Zum Inhalt

Reißen

Reißen, Riß.
1) Wörtlich zum Beispiel: der unsaubere Geist reißt die Besessenen, verursacht ihnen Konvulsionen (Mk. 1,26; 9,18; Luk. 9,42); r. = ritzen, 3 Mo. 19,28 (s. Mal); von reißenden Tieren (Ps. 22,14), deren keines auf dem Heilsweg sich finden wird (Jes. 35,9). —
2) Bildlich
a. von Menschen. Den Weinberg der Theokratie brennen und r. = verwüsten, Ps. 80,17. Recht und Gerechtigkeit wegreißen, Pr. 5,7. Reißen, Riß = mit Schmähreden zerreißen, Ps. 35,15. Den Samen r. der Teufel weg, Mt. 13,19. Das Himmelreich in gutem Sinn an sich r., Mt. 11,12 (s. Gewalt).
b. Von Gott, a. gerichtlich (Jes. 53,8; Jer. 31,28). Das Königreich wird wie der Zipfel eines Kleids von Saul (1 Sa. 15,28; 28,17) und wenigstens teilweise von Salomo (1 Kö. 11,11. 30 f.) abgerissen. Völker und einzelne werden aus ihrem Lande oder Ort gerissen (Jer. 12,14; Ps. 52,7). Von besonderen Plagen (Ps. 106,29), so der Reißen, Riß Usas (2 Sa. 6,8; 1 Chr. 15,13). Daher in den Reißen, Riß (Lücke) treten (Ps. 106,23; Hes. 22,30) = das Strafgericht aufhalten durch bußfertiges, tatkräftiges Einstehen mit Gebet. Solchen Sinn bewiesen Mose und Aaron, aber an den falschen Propheten wird er vermißt (Hes. 13,5).β. Erlösend. Aus dem Tode r. (Ps. 116,8). Baal Prazim heißt David die Stätte, wo der Herr die Feinde vor ihm zerrissen hat, wie Wasser durchbricht (2 Sa. 5,20). Kein Wolf kann die Schafe aus der Hand des guten Hirten r. (Joh. 10,12. 28. 29).
Zur Übersicht