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ruhen

Ruhe, ruhen.
1) Äußere Ruhe, ruhen ist da, wo keine Arbeit, Mühe und Anstrengung ist, Pr. 4,6; Sir. 13,32 (wörtlich: Findung von Gleichnissen ist mühsames Denken); ferner wo der Mensch frei ist von Sorgen und Nöten, namentlich von Feinden, 5 Mo. 3,20; 12,10; Jos. 1,13. 15; 2 Sa. 7,1. 11; 2 Chr. 14,6; Neh. 9,28; Esth. 9,22; Ps. 55,19; Jes. 14,3; Apg. 24,23; aber auch sonst, Hi. 3,26; 36,16 (wörtlich: die Besetzung deines Tisches wird voll Fett sein); Jes. 21,4 (wörtlich: die Nacht meiner Lust wird mir zum Schrecken) u. a. St.; endlich da, wo als Vorbedingung für die Ruhe, ruhen eine glückliche, sichere Heim- und Ruhestätte vorhanden ist, und zwar im Leben, 5 Mo. 12,9; 28,65; Ru. 1,9; 3,1; Spr. 24,15; Jes. 32,18 (in stolzer, das heißt sorgloser, unangefochtener Ruhe, ruhen); 34,14; Mt. 12,43; im Tod, Hi. 3,13; Wsh. 4,7; Sir. 38,24, und in der Ewigkeit, Hbr. 4,1. 9. 10. 11. Als Abbild und Vorschmack dieser ewigen Ruhe, ruhen hat Gott für sein Volk den Sabbat eingesetzt, daß er sein soll die heilige Ruhe, ruhen, 2 Mo. 16,23; 31,15; 35,2 (s. Sabbat). Ist nun aber schon das äußere Ruhebedürfnis ein allgemein empfundenes, so ist dies noch mehr der Fall bei
2) der inneren Ruhe, ruhen, der Besriedigung der Seele, Jes. 28,12; Jer. 6,16, nach dem Wort Augustins: „Unser Herz ist unruhig in uns, bis es Ruhe, ruhen gefunden hat in Gott“. Die Welt kann diese Ruhe, ruhen nicht gewähren; daher die vielen Mühseligen und Beladenen, Mt. 11,28. Der Weg zum Frieden aber ist nicht der, daß ein Mensch seiner Sünden nicht achtet oder durch seine eigene Gerechtigkeit zurecht kommen will, Hab. 2,4, sondern daß er in Buße zu Jesus kommt, Mt. 11,29; Joh. 14,27, und seine Gerechtigkeit im Glauben ergreift. Steht er aber in der Rechtfertigung, so muß er um so mehr Fleiß tun, zu der dem Volke Gottes vorhandenen Ruhe, ruhen einzukommen, Hbr. 4,9. 11, eingedenk der Warnung durch Israel, das Kanaan nicht erreicht und den ruhigen Besitz des verheißenen Landes nicht erlangt hat, 4 Mo. 14,23; Ps. 95,11; Hbr. 3,11. 18; 4,1. 3. 5. 8. —
3) Von Gott bezeichnet Ruhe, ruhen seine Wohnstätte auf Erden, den Tempel, wo er seine gnadenreiche Gegenwart zu erkennen gibt, 2 Chr. 6,41; Ps. 132,8. 14 (vgl. aber 1 Kö. 8,27; Jes. 66,1; Apg. 7,48. 49). Wenn von Gottes Ruhe, ruhen („meine Ruhe, ruhen“) in den himmlischen Wohnungen die Rede ist, so bezeichnet es die volle Seligkeit Gottes. Gottes Geist ruhte auf den 70 Ältesten, 4 Mo. 11,26 f. (vgl. 2 Kö. 2,15), er ruht auf den Christen in ihrem Leiden, 1 Pe. 4,14. Jes. 11,10 ist Ruhe, ruhen Ruheort.
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