Ruben
Ruben („Sehet einen Sohn!“).
1) Erstgeborener Sohn Jakobs und der Lea (1 Mo. 29,32, wo der Name auf das Einsehen Gottes bezogen wird), aber wegen eines schweren Vergehens (1 Mo. 35,22; 49,4; 1 Chr. 5,1) des Erstgeburtsrechtes verlustig erklärt, tritt in der Geschichte Josephs mehrfach als Führer der Brüder auf und zeigt dabei edlere Gesinnung (1 Mo. 37,21 f. 29 f.; 42,37); doch tritt schon im Lauf der Geschichte Juda an seine Stelle. Seine Söhne s. 46,9. —
2) Der Stamm Ruben erscheint bei der Wanderung mittlerer Stärke, erst 46 500 Mann (4 Mo. 1,20 f.), später 43 730 (4 Mo. 26,7). Nach dem Segen Moses soll er nicht verschwinden aus der Zwölfzahl der Stämme, aber wenig zahlreich sein: „es seien seiner Männer wenige“ (Luther: „sein Pöbel sei gering“), 5 Mo. 33,6. Als ein Hirtenstamm erhielt er sein Gebiet östlich vom Jordan neben Gad, 4 Mo. 32,33; 5 Mo. 3,12; Jos. 13,8; 22,4. 7, und zwar erhielt er den südlichsten Strich des Ostjordanlandes bis zum Bache Arnon. Durch seine isolierte Lage wurde er den Gesamtinteressen Israels leicht entfremdet (vgl. Ri. 5,15ff.); dagegen führte er seine eigenen Kriege. 1 Chr. 5,10 wird von ihm ein siegreicher Zug aus der Zeit Sauls erzählt. In Gefangenschaft geführt wurde er wohl großenteils schon durch den Assyrer Tiglatpileser, 2 Kö. 15,29.