2. Im A. T. wird sie von Mose bezeugt, Sir. 45,4, vgl. 4 Mo. 12,3, wo das „geplagter Mensch“ richtiger mit „sanftmütig“ zu übersetzen ist. In Christus aber ist die Sanft, sanftmütig, Sanftmut in vollendetster Gestalt unter den Menschen erschienen: ich bin s. und von Herzen demütig, Mt. 11,29. Daher stimmt das Wort, das Mt. 21,5 als erfüllt ansührt: „dein König kommt zu dir s.“ recht wohl zusammen mit dem Königsbild des Messias bei Sach. 9,9, wo im Hebr. für s.: arm, gering steht. In diesem Sinn redet das Alte Testament. von Elenden, Ps. 10,12. 17; 25,9; 37,11; 69,33; Spr. 3,34, was die eine Seite der Sanft, sanftmütig, Sanftmut, das leidentliche Verhalten dabei zum Ausdruck bringt, während die persönliche Selbsthingabe, das Sichherunterhalten zu den Niedrigen mehr zurücktritt. Bei Christus ist beides vereinigt: seine Niedrigkeit im Auftreten und seine Hingabe im Wirken. Solche Sanftmütige sind es auch, die der Herr selig preist und denen er das Erbe des Erdreichs verheißt, Mt. 5,5.
In besonderem Sinn fordert Jak. 1,21 die stillhaltende Sanft, sanftmütig, Sanftmut bei der Annahme des Wortes Gottes, im Gegensatz gegen den Zorn, V. 19, der mit Reden schnell dazwischenfährt.
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