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Ruchlos

Ruchlos.
1) Im A. T. übersetzt Luther einigemal „Ewil“ und „Chesil“, das sonst bei ihm „Narr“ oder „töricht“ (s. d. Art.) heißt, mit „ruchlos“, Spr. 1,7. 22. 32. Ähnlich Wsh. 1,3. 5 für unverständige, verkehrte Gedanken. —
2) Eph. 4,19 ist es von den Heiden gebraucht u. besagt eigentlich: die keinen Schmerz mehr empfinden, also keine Unruhe und Strafe des Gewissens, keine Zucht und Scham mehr haben (Jer. 5,3). Das abgestumpfte sittliche Bewußtsein hat die Empfindung des Schimpflichen und Ehrenhaften verloren (s. Erbittern), Röm. 11,8, das Streben nach Edlem, das Bedürfnis eines Arztes. „Ein Mensch, von Gott verlassen, dessen Gewissen eingeschlafen ist, bei dem die Furcht vor dem Gericht erloschen ist, stürzt sich wie ein Tier in jede Art von Schändlichkeit und Selbstentwürdigung“ (Calvin, vgl. Röm. 1,24). —
3) 2 Petr. 3,17 ruchlose, schändliche, gesetzlose (2,7) Leute = Spötter und Libertiner, die weder um göttliches noch menschliches Recht sich bekümmern. Dieser Antinomismus trägt bereits antichristliche Züge der letzten Zeit, wo das Geheimnis der Gesetzlosigkeit sich vollendet (Mt. 24,12; 2 Th. 2,7. 8).
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