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Reizen

Reizen.
1) Gott wird gereizt zu Zorn und Eifer (s. Eifer) durch beharrliche Zurückweisung seines Liebeswillens, vor allem durch Bundesbruch in Abgötterei, zur Richterzeit (Ps. 78,58), durch Jerobeam und Rehabeam (1 Kö. 14,9. 22), durch Ahab (1 Kö. 21,22) und Ahas (2 Chr. 28,25) und Manasse (2 Kö. 23,26), vgl. Hes. 8,17; 16,26). Wie Israel Gott r. mit dem, was nicht Gott ist, mit fremden Göttern, so wird Gott sein Volk r. durch Annahme eines „Nichtvolks“, der Heiden (5 Mo. 32,16. 21). Die Erfüllung s. Röm. 11,11. 14: Israel soll durch die Erfolge der Heidenmission gereizt werden, in Annahme des Evangeliums den Heiden nachzueifern. —
2) Gott r. zur Sünde. Reizt dich der Herr wider mich, sagt David zu Saul, so versöhne man ihn durch Opfer (1 Sa. 26,19). In der Tat reizte ein Geist Saul zum Haß gegen David, aber zur Strafe, weil er sich von Gott abgewandt hatte. Und David zeigt ihm das Mittel, der Versuchung zu entgehen. Ebenso reizt (2 Sa. 24,1) der Zorn des Herrn wider Israel den König David zur Volkszählung. Der spätere Bericht (1 Chr. 21,1) mildert dies dahin, daß der Satan David den Gedanken eingab, natürlich mit Zulassung Gottes, der Israels Sünde damit züchtigte, daß er den verborgenen Hochmut des Königs durch Satan zur Offenbarung reizte. —
3) Der Mensch wird gereizt
a. zum Bösen durch böses Exempel und reizende Lust (Wsh. 4,12). Durch die Schmeichelworte der eigenen Lust wird der Mensch aus der Einfalt herausgelockt und geködert, wie Vögel oder Fische durch eine Lockspeise (Jak. 1,14). Hiob beteuert (Hi. 31,9), daß sein Herz gegen den Reiz zum Ehebruch feststand. Petrus warnt vor den Irrlehrern, die unbefestigte Seelen durch Unzucht reizen (2 Petr. 2,14. 18), und Sirach,9,4, vor dem Reizen der Sängerin (s. d.). Eine bes. schwere Sünde ist es, die Bauleute an der Stadt Gottes zu r., Neh. 4,5. Zum Zorn r. zwingt Hader heraus, Spr. 30,33, vgl. Mk. 15,11. Insbesondere soll nicht eine verkehrte Erziehung durch Ungerechtigkeit, Parteilichkeit, Härte die Kinder verbittern und mutlos machen (Eph. 6,4; Kol. 3,21).
b. Hingegen sollen wir einander r., anspornen zum Wetteifer in der Liebe und guten Werken (Hbr. 10,24). So hat das Beispiel der Wohltätigkeit der Korinther viele zur Nachfolge gereizt (2 Kor. 9,2).
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