Same
Same.
1) An der lebendigen Kraft des Samenkorns, welches das Gewächs aus sich hervor zu bilden vermag, stellt Jesus die Wahrheits- und Lebensmacht seines Wortes dar, Luk. 8,11; Mt. 13,32; Mk. 4,26. Johannes vergleicht das Wirken des Geistes Gottes, aus dem der geistl. Mensch geboren wird, den wunderbaren Kräften des natürlichen Samens, aus dem die menschliche Persönlichkeit entsteht, 1 Joh. 3,9, vgl. 1 Pe. 1,23; bei dem aus Gott Geborenen bleibt sein Same, das heißt das Wirken des göttlichen Worts und Geistes ist nicht nur ein augenblickliches, einmaliges, auf jene Stunde beschränkt, da das neue Leben aus Gott in uns anhebt; weil vielmehr dieselben Gotteskräfte, die jenes weckten und begründeten, es auch erhalten und die göttliche Geistgabe uns als unser Eigentum verliehen ist, so hat der Glaubende das Vermögen, in einer bleibenden fortgesetzten Scheidung von der Sünde zu beharren. —
2) Häufig heißt Same, oder richtiger „Saat“, die aus einem gemeinsamen Stammvater hervorgehende Nachkommenschaft, so zuerst in dem Spruch über die Schlange, 1 Mo. 3,15. An die Stelle der falschen Freundschaft, bei der das Weib auf die Schlange hörte, tritt nun der Kampf zwischen beiden, und diesen haben nicht nur die sündigenden Ureltern zu bestehen, sondern er setzt sich durch die ganze mit ihnen anhebende menschliche Geschichte fort. Die Schlange erzeugt aus sich einen Same, der immer wieder neu dem Menschen nachstellt, aber auch das Weib wird fruchtbar zu einer Nachkommenschaft, die den Kampf mit der Schlange fortzusetzen hat, bis ihr endlich der tödliche Streich auf den Kopf derselben gelingt. Der „Stamm“, Jes. 6,13, das heißt der beim Fallen des Baumes in der Erde zurückbleibende Wurzelstock, womit der in den Gerichten Gottes übrig bleibende Rest Israels dargestellt ist, wird ein heiliger Same sein, das heißt jener Rest wächst neu aus zu einem Gott verbundenen Geschlecht. Vom Standpunkt der Erfüllung aus bezeichnet Paulus Gal. 3,16 Jesus als den Same Abrahams, von dem die Verheißung spricht, daß er, selbst gesegnet, zum Segensquell für die Völker werde; denn um Jesu willen ist Abraham und das von ihm abstammende Israel berufen u. mit der Verheißung begabt. Darum nennt er auch die Glaubenden aus den Heiden „Same Abrahams“, Röm. 4,16, nicht nur darum, weil sie wie Abraham glauben, sondern darum, weil ihr Glaube in seinem Ursprung und Grund auf Abraham zurückgeht, dadurch, daß Jesus, der Abraham verheißene und sein wahrhaftiger Same, Grund, Quell und Inhalt ihres Glaubens ist, mit dem sie durch denselben geeinigt sind. Jesus ist nach dem Fleisch aus dem Same Davids geboren, Röm. 1,3; seine Zugehörigkeit zu Davids Geschlecht ist die irdische Voraussetzung seines Christusamts, wobei seinem Verhältnis zu David als seinem Stammvater sein Sohnesverhältnis zu Gott gegenübertritt, wie er es in Kraft durch die Auferweckung aus dem Tode an sich erfährt. Dadurch, daß er nicht auf natürlichem Wege, sondern wunderbar dem Geschlechte Davids geschenkt wird, gehört er demselben nicht weniger, sondern nur umsomehr und fester an; so ist er göttlich dem Same Davids eingepflanzt.