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Ringen

Ringen. 1 Mo. 32,23 ff. ist das Ringen Jakobs mit Gott bezw. mit dem Engel des Herrn erzählt, das Ho. 12,4 f. als Glaubens- oder Gebetskampf („er kämpfte mit dem Engel und siegte, denn er weinte und bat ihn“) auffaßt. Dieser Kampf war die Entscheidungsstunde in Jakobs Leben. Bisher waren bei ihm Selbsthilfe und Vertrauen auf Gottes Hilfe, menschliche Unlauterkeit und Glaube an Gottes Verheißung nebeneinander hergegangen. In diesem Ringen aber mit Gott wird der alte, listige, unlautere Jakob der durch Not und Anfechtung geläuterte „Gotteskämpfer“, der nicht mehr durch menschliche Kraft sein Glück ertrotzen, sondern nur durch die Kraft des Glaubens und Betens Gottes Segen erringen will. In der Hüstverrenkung, welche Jakob aus dem Kampf davonträgt, liegt eine Hinweisung auf die Grenzen der menschlichen Kraft, welche Gott jederzeit brechen kann. Dieses Ringen Jakobs mit Gott ist ein Vorbild der Gebetskämpfe der Gläubigen, Röm. 15,30; Eph. 6,12; 1 Tim. 6,12; 2 Tim. 4,7.
 Kol. 1,29; 4,12.
Am schwersten empfand Jesus in Gethsemane das Ringen mit dem ihm als Feind gegenübertretenden Tod, Luk. 22,44: „es kam, daß er mit dem Tode rang“, wörtlich: „er geriet in Todeskampf“, wobei die hestige Erregung des äußern und innern Menschen ihm den Schweiß wie Blutstropfen austrieb.
Um zu stiller Ergebung zu gelangen, giltes zu r. (1 Th. 4,11) mit dem ungeduldigen, leidensscheuen Herzen, vgl. Luk. 13,24; Phi. 3,12.
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